Das große Krabbeln

Ameisen bekämpfen: Wenn die Nützlinge zur Last werden

Ameisen sind recht nützliche Gartenhelfer. Sie beseitigen Ungeziefer und düngen ganz nebenbei auch noch den Boden. Was aber, wenn die Krabbler lästig werden, sich etwa direkt am Haus eingenistet haben? eGarden zeigt, wie Sie Ameisen bekämpfen.

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Ameisen

Ameisen sind fleißige Tierchen und Teamarbeiter. Außerdem sind sie Ungeziefervertilger.

In der Regel wird kein Gärtner ins Horn blasen und die Ameisen bekämpfen, die den Garten von vielen Schädlingen, etwa Blattkäferlarven oder Falterraupen, befreien. Die fleißigen Insekten haben eigentlich nur eine schlechte Angewohnheit: Sie lieben den süßen Honigtau, den Blattläuse ausscheiden, so sehr, dass sie die Läuse sogar vor Fressfeinden beschützen. Diese Symbiose beschert Ihnen neben den Ameisen natürlich auch eine große Anzahl an Blattläusen, die Sie im Garten gar nicht gerne sehen. Richtig lästig werden die Ameisen aber erst, wenn sie an prominenten Stellen, etwa an Haus- und Terrassen-Eingängen, auftreten. Wie Sie die Ameisen dann vertreiben, erklärt eGarden im Folgenden.

Artenschutz beachten

Wie viele andere Insekten stehen auch einige Ameisenarten unter Artenschutz. Das heißt, sie dürfen nicht getötet oder umgesiedelt werden. Bevor Sie in Ihrem Garten also zum Nahkampf ansetzen, sollten Sie sich schlau machen, um welche Art es sich handelt. Gegebenenfalls holen Sie sich das OK beim zuständigen Amt. Auf jeden Fall sollten Sie vorher nochmals genau abwägen, ob die Entfernung wirklich notwendig ist oder ob Sie mit der Situation nicht doch leben können.
Ameiseneier

Die Ameiseneier werden von den Arbeiter-Ameisen beschützt und mit Nahrung versorgt.

Die Königin ist die Haupt-Ameise

Ob ein Hausmittel aus Omas Trickkiste oder eine professionelle Methode, egal, welches Mittel Sie benutzen wollen, um die Ameisen zu vertreiben – die Königin ist die Chef-Ameise, die es zu entfernen gilt. Sie und die Eier werden durch die unzähligen Arbeiter-Ameisen beschützt und ernährt. Solange Sie nur die Arbeiter-Ameisen bekämpfen, haben Sie nichts gewonnen. Die werden im Handumdrehen nachproduziert und sind spätestens im folgenden Jahr wieder vollzählig. Um die Königin wirkungsvoll zu bekämpfen, müssen Sie das Nest genau lokalisieren.

Umsiedeln, Hausmittel oder Chemie-Keule

Umsiedeln: Bevor Sie zu irgendwelchen Mitteln greifen, können Sie versuchen, die Ameisen umzusiedeln. Wenn das Nest knapp unter der Grasnabe sitzt, stechen Sie den Bereich einfach mit einem Spaten aus und verfrachten den gesamten Bau an eine Stelle, an dem die Ameisen nicht stören.
Sollten sich die Insekten stattdessen zum Beispiel unter den Terrassenplatten eingenistet haben, gehen Sie folgendermaßen vor: Nehmen Sie einen ausreichend großen Blumentopf und füllen ihn mit etwas feuchter Holzwolle. Stellen Sie den Topf umgedreht auf das Nest. Nach einigen Tagen beginnen die Ameisen samt Brut mit dem Umzug in den Blumentopf. Wenn der Umzug abgeschlossen ist, schieben Sie den Topf auf einen Spaten und tragen ihn an die gewünschte Stelle.
Hausmittel: Tipps zur Bekämpfung von Ameisen aus Omas Trickkiste gibt es zuhauf. Einige davon funktionieren sogar recht gut, andere haben keine Wirkung.
Immer wieder als Wundermittel gegen Ameisen genannt wird Backpulver. Das stimmt nur zum Teil. Damit Backpulver wirkt, muss es Natriumhydrogencarbonat (Natron) beinhalten. Oft wird es durch Kaliumhydrogencarbonat ersetzt, das macht das Backpulver wirkungslos. Die Ameisen fressen das Backpulver und verenden, weil es den pH-Wert im Körper verändert – allerdings oft schon, bevor sie es im Nest verfüttern können. Das Gerücht, dass die Krabbler durch das Backpulver regelrecht explodieren, stimmt nicht. Backpulver hilft also nur für eine kurze Zeit. Backhefe hingegen schadet den Ameisen genauso wenig wie Salz oder Öl. Reines Natron vermischt mit Puderzucker hat die gleiche Wirkung wie Backpulver mit Natriumhydrogencarbonat. Die Ameisen tragen das Gemisch an den Füßen klebend bis in den Bau. Auch unverträglich für Ameisen: Hirschhornsalz gemischt mit Zucker. Der Zucker dient dabei als Köder.
Fliegende Ameisen

Von Ende Mai bis Mitte August wachsen den Ameisen Flügel. Wie Sie fliegende Ameisen loswerden, erfahren Sie hier.

Methoden zur Vertreibung von Ameisen sind auch so einige im Umlauf. Ameisen haben einen empfindlichen Geruchssinn und können einige Düfte gar nicht riechen. Dazu gehören zum Beispiel Zimt, Zitronenschalen und Essig. Auch ätherische Kräuter, etwa Wacholderblätter, Zitronenkraut, Kerbel oder Lavendelblüten mögen die Ameisen nicht. Mit Geduld und Ausdauer vertreiben Sie die Insekten vielleicht auf Dauer.
Ein Gemisch aus Teebaumöl und Wasser soll die Ameisen von damit behandelten Stellen fernhalten. Der gleiche Effekt tritt ein, wenn Sie Zimt auf die Ameisenstraße streuen. Auch ein dicker Kreidestrich hält die Insekten für kurze Zeit auf.
Chemie-Mittel: Im Handel, etwa im Baumarkt, im Garten-Center oder im Internet, zum Beispiel bei Amazon, gibt es etliche Mittel zur Ameisen-Bekämpfung. Es gibt Köderdosen, Streumittel, Puder und Präparate zum Gießen. Eines haben alle Substanzen gemeinsam: Sie enthalten chemische Gifte, die meistens durch die Arbeiter-Ameisen aufgenommen und zum Verfüttern in die Nester transportiert werden. Diese Mittel sind meist sehr wirksam und töten die Ameisen. Um Menschen, Umwelt oder andere Tiere nicht zu gefährden, lesen Sie vor der Benutzung solcher Mittel auf alle Fälle immer die Benutzungshinweise auf der Verpackung. Und wenn nichts mehr hilft, greifen Sie zum Telefon und engagieren einen professionellen Schädlingsbekämpfer.

Ameisenmittel

Torsten Stender

von

Komplizierte Ratgeber und Anleitungen sind dem gebürtigen Kieler ein Dorn im Auge. „Verständliche Texte mit Nutzwert sind ja kein Hexenwerk.“

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