Vorsicht mit Streugut

Streuen im Garten: So machen Sie es richtig

Der Winter ist in vollem Gange und damit sich der Gehweg nicht in eine Piste verwandelt, greifen viele Hausbesitzer auf Streumaterialien zurück. Worauf Sie dabei achten sollten und was gestreut werden darf, erfahren Sie hier.

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Streuen im Winter

So schön ein verschneiter Garten ist: Die Wege sollten gestreut werden.

Es gibt viele unterschiedliche Arten von Streumaterialien. Von Salz über Granulat bis hin zu Sand kann man auf die unterschiedlichsten Hilfsmittel zurückgreifen. Doch nicht jedes Streugut ist gesund für Ihren Garten. Manche Materialien halten zwar Schnee und Frost in Schach, können aber teils verheerende Schäden in Ihrem Garten verursachen. Für Gartenbesitzer gilt also: Augen auf beim Streugutkauf. eGarden hat sich die häufigsten Streumaterialien angeschaut und sagt Ihnen, was Sie beim Streuen im Garten beachten sollten.

Finger weg von Salz

Zuallererst sei diese Warnung ausgesprochen: Nutzen Sie auf keinen Fall Streusalz für Ihren Garten! So schnell Salz gegen Frost und vereiste Gehwege hilft, so schädlich ist es für die Umwelt. In gelöster Form ist Salz ätzend und kann Pflanzen und Bäume nachhaltig schädigen. Schauen Sie sich Bäume am Rande von Straßen und Autobahnen an. Oftmals fehlt schon die schützende Rinde oder die Pflanzen haben weiße Ablagerungen an der Wurzel. Dies kommt von zu häufigem Streuen mit Salz. Noch schlimmer ist, dass Salz mit Regenwasser oder geschmolzenem Schnee in den Boden sickert und ihn so regelrecht verseucht. Mineralien und Kleinstlebewesen werden durch das aggressive Gemisch abgetötet.
Streuen im Winter

Mit Salz darf in vielen Gemeinden nur die Stadtwerke streuen.

Mineralien und Lebewesen, auf die Ihr Boden nicht verzichten kann. Der Winter ist für die Natur schon anstrengend genug und Asseln, Regenwürmer und Co. sind die natürliche Polizei des Gartens. Sie werden dringend benötigt, um den Boden im Gleichgewicht zu halten. Zudem sickert das Salz ins Grundwasser und schädigt damit nicht zuletzt dem Menschen selbst. Sind Sie Haustierbesitzer, sollten Sie erst recht auf Streusalz verzichten. Das ätzende Material verletzt die empfindlichen Pfoten Ihrer geliebten Vierbeiner. Nicht umsonst ist der private Einsatz von Streusalz in vielen Gemeinden in Deutschland verboten.

Vor- und Nachteile von Splitt und Sand

Zum Streuen im Garten sind Splitt oder Sand wesentlich besser geeignet, denn sie schädigen den Boden und Ihre Pflanzen nicht. Dabei hat jedes Material seine Vor- und Nachteile. In der richtigen Menge aufgetragen, sorgt Rollsplitt für einen griffigen Untergrund und Sie können ohne Rutschgefahr Ihren Garten betreten. Der Nachteil: Im Frühjahr muss Rollsplitt mühsam zusammengefegt werden. Egal, ob Sie den Rollsplitt für das nächste Jahr aufbewahren möchten oder entsorgen, die Arbeit bleibt. Zu viel Splitt verträgt sich nicht mit Erde und sollte nicht im Beet landen. Bei Amazon gibt es Streuplitt schon ab 9,95 Euro.
Das ist der Vorteil von Sand. Normaler Sand kann im Frühjahr einfach in die angrenzenden Beete oder Grünflächen gefegt werden. Denn Sand ist ein natürlicher Treibstoff für Ihren Boden. Er reichert die Erde mit Mineralien an und lockert sie auf. Besonders gut ist es, wenn Sie beim Umgraben der Beete den Sand einfach unterheben. Regenwürmer, Käfer und andere Insekten wird es freuen. Der Nachteil von Sand liegt auf der Hand oder besser gesagt auf dem Gehweg. Damit Sand eine wirklich rutschfeste Alternative ist, muss er großzügig verteilt werden. Durch die kleine Körnung sind seine Fähigkeiten begrenzt. Allerdings kosten 25 Kilogramm bei Amazon auch nur 11,99 Euro.

Streuen im Winter

Bietet sich an Ihren Bäumen solch ein Anblick, fehlt meist Kalk.

Was Sie sonst noch streuen können

Ist der Winter geschafft und der Frühling lockt, kann eine Kalk-Kur Wunder bewirken. Durch die lange Kälte fehlt es vielen Böden an Kraft und sie benötigen wichtige Nährstoffe. Kalk kann bei diesem Problem Abhilfe schaffen. Er wirkt einer Übersäuerung entgegen und fördert den Abbau von toten Materialien wie Blätter, abgestorbene Pflanzen und Insekten. Doch Vorsicht, wie bei allem im Leben gilt auch hier: Nicht zu viel des Guten. Eine Überdüngung mit Kalk fördert den Humusabbau und kann Ihren Boden so langfristig auslaugen. Es kommt also auf das richtige Augenmaß an. Bei einem gesunden Boden reichen 80 bis 90 Gramm pro Quadratmeter alle drei Jahre. Sie sehen, Sie müssen sich also kein Bein ausreißen.
Übrigens gibt Ihr Garten Ihnen sehr genau zu verstehen, ob er Kalk benötigt oder nicht. Nehmen Mooswuchs und Unkraut zu, können Sie davon ausgehen, dass es dem Boden an Kalk mangelt. Denn Unkräuter fühlen sich bei saurem Boden besonders wohl. Wollen Sie auf Nummer sicher gehen, schauen Sie sich Ihre Sträucher und Blumen an. Junge Blätter mit gelben Rändern oder braunen Flecken sind ein untrügliches Zeichen, dass Ihr Boden übersäuert ist. Dann sollten Sie zu Kalk greifen, der dann auch großzügiger verteilt werden darf. Bis zu 500 Gramm pro Quadratmeter können dann verteilt werden. Doch haben Sie Geduld. Das alles geschieht nicht von heute auf morgen. Gut Ding will eben Weile haben.

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