Auf den Punkt

Für perfektes Fleisch: Grillthermometer im Praxis-Test

Ein Steak auf den Punkt zu grillen ist gar nicht so einfach. Hilfe naht: eGarden hat sich für Sie auf die Suche nach empfehlenswerten funkgestützten Grillthermometer begeben.

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Messen der Kerntemperatur

Schon mit einem günstigen Grillthermometer lässt sich Kerntemperatur des Grillguts bestimmen – es geht aber noch komfortabler.

Die akribische Vermessung der Welt macht auch vor dem Grill nicht halt: Thermometer gehören längst zum Repertoire von ernsthaften Grillern. Mit sogenannten Kernthermometern, auch Fleisch- oder Stechthermometer genannt, messen sie die Temperatur im Kern des Fleischs oder Fischs, das auf dem Rost gart. Doch wozu ist das gut? Da selbst der beste Griller keinen Röntgenblick hat, kann er den Gargrad gerade von bei niedrigen Temperaturen gegrillten Stücken, beispielsweise Rippchen, nur schlecht einschätzen. Auch beim Braten, der für viele Stunden indirekt gegrillt werden muss, ist ein Kernthermometer praktisch, damit das gute Stück nicht austrocknet. Und selbst ein auf den Punkt mit Thermometer gegartes Steak ist eine Gaumenfreude. Wenn Sie also den gewünschten Gargrad Ihres Grillguts zuverlässig treffen wollen, sollten Sie sich auf jeden Fall ein entsprechendes Grillthermometer zulegen.

Analoge oder digitale Thermometer

Beim indirekten Grillen ist zudem die Messung der Innenraumtemperatur wichtig. Dafür brauchen Sie in der Regel kein zusätzliches Messgerät, denn die meisten Grillgeräte mit Deckel haben bereits ein Thermometer im Deckel eingebaut. Im Gegensatz zur Kerntemperatur beim Grillgut sind bei der Innenraumtemperatur im Grill Abweichungen von ein paar Grad Celsius nicht tragisch. Hier ist wichtig, dass ein auf 120 Grad temperierter Grill nicht auf 135 Grad steigt. Deshalb reichen Analogthermometer, die meist nicht ganz so akribisch messen wie ihre digitalen Verwandten. Bei einem analogen Thermometer dehnt sich unter Hitzeeinwirkung ein bestimmter Stoff im Gerät aus. In vielen Analogthermometern befinden sich beispielsweise Spiralen aus einem sogenannten Bimetall. Die Spirale zieht sich dann je nach Temperatur zusammen- oder auseinander, und bewegt dabei einen angebrachten Zeiger. Moderner und oft auch genauer sind Digitalthermometer. Sie besitzen einen elektronischen Sensor in der Spitze einer Metallsonde, dessen elektrischer Widerstand sich mit der Temperatur verändert. Ein angeschlossenes Messgerät wertet diese Veränderung aus, rechnet sie in Grad Celsius um und zeigt diesen Wert auf einem Display an.

Galerie: Vier Kernthermometer im Praxis-Test

Alarmsignal per Funk

Digitalthermometer sind für das Messen der Kerntemperatur von Fleisch praktisch. Noch bequemer wird es, wenn die gemessene Temperatur auf eine per Funk verbundene Fernbedienung übertragen wird. Dann müssen Sie nicht immer am Grill verweilen, sondern können in der Küche weitere Vorbereitungen treffen. Mittlerweile gibt es auf dem Markt eine beachtliche Zahl an Funkthermometern für Grill und Backofen, mit denen sich die Kerntemperatur von Fleisch und Fisch messen lässt. Für unseren Test haben wir vier Funkthermometer unter die Lupe genommen, um herauszufinden, welche Geräte taugen und welche nicht.

Die Spanne reicht von gebrechlich bis robust

Die Empfänger aller vier Testthermometer sind aus Kunststoff, zeigen aber deutliche Unterschiede: Das Gerät von Santos erscheint sehr wertig, während das Gerät von Maverick nicht besonders robust daherkommt. Die Displays sind unterschiedlich groß und geben auch unterschiedlich viele Informationen über das Grillgut. In der Regel lassen sich die Empfänger an den Gürtel schnallen, das Thermometer von Napoleon können Sie dank Magnet auch an Metall heften, und das Maverick-Gerät lässt sich per Öse aufhängen. Der Sender, der mit der Messsonde per Draht verbunden ist, ist ebenfalls aus Kunststoff und bietet neben einem Power-Schalter eigentlich keine Besonderheiten. Hier punktet aber wieder Maverick: Der Sender besitzt ein eigenes kleines Display, das die Temperatur des Grillguts anzeigt. Das ist praktisch, falls Sie in der Hektik den Empfänger in der Küche vergessen haben sollten. Eine weitere Besonderheit des Maverick-Funkthermometers sind seine zwei Sonden. Sie können die zweite Sonde entweder in ein weiteres Grillgut stecken oder als Innenraum-Thermometer für den Grill einsetzen. Neben dem Maverick kann in unserem Testfeld nur das Thermometer von Weber für die Innenraummessung verwendet werden, da beide Hitze bis zu 380 Grad vertragen.

Galerie: Günstige Kernthermometer für den nächsten Grillabend

Voreingestellte Tierwelt

Üblich bei solchen Digitalthermometern ist, dass man mithilfe voreingestellter Programme die gewünschte Kerntemperatur je nach Grillgut auswählen kann. Die Spanne reicht von fünf Programmen beim Napoleon bis zu 15 beim Maverick, der auch BBQ-Exoten wie Rentier oder Wildschwein in petto hat. Innerhalb eines Programms können Sie bis zu fünf unterschiedliche Gargrade auswählen, wie bei Rindfleisch, das sich von „blutig“ bis „durch“ grillen lässt. Lediglich bei Fleischsorten wie Geflügel gibt es diese Abstufung nicht, da es ohne Ausnahme durchgegart werden sollte. Sie haben dann aber die Möglichkeit, die voreingestellte Kerntemperatur vorübergehend zu ändern. Das ist gerade dann praktisch, wenn Sie mit den vorgegebenen Werten nicht zufrieden sind oder die Kerntemperatur nach einem Rezept selber festlegen möchten. Bei manchen Digitalthermometern lässt sich die Zieltemperatur nur über die Programme auswählen; individuelle Einstellungen sind dann nicht möglich. Die hier getesteten Geräte besitzen aber alle diese nützliche Änderungsfunktion, was bei anderen Funkthermometern dieser Art leider nicht selbstverständlich ist.

Essen ist fertig!

Ist die gewünschte Garzeit erreicht, geben die Empfangsgeräte in der Regel mit einem Piepssignal Laut; beim Thermometer von Santos lässt sogar eine Frauenstimme wissen: „Es ist fertig!“ Ob die Sprechstimme praktisch oder auf Dauer eher nervig ist, muss jeder selber entscheiden. Löblich sind definitiv die zusätzlichen Vorankündigungs-Signale, die die Geräte von Maverick und Santos von sich geben: Schon ein paar Grad Celsius vor Erreichen der Zieltemperatur können Sie das Grillgut vom Rost nehmen, damit es nachgaren kann, ohne die angestrebte Temperatur zu übersteigen. Bis auf das Maverick-Thermometer besitzt jedes Gerät auch einen Timer. Zwar können Sie dafür auch eine gewöhnliche Eieruhr nehmen, aber schaden kann ein zusätzliches Extra beim Grillen ja nicht. Mit einem guten Multifunktions-Thermometer sind Sie also für die nächste Niedrigtemperatur-BBQ-Session bestens gerüstet.

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