Variabel grillen dank Deckel

Mit großer Klappe: Perfekte Ergebnisse per Kugelgrill

Der Kugelgrill ist der Pionier für das Grillen mit Deckel. Längst hat er sich zu einem echten Multitalent gemausert, mit dem die verschiedensten Grillkniffe möglich sind.

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Grillgut auf einem Kugelgrill

Ein Kugelgrill ist unter Grill-Profis und -Anfängern gleichermaßen beliebt.

Als der Amerikaner George Stephen aus einer Boje einen Grill mit Deckel konstruierte, um sein Grillgut vor Wind und Wetter zu schützen, ahnte er wahrscheinlich nicht, dass er damit den Prototyp für eine neue Kategorie von Grillgeräten in der Hand hielt.
Der Kugelgrill hat wegen seiner Vielseitigkeit längst die Gärten und Terrassen von Grillern weltweit erobert. Das Unternehmen, das George Stephen mit seiner heißen Boje begründet hat, heißt Weber-Stephen. Nicht nur in George Stephens Heimatland USA ist der Markenname gleichbedeutend mit „Kugelgrill“. Allerdings ist Weber keineswegs der einzige Hersteller: Outdoorchef, Landmann, Napoleon oder Rösle etwa warten mit vergleichbaren Modellen auf.
Ausstattung und Qualität variieren, aber das Prinzip ist bei allen Geräten dasselbe. Sie können mit ihnen auf zwei Arten grillen: direkt und indirekt. Der Kugelgrill, kurz „Kugel“ genannt, ist ein vielseitiges Grillgerät, das mehr kann als Würstchen zu bräunen.

Galerie: Drei heiße Kugelgrills im Praxis-Test

Direkt grillen mit dem Kugelgrill

Ein Kugelgrill lässt sich wie jeder andere Grill auch verwenden, also ohne Deckel und mit dem Grillgut direkt über der Glut. Diese Methode heißt direktes Grillen. Viele Griller bedecken den Kohlenrost dabei komplett mit Holzkohle oder Briketts. So produziert die Kugel allerdings eine enorme Hitze, bei der das Grillgut außen verbrennt, innen aber noch roh ist. Bei einem herkömmlichen Grill könnten Sie das Problem dadurch lösen, dass Sie den Abstand zwischen Rost und Glut vergrößern, das klappt aber nicht bei der Kugel.
Die Lösung: Richten Sie zwei oder drei Grillzonen ein, in denen unterschiedliche Temperaturen herrschen. Dazu belegen Sie nur den halben Kohlenrost voll, einen weiteren Teil nur spärlich und einen Teil gar nicht. Oft reicht es auch, eine Hälfte zu belegen und die andere frei zu lassen.
Jetzt grillen Sie Ihr Grillgut auf der Glut von beiden Seiten kurz richtig heiß an, wobei für die meisten Fleischsorten (auch für Hackgerichte) gilt: Das Fleisch war lang genug über der Hitze, wenn es sich problemlos vom Rost lösen lässt. Nur bei Geflügel empfiehlt sich besondere Vorsicht: Geflügel trocknet schnell aus. Ziehen Sie das Grillgut nach dem Angrillen auf den Bereich, unter dem keine Glut glimmt. Lassen Sie es nachgaren. Das funktioniert sogar mit Würstchen.
Beim ersten Beladen ist es also nicht sinnvoll, den Rost komplett zu füllen; damit würde die kältere Zone blockiert. Wenn Sie die erste Fuhre vom heißen Bereich nehmen, können Sie dort nachlegen und dann etappenweise weitergrillen. Nicht zwingend, aber hilfreich ist dabei ein Rost aus Gusseisen oder zumindest aus schwererem Edelstahl. Er hält die hohen Temperaturen an den Auflagestellen des Fleisches besser als dünne Stäbe. So können Sie besser abschätzen, wie lange das Grillgut in der heißen Zone lagern sollte.

Galerie: Kugelgrill-Tipps: Faustregeln fürs richtige Brutzeln

Indirekt grillen mit dem Kugelgrill

Das indirekte Grillen funktioniert nur mit Deckel; es ist vergleichbar mit dem Garen im Umluftbackofen. Idealerweise verwenden Sie Briketts, weil die eine bessere Temperaturkontrolle ermöglichen. Die Briketts platzieren Sie im Kugelgrill an den Rändern, entweder unter Zuhilfenahme einer Grillschale oder mit speziellen Kohleschalen. Das Grillgut liegt dann auf dem Rost zwischen Deckel und Kohlenrost. Das Fleisch wird so nur durch die heiße Luft von oben und unten gegart.
Die Temperatur im Grill lässt sich über die Regler unten in der Schale und oben im Deckel einstellen. Der untere Regler sorgt für die Sauerstoffzufuhr; je weiter er geöffnet ist, desto intensiver ist die Glut und umgekehrt. Der Regler im Deckel dient zur Feinjustierung. Mit ihm können Sie steuern, wie schnell die heiße Luft aus der Kugel wieder entweicht. Für die Aufheizphase gilt dabei: unten ganz auf, oben zu.
Danach müssen Sie ein wenig experimentieren, bis Sie den Grill auf das gewünschte Niveau eingeregelt haben. Ein Deckel- oder Garraum-Thermometer hilft dabei. Stimmt die Hitze, legen Sie Ihr Fleisch auf die indirekte Grillzone, versehen es mit einem Thermometer und schließen den Deckel schnell wieder. Während der Garzeit sollten Sie ihn so selten wie möglich öffnen; ein Kugelgrill verliert sehr schnell viel Hitze.
Garen Sie sehr fettarmes Fleisch, empfiehlt es sich, eine Schale mit Wasser in den Grill zu stellen und das Grillgut hin und wieder mit etwas Öl zu bepinseln. Optional können Sie zudem sogenannte Smoking-Chips verwenden, um dem Fleisch ein schönes Raucharoma zu verpassen.

Wichtiges Zubehör für den Kugelgrill

Grillthermometer steckt im Fleisch

Mit einem Thermometer haben Sie die Temperatur des Fleisches stets im Blick.

Das Zubehörsortiment der Kugelgrill-Hersteller ist riesig. Es reicht vom Warmhalterost bis hin zu speziellen Pizzabackdeckeln. Nicht alles ist wirklich nötig, vor allem am Anfang nicht. Aber ein paar Dinge sollten Sie sich neben Zange und Pfannenwender schon zulegen, wenn Sie mit Ihrem Kugelgrill kreative Gerichte zaubern möchten.
Nahezu unverzichtbar für indirektes Grillen ist ein Thermometer, das die Kerntemperatur des Fleisches misst. Hat Ihr Grill kein Deckelthermometer, sollten Sie ein Modell wählen, das gleichzeitig auch die Hitze in der Kugel ermitteln kann. Elektronische Exemplare haben dabei den Vorteil, dass Sie die Temperatur ablesen können, ohne den Deckel zu öffnen.
Außerdem sind ein paar geschlossene Aluschalen sinnvoll; sie taugen als Tropfschalen zum Gemüsegaren oder auch, um (befüllt mit Wasser, Brühe oder Wein) für etwas Feuchtigkeit im Grill zu sorgen. So bleibt das Grillgut saftig und trocknet nicht aus. Die praktischsten Grill-Gadgets haben wir für Sie hier zusammengefasst.

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