Die besten Tipps und Tricks

Maulwurf vertreiben: So werden Sie den kleinen Wühler los!

Ob Villengrundstück oder Kleingarten, dem Maulwurf ist es egal. Er gräbt und gräbt. Mit dem Erdaushub, den typischen Maulwurfshügeln, ärgert er allerdings oft den Gartenbesitzer. Den Maulwurf vertreiben – wir verraten Ihnen die besten Tricks.

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Maulwurf

Maulwürfe sind niedlich anzuschauen, sorgen aber für hässliche Erdhügel auf der schönen Rasenfläche. Einen Maulwurf zu vertreiben, ist aber gar nicht so leicht.

Es gibt diverse Schädlinge, die sich in einem gepflegten Garten wohl fühlen. So auch einige Säugetiere, wie Maulwürfe und Wühlmäuse. Ein Maulwurf im Garten ist an sich ein gutes Zeichen – und spricht für die Qualität der Erde! Maulwürfe wühlen gerne dort, wo es hochwertigen Mutterboden gibt. Außerdem ist jeder Maulwurf ein nützlicher Schädlingsbekämpfer, denn er frisst unter anderem die Bodenlarven von Wiesenschnake und Dickmaulrüssler. Die Pflanzen im Garten tastet er hingegen nicht an! Wenn da nur diese unschönen Erdhügel nicht wären. Bis zu 20 Stück kann ein fleißiges Tier am Tag aufhäufen. Wer das nicht hinnehmen will, muss den Maulwurf vertreiben.

Maulwürfe vertreiben – mit legalen Mitteln

Das Fangen und Töten von Maulwürfen ist in Deutschland verboten. Das Tier steht unter Artenschutz. Vor Kurzem wurde ein Gartenbesitzer in NRW zu 1.500 Euro Strafe verurteilt, weil er ein einziges Tier erschlagen hatte. Das Gesetz erlaubt nur das Vertreiben, das ist aber gar nicht so einfach.

Einen Versuch wert: Verscheuchen mit Geräuschen

Der Maulwurf hat ein empfindliches Gehör und sollte sich deshalb von störenden Geräuschen in die Flucht schlagen lassen. Folgende Methoden helfen der Erfahrung nach aber nur in einigen Fällen – ob sich die Tiere an die laute Umwelt gewöhnt haben?
„Maulwurf-Schreck“: So werden kleine Ultraschallgeräte bezeichnet, die in bestimmten Intervallen hohe Töne aussenden – bestenfalls sind die für den Menschen nicht wahrnehmbar. Von einigen Modellen hört man trotzdem ein regelmäßiges Summen oder Fiepen. Die Reichweite der Geräte ist begrenzt (etwa 12x12 Meter). Sie müssen daher mehrere der rund 30 cm hohen Spieße kaufen und auf einer Linie anordnen, die Sie dann täglich etwas weiter in Richtung des Gartenrands versetzen. Praktisch: Neuere Versionen der kabellosen Geräte laden per Solarenergie auf.
Ein (fast) kostenloser Trick für Bastler funktioniert per Flasche oder mit einer schmalen Dose. Dabei entfernen Sie den Gefäßboden und stecken jeweils eine Flasche oder Dose in jedes Gangloch. Streicht nun der Wind darüber, entstehen Geräusche, die sich im Gangsystem des Maulwurfs ausbreiten. Voraussetzung, damit diese Methode funktioniert: Wind – sowie Nachbarn, die diesen hörbaren Einsatz mittragen. Eine Erfolgsgarantie gibt es ähnlich wie beim Maulwurf-Schreck nicht.
Maulwurfshügel

Bis zu 20 Hügel häuft ein einzelner, fleißiger Maulwurf an nur einem Tag auf.

Alternative: Vertreiben mit Gerüchen

Gerüche können Maulwürfe ebenfalls in die Flucht schlagen. Folgende Mittel eignen sich am ehesten:
Butansäure, umgangssprachlich als Buttersäure bekannt: Sie erhalten sie in Apotheken oder im Internet. Ihr für den Menschen ekliger Fäulnisgeruch ist auch für Maulwürfe unangenehm. Tränken Sie alte (aber saubere!) Lappen damit, und stopfen Sie diese in die Löcher bzw. Gänge. Dann Erde drauf, damit der Garten geruchsfreie Zone bleibt. Verwandte Gerüche, etwa von saurer Milch, verdorbenem Fisch oder auch von Knoblauch-Essenz können ebenfalls funktionieren, wirken aber weniger effektiv.
Unter dem Begriff „Maulwurf-frei“ gibt es diverse Produkte mit Geruchsstoffen im Handel. Die Kügelchen oder Stäbchen werden alle paar Meter in den Boden eingelassen und in die Gänge gelegt und lösen sich erst nach Monaten vollständig auf. Sie enthalten fast immer den Aromastoff Methylnonylketon, den Maulwürfe nicht leiden können. Um das beste Ergebnis zu erzielen, ist es nötig, dass Sie die Geruchsstoffe flächendeckend im ganzen Garten platzieren.

Auf Dauer ohne Maulwürfe

„Eine sogenannte horizontale Maulwurfsperre ist nach unserer Erfahrung am effektivsten“, sagt Christoph Freden vom Garten- und Landschaftsbau Freden in Essen. Die lässt keinen Maulwurf durch. Dieses Mittel hilft zwar nicht, den Maulwurf zu vertreiben, hält ihn aber nach erfolgreichem Verscheuchen draußen!
„Dafür wird rund 20 Zentimeter unter der Rasendecke ein spezielles wasser- und wurzeldurchlässiges Gewebe oder ein engmaschiger, verzinkter Draht ausgelegt“, erklärt der Profi-Gärtner. Dann kommt einfach wieder Erde drauf. Damit wäre auch das Geheimnis gelüftet, warum es auf (teureren) Golfplätzen keinen einzigen Maulwurfshügel auf dem Grün gibt. Dort stecken in der Regel solche Sperren im Erdreich.

Fallen für Wühlmäuse

Bei Wühlmäusen verhält es sich übrigens anders: Sie dürfen mit Fallen gefangen oder sogar getötet werden. Ganz wichtig: Stellen Sie Fallen richtig auf. Was Sie dabei beachten müssen: Um einen Tunnelausgang heben Sie ein Stück Rasen/Erde (Durchmesser circa 30 Zentimeter) mit einem Spaten aus, um einen Teil des Tunnelsystems freizulegen. Mit einem Löffel nacharbeiten und den Eingang einzelner Tunnelröhren von Erde befreien. Dann die Fallen in die Gänge hineinschieben und das Erdloch mit einem Eimer oder Brett abdecken.
Wichtig: Tragen Sie während der Arbeit und beim Umgang mit den Fallen Handschuhe, um keinen Geruch zu hinterlassen, der die Tiere abschreckt. Außerdem müssen Sie aufpassen, dass Ihnen kein Maulwurf in die Falle geht, denn bei ihm funktioniert diese Methode ebenfalls effektiv. Das beschreibt das folgende Video – verwenden dürfen Sie die Methode bei dem in Deutschland artgeschützten Tier aber nicht. Es gibt einige weitere unkonventionelle Mittel, um ungebetene Gartengäste herauszubitten, die man beim Maulwurf allerdings nicht anwenden sollte.

Wühlmausfalle

Torsten Stender

von

Komplizierte Ratgeber und Anleitungen sind dem gebürtigen Kieler ein Dorn im Auge. „Verständliche Texte mit Nutzwert sind ja kein Hexenwerk.“

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