Gesetzeslage

Grillen auf dem Balkon: Was ist erlaubt und was nicht?

Es ist Grill-Hochsaison und die Deutschen frönen gerne ihrer liebsten Leidenschaft. Auch Nicht-Gartenbesitzer möchten grillen und fachen die Glut auf Balkonien an. Nur: Wie oft und unter welchen Bedingungen ist Grillen auf dem Balkon erlaubt?

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Grillen auf dem Balkon

Beim Grillen auf dem Balkon gilt es, bestimmte Regeln zu beachten.

Grillen ist eine der liebsten Freizeitbeschäftigungen der Deutschen. Sobald die Temperaturen im Mai klettern, duftet es wieder aus vielen Gärten: Grillsaison! Ein Barbecue mit Freunden ist nicht einfach ein gemeinsames Essen. Da aber das Wetter nicht immer Bestand hat, ziehen viele mit ihrem Equipment nicht los in den Park, sondern bleiben im eigenen Garten oder grillen auf dem Balkon.
grillen auf dem balkon

Was gilt es zu beachten?

Gibt es genaue Vorschriften?

Wichtig: Ein grundsätzliches Recht auf Grillen gibt es nicht. Allerdings sind im Miet- und Wohnungsrecht auch keine konkreten Verbote festgelegt. Aber es gibt unzählige Gerichtsentscheide, an denen sich Balkon- und Gartenbesitzer orientieren können. Danach ist das Grillen im Garten und auch auf dem Balkon erlaubt. Allerdings gibt es Ausnahmen und Grenzen.
Das Landgericht Bonn hat ein Urteil gesprochen, wonach von April bis September einmal im Monat gegrillt werden darf. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Griller die Mitbewohner im Haus zwei Tage im Voraus darüber informiert. Aber auch hierbei gilt selbstverständlich, dass das Grillen niemanden beeinträchtigen darf. Es gibt auch aus Aachen und Oldenburg Landgericht-Entscheide zu diesem Thema, die sich inhaltlich ähneln, aber in der Häufigkeit der Grillerlaubnis variieren. Das Oberlandesgericht Oldenburg erlaubte in einem Streitfall das Grillen im Garten beispielsweise nur viermal im Jahr.
grillen auf dem Balkon

Bei Holzkohlegrills kommt es zu vermehrter Rauchentwicklung.

Zu welchen Zeiten und wie oft?

Auch zeitliche Vorgaben sind im Detail Einzelfallentscheidungen. Die Gerichte nennen ganz unterschiedliche Zahlen: von 25 Mal jährlich bis maximal 21 Uhr über zweimal monatlich zwischen 17 und 22:30 Uhr bis zu allabendlich bis 22 Uhr, aber viermal im Jahr sogar bis 24 Uhr.
Laut Mieterbund ist der Lärm bei Grillfesten jedoch oftmals viel störender als die Gerüche und der Qualm durch das Grillen selbst. Hilfreich ist sicherlich immer, den Nachbarn einen Grillabend im Vorfeld anzukündigen, vor allem die Nachtruhe ab 22 Uhr zu beachten und die Lautstärke entsprechend anzupassen.

Grillverbot in Mietverträgen

Steht im Mietvertrag explizit geschrieben, dass Sie nicht grillen dürfen, ist diese Regelung wirksam und rechtens. Wer sich daran nicht hält, kann schnell seine Kündigung riskieren. Dies kann passieren, wenn trotz einer Abmahnung munter weitergegrillt wird und der Verstoß sich wiederholt. Ein nachträgliches Hinzufügen dieses Verbots in einen bereits geschlossenen Mietvertrag ist allerdings nicht zulässig.

Rücksichtnahme hilft

Einer der störendsten Faktoren beim Grillen ist die Rauchentwicklung. Gerade auf dem Balkon ist der Weg vom Grill zum benachbarten Fenster nicht weit und bei großer Rauchentwicklung nicht zumutbar. Doch nicht nur der Qualm, sondern auch die Brandgefahr verunsichert viele Nachbarn.
Das oberste Gebot beim Grillen ist die Rücksichtnahme auf andere. Sobald das Barbecue die Nachbarn beeinträchtigt, die beispielsweise Rauch einatmen müssen, sollten Sie das Vergnügen stoppen.
balkongrill

Ein praktischer Gasgrill mit Balkonhalterung zur sicheren Befestigung.

Am besten ist es, Sie grillen auf dem Balkon ausschließlich mit Elektro- oder Gasgrill. Die Rauchentwicklung und Brandgefahr lassen sich so minimieren. Auch das Verwenden von Aluschalen sorgt für weniger Rauchentwicklung. Es gibt sogar extra Balkon-Grills, die sich mit speziellen Halterungen am Balkongeländer befestigen lassen.
Diese Regeln gelten im Übrigen auch, wenn Sie einen eigenen Garten haben. Zieht der Qualm ins Schlafzimmerfenster der Nachbarn, ist dies nicht zumutbar.
Am einfachsten ist natürlich immer der direkte Weg, im Vorfeld miteinander zu sprechen. Viele Nachbarn stört es ganz und gar nicht, andere wiederum sind empfindlicher. Ein offenes Gespräch ist hilfreicher als das Pochen auf sein Recht.

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