Sicherheitstipps rund um Fenster und Türen

Einbruchschutz: Haus und Garten richtig absichern

Deutschlandweit werden täglich über 400 Einbrüche gemeldet. Entsprechend hoch ist die Nachfrage nach guten Maßnahmen zur Sicherung von Haus und Garten. Hier finden Sie Tipps zum Einbruchschutz.

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Einbrecher hebelt Fenster auf

Angekipppte Fenster sind für Einbrecher quasi eine Einladung ins Haus.

Laut polizeilicher Einbruchstatistik wurden 2016 über 151.000 Haus- und Wohnungseinbrüche gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Rückgang von über zehn Prozent – vor zehn Jahren lag die Einbruchquote jedoch noch deutlich niedriger, rund 106.000 Fälle wurden gemeldet. Die Aufklärungsquote ist dabei gleichbleibend niedrig: Gerade einmal 20 % aller Einbrüche werden aufgeklärt. Umso wichtiger ist ein guter Einbruchschutz, denn Statistiken zeigen, dass Einbrecher von Ihrem Vorhaben abkommen, sobald sie länger als fünf Minuten benötigen, um sich Zugang zu verschaffen. Während 2003 noch etwa 30 Prozent der Einbrüche an einer guten Einbruchsicherung scheiterten, waren es 2016 bereits 44 Prozent.
Übrigens: Auswertungen zeigen ebenfalls, dass sich etwa 75 Prozent der Einbruchsopfer nach einem Zwischenfall unsicher in ihrem eigenen Haus fühlen, zehn Prozent ziehen danach sogar weg.

Einbruchgefahr: So gehen Einbrecher vor

Viele glauben, dass Einbrecher vor allem spät abends oder nachts versuchen in das Haus oder die Wohnung einzusteigen. Das ist jedoch nicht ganz richtig: Die Einbruchstatistik zeigt, dass bevorzugt zwischen 6 und 21 Uhr eingebrochen wird – insgesamt 42 Prozent aller Einstiege finden am Tag statt. Viele Einbrecher beobachten im Vorwege ihr Ziel und damit auch die Gewohnheiten der Bewohner. Durch klingeln oder Anrufe wird außerdem überprüft, ob jemand zu Hause ist. Über sogenannte Gaunerzinken verständigen sich organisierte Einbrecherbanden – das sind Symbole an Häusern oder Straßenlaternen – ob und wo sich ein Einbruch lohnt. In der dunklen Jahreszeit zwischen Oktober und März wird im Durchschnitt häufiger eingebrochen als im Sommer. Auch die Vermutung, dass vor allem Villen und Häuser die „nach etwas aussehen“ Ziel der Einbrecher sind, stimmen nur zum Teil: Täter wissen im Vorwege schließlich nicht, was sie im Inneren erwartet und viele der Einbrecher haben es auf Elektrogeräte, Schmuck und Bargeld abgesehen – alles Dinge, die man in nahezu jedem Haushalt findet. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob das Objekt gut einsehbar direkt an der Straße oder eher versteckt hinter Bäumen und Hecken liegt. Ein Einbruch dauert oft nur wenige Sekunden.

Bei der Suche nach einer Einstiegmöglichkeit suchen Einbrecher nach folgenden Punkten:

  • ebenerdige und ungesicherte Fenster und Türen
  • Kellertüren und -fenster sowie Lichtschächte
  • Fenster im höheren Stockwerken, die z. B. über Bäume und Nebengebäude gut zu erreichen sind
  • Wohnungstüren der obersten Etagenwohnung in Mehrfamilienhäusern

Einbruchsicherung für Fenster & Co.: Tipps rund ums Haus

Vorsorge ist die beste Einbruchsicherung: Statistiken zeigen, dass vor allem sichtbare Alarm- und Sicherheitsanlagen abschrecken. Außerdem sind die wenigsten Diebe Profis – sie wollen ohne große Aufwände schnell ans Ziel kommen. Je mehr Sie in Sachen Einbruchschutz tun, desto wahrscheinlich ist, dass die Einbrecher aufgeben oder gar nicht erst in Versuchung kommen. Besondere Schwachstellen am Haus sind Türen und Fenster – hier sollte besonderes Augenmerk auf die Einbruchsicherung gelegt werden. Beherzigen Sie folgende Tipps in und am Haus:
  • Einbruchschutz für Fenster: Schließen Sie alle Fenster, auch wenn Sie nur kurz das Haus verlassen. Eine zusätzliche Einbruchsicherung am Fenster kann eine Einbruchschutzfolie darstellen. Die Folie kann nachträglich aufgebraucht werden und verhindert, dass das Fensterglas einfach zerstört werden kann. Fenster mit einem Pilzkopfbeschlag sind außerdem schwerer aufzuhebeln.
    Tipp: Bringen Sie vor Fenstern einbruchhemmende Rollläden an. Das Besondere ist hier, dass ein Getriebemotor die manuelle Bewegung nach oben blockiert – die Rollläden also nicht einfach nach oben geschoben werden können.
  • Einbruchschutz für Türen: Schließen Sie Türen richtig ab. Es reicht nicht, die Tür einfach ins Schloss fallen zu lassen, nur eine zusätzliche Schlüsselumdrehung sorgt für Schutz. Außerdem gibt es spezielle Türen mit zusätzlicher Einbruchsicherung. Elementare Teile sind das Schloss selbst, der Schließzylinder und der Beschlag, also die "Verpackung" des Schlosses. Zusatzschlösser mit Sperrbügel und Querriegelschlösser sind ebenfalls sinnvoll. Bei Terrassentüren, die ebenfalls häufig aus Glas sind, kann das Aufbringen einer Einbruchschutzfolie helfen.
  • Vergessen Sie Dachboden- und Kellerzugänge nicht. Für Türen und Fenster am Dachboden und dem Keller gelten die gleichen Sicherheitsmaßnahmen, wie für alle anderen Fenster und Türen am Haus. Kellerfenster und Lichtschächte können zusätzlich mit einer Vergitterung oder Glasbausteinen abgesichert werden.
  • Installieren Sie eine Alarmanlage. Es gibt verschiedene Varianten von Sicherheitsanlagen. Günstig sind Sets mit Schließsensoren, die Sie bei einem Einbruch auf dem Handy alarmieren. Ein lauter Alarm verscheucht in vielen Fällen den Einbrecher. Ein stummer Alarm wird direkt an einen angebundenen Sicherheitsdienst weitergeleitet, der die Verfolgung der Täter übernimmt. Mittlerweile gibt es auch komplexe Sicherheitsanlagen, die über eine App auch aus der Ferne steuerbar sind und über die nicht nur die Einbruchsicherung möglich ist, sondern zum Beispiel auch die Überwachung von eventueller Gas- und Rauchentwicklung.
  • Sorgen Sie für eine ausreichende Beleuchtung am Haus. Da Diebe nicht gesehen werden wollen, schreckt Licht ab. Ein Bewegungsmelder und/oder Licht am Haus, das sich von innen anschalten lässt, ist ideal. Über eine Zeitschaltuhr kann man das Einschalten von der Außenbeleuchtung außerdem bequem steuern.
Tipp zur Finanzierung der Maßnahmen zum Einbruchschutz: Über die KfW können Sie einen Zuschuss für Umbaumaßnahmen beantragen.

7 Tipps zum Einbruchschutz im Garten

Grundstücksbesitzer können neben den Maßnahmen zur Einbruchsicherung an Fenstern und Türen auch im Garten Vorkehrungen treffen.
  1. Vermeiden Sie es, einen Haustürschlüssel im Gartenhaus oder unter einem Stein direkt neben der Haustür zu verstecken.
  2. Räumen Sie Leitern und andere Gegenstände weg, die das Eindringen in den ersten Stock des Hauses vereinfachen. Mülltonnen können ggf. zusätzlich gesichert werden.
  3. Sorgen Sie für zusätzliche Beleuchtung auf dem Grundstück, zum Beispiel an Hecken.
  4. Schließen Sie Gartentüren immer ab. Wenn Sie eine Garage haben, die mit dem Haus verbunden ist, sollten Sie das Garagentor zusätzlich absichern.
  5. Achten Sie auf eine nicht zu dichte und unübersichtliche Bepflanzung, insbesondere direkt am Haus.
  6. Lassen Sie keine Werkzeuge oder Steine im Garten liegen, die dem Einbrecher als Werkzeug dienen können.
  7. Schalten Sie Steckdosen im Außenbereich immer ab, wenn Sie diese nicht brauchen.
Tipp: In vielen Bundesländern und Landkreisen betreibt die zuständige Polizei das sogenannte Einbruchsradar. Hier können Sie prüfen, ob in Ihrer Gegend aktuell verstärkt Einbrüche gemeldet werden. Ziel ist es, die Aufmerksamkeit der Anwohner betroffener Gebiete zu erhöhen.

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