Wenn's heiß her geht

Grill anzünden: Top-Tipps für Holzkohlegrills

Fehlt es an Übung mit dem verwendeten Brennmaterial, bleibt die Kohle kalt. eGarden verrät, womit und wie Sie schnell und sicher einen Grill anzünden – damit Sie und Ihre Gäste nicht unnötig auf das Grillgut warten müssen.

Datum:
Glut

Die Kunst des Feuermachens ist nicht nur faszinierend, sie ist auch der Anfang allen Grillens.

Beim Grillen ist es wie im Fußballstadion – eigentlich wollen alle ihren Spaß haben, aber es gibt immer ein paar Besserwisser, die tierisch nerven. Damit Sie nicht schon beim Grillanzünden blöde Kommentare selbst ernannter Grill-Experten erdulden müssen, ist Selbstbewusstsein und Erfahrung gefragt. Wenn Sie Ihren Grill fachmännisch entzünden, haben Sie erst mal Ruhe.
Wichtigste Regel: Gehen Sie sparsam mit Grillanzündern um. Flüssiganzünder kommen zwar für den Profi nicht infrage, sind aber je nach Grill durchaus sinnvoll. Sind keine weißen Grillanzünder-Würfel zur Hand, geht es auch mit zerknüllten Eierkartons oder Zeitungen. Damit Sie keine rote Birne vom Pusten kriegen oder ständig über der Glut wedeln müssen, verwenden Sie lieber einen Anzündkamin: Dank des Zugeffekts zieht das brennende Papier im unteren Teil des Kamins sauerstoffhaltige Luft an, sodass die Flammen die Kohle schnell zum Glühen bringt.

Grill anzünden – mit selbst gemachtem Anzünder

Professionelle Grillanzünder können Sie einfach selber machen: Stopfen Sie Holzspäne in eine leere Klopapierrolle und schütten Sie flüssiges Wachs dazu. Für das Wachs nehmen Sie alte Kerzenstümpfe, die Sie auf dem Herd in einem alten Topf im Wasserbad schmelzen. Ist die Holzspan-Wachs-Rolle fest, entfernen Sie das Papprohr und schneiden den Grillanzünder in einzelne Scheiben.

Auswahl des Brennmaterials

Ob bei Gelegenheitsgrillern oder Profi-BBQ-Meistern – Holzkohle ist das beliebteste Brennmaterial. Laut einer Studie des Grillherstellers Weber besitzen vier von fünf Grillfans in Deutschland einen Holzkohlegrill. Schließlich hat Holzkohle eine sehr gute Brennleistung und ermöglicht höhere Temperaturen als normales Holz.
Schon im Altertum wurde Kohle aus Holz erzeugt, indem das Holz ohne Luftzufuhr stark erhitzt wird. Dabei werden leicht brennbare Stoffe ausgeschieden, sodass am Ende Kohle übrig bleibt, die beim Verbrennen nur selten in Flammen aufgeht. Weil Kohle weitaus gleichmäßigere Temperaturen als Holz entwickelt, hat der Grillmeister sein Grillgut viel besser unter Kontrolle. Grillprofis greifen jedoch eher zu Briketts aus Holzkohle. Die werden aus gemahlener Kohle, zerkleinerten Holzabfällen und Erdölbindemitteln vermengt und zu eierförmigen Pellets gepresst.

Galerie: Top 4: Die besten Holz- und Braunkohle-Briketts

Kohle ist nicht gleich Kohle

Wegen dieses Materialmixes entwickeln Briketts anfänglich allerdings weitaus mehr Rauch als normale Holzkohle. Davon abgesehen, bieten Briketts nur Vorteile: Da sie alle gleich groß sind, lassen sie sich besser im Grill verteilen und geben dann eine konstante Hitze für vergleichsweise lange Zeit ab. Verwenden Sie aber keinesfalls normale Briketts für Wohnheizungen – die bestehen unter anderem aus Stein- oder Braunkohle und sind zum Grillen ungeeignet.
Wer eine Alternative zum normalen Holzkohlenbrikett ausprobieren möchte, sollte lieber zu Kokosbriketts greifen. Die werden aus Schalenabfällen der Kokosnuss und Stärkemehl gepresst und zeichnen sich durch sehr lange Brenndauer sowie hohe Hitze aus.
Die Suche nach guter Grillkohle ist nicht einfach. Zuerst sollten Sie sich entschieden, ob Sie lieber mit Holzkohle oder mit Holzkohlenbriketts grillen möchten. Wenn Sie nur auf die Schnelle ein paar Würstchen grillen, tut’s auch Kohle. Für die ausgedehnte Grillparty greifen Sie aber besser zu Briketts. Probieren Sie einfach ein paar Kohle- und Brikett-Sorten aus; haben Sie Ihren Favoriten gefunden, bleiben Sie dabei.

Galerie: Top 4: Die beste grobe Holzkohle für Ihren Grill

So erkennen Sie gute Grillkohle

Achten Sie bei preiswerter Kohle darauf, dass sie nicht zu grobporig ist. Kohlestücke, die farblich eher wie Holz aussehen, sind von schlechter Qualität. Empfehlenswert ist Kohle mit DINplus-Zeichen auf der Packung, denn sie tut mit Sicherheit das, was sie soll: Ihren Grill zum Glühen bringen.
Achten Sie auch auf möglichst große Kohlestücke. Starten Sie also nicht mit einem halbvollen Sack mit mickrigen Kohlestücken vom Vorjahr in die Saison. Kaufen Sie lieber frische Ware, und achten Sie darauf, dass die Kohle nicht feucht ist. Schon ein wenig Feuchtigkeit sorgt für ein Qualm-Inferno, das Ihre Grillgäste schnell in die Flucht schlagen wird.
Wenn Sie schon ein wenig Übung im Anzünden eines Grills haben, werden Sie Zeitungspapier, Eierkartons und Anzündkamin sicherlich zu schätzen wissen. Alle weiteren Methoden, die Glut zu entfachen, sind mehr oder weniger praktisch, aber nicht zwingend. Und wenn Sie doch irgendwie das klassische Lagerfeuer-Feeling vermissen, können Sie Ihrem Grillgut eine rauchige Geschmacksnote verleihen, in dem Sie sogenannte Smoking Chips auf die Glut legen: Mit Spänen von würzigen, aromatischen Hölzern wie Apfel, Mandel oder Ahorn erhält Ihr Grillgut ein Lagerfeueraroma ohne Stichflammen, Holzhacken und Feuerwehreinsatz.

Grill anzünden: Sicherheitstipps

Mit diesen fünf Tipps sind Sie auf der sicheren Seite:
1. Verwenden Sie niemals Benzin zum Anzünden.
2. Schütten Sie keinen Spiritus ins Feuer oder in die Glut.
3. Pusten oder Wedeln können gefährlichen Funkenflug verursachen.
4. Da beim Grillen Fett im Spiel ist, dürfen Sie den Grill keinesfalls mit Wasser löschen.
5. Löschen Sie Feuer im Notfall mit Sand oder einem Feuerlöscher.

Kommentare

Die Technik der Kommentarfunktion „DISQUS“ wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.