Vorsicht bei Pflanzenschutzmitteln

Unkraut auf Gehwegen: Herbizide verboten!

Unkraut zwischen Gehwegplatten ist unschön. Man sollte aber aufpassen wie man es entfernt, denn wer seine Gartenwege und Garagenzufahrten mit Herbiziden behandelt, muss mit einem satten Bußgeld rechnen.

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Unkraut Herbizid Gehweg

Auf Gehwegen haben Herbizide nichts zu suchen. Das Unkraut entfernt man lieber mit Hausmitteln.

„Pflanzenschutzmittel dürfen nicht auf befestigten Freilandflächen und nicht auf sonstigen Freilandflächen, die weder landwirtschaftlich noch forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden, angewendet werden.“ Das besagt das Pflanzenschutzgesetz, § 12 Abs. 2. Zu den besagten Freilandflächen gehören unter anderem Kies- und Plattenwege, Gehwege, Bürgersteige, Radwege, Höfflächen sowie Garagen- und Grundstückszufahrten, auch jene, die sich auf privatem Grundstück befinden. Wer gegen das Verbot verstößt und ein Pflanzenschutzmittel ohne Ausnahmegenehmigung auf seinen Gartenwegen verwendet, den erwartet ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro.

Herbizide auf Pflasterflächen nicht zulässig

Normalerweise sickern Pflanzenschutzmittel in den Boden, werden dort gebunden und von Bodenlebewesen abgebaut. Auf gepflasterten Wegen funktioniert das nicht. Hier spült das Regenwasser die Herbizide in die Kanalisation wo sie dann in den Wasserkreislauf und im schlimmsten Fall ins Trinkwasser gelangen. Die Anwendung von Herbiziden auf befestigten Wegen und Flächen ist daher verboten. Selbiges gilt für Mittel wie Grünbelagsentferner, Wege- und Steinreiniger, die der Unkrautvernichtung indirekt dienen, auch wenn auf der Verpackung oder in der Gebrauchsanleitung Anwendungsgebiete wie „Wege und Plätze“ genannt sind.

Anwendung von Herbiziden nur in Ausnahmefällen

Nur in bestimmten Ausnahmefällen kann man bei der zuständigen Behörde, dem Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei, einen Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung stellen. Für die muss man jedoch beweisen, dass die Anwendung des Pflanzenschutzmittels vordringlich sei, die Entfernung auf eine andere Art mit zumutbarem Aufwand nicht möglich ist oder dass sie öffentlichen Interessen wie dem Schutz der Gesundheit von Tier, Mensch oder des Naturhaushaltes nicht entgegensteht. Es ist daher eher unwahrscheinlich, dass man als Privatperson eine Ausnahmegenehmigung erhält. Zwischen Pflastersteinen, Bodenplatten und Kies entfernt man das Unkraut also am besten manuell, mit Unkrautstechern und Fugenreinigern, mit chemiefreien Hausmitteln oder Hochdruckreiniger oder Elektro-Schrubber.

Galerie: Test Grünbelag entfernen: MultiBrush vs. Kärcher & Co.

Fugenreiniger

Sabine Stanek

von

Mein grüner Daumen ist nicht angeboren, doch zum Glück gibt es smarte Pflanzen-Gadgets! Über die berichte ich auf eGarden – für alle, denen es so geht wie mir.