Von wegen Glücksbringer!

Nur als Deko schön: Die besten Tipps gegen Klee im Rasen

Für manche mögen sie als Glückspflanzen gelten, passionierte Hobbygärtner empfinden in der Grasnarbe wuchernde Kleeblätter in der Regel eher als lästiges Unkraut. eGarden verrät Ihnen, wie Sie dem Klee im Rasen den Kampf ansagen.

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Mann findet Klee im Rasen

Oft bleibt es nicht bei einem Exemplar: Wuchernden Klee im Rasen wieder loszuwerden, ist meist mit viel Arbeit verbunden.

Er sieht schön aus und soll Glück bringen. Doch auf dem heimischen Rasen sorgt Klee eher für Abneigung, denn für Wohlwollen. Zum einen sehen Klee-Inseln nicht schön aus, zum anderen sorgt Klee im Rasen aber auch für Gefahr durch Bienen- und Hummelstiche. Denn Klee wächst sehr niedrig und so können gerade Kinder versehentlich auf eins der Tierchen beim Spielen treten. Schmerzen und Tränen sind vorprogrammiert. Doch warum bereitet sich Klee im Rasen überhaupt aus?
Wenn sich Klee durch die Rasenfläche zieht, ist das immer ein Anzeichen dafür, dass dem Gras etwas fehlt. Vor dem Kampf gegen das Unkraut steht also die Ursachenforschung. Die häufigsten Gründe für Klee im Rasen sind: Trockenheit oder eine mangelhafte Nährstoffversorgung der Graswurzeln. Meist steht dem Boden nicht genügend Stickstoff zur Verfügung. Je nach Kleeart gibt es unterschiedliche Beseitigungsmethoden. Gegen Weißklee können Sie sich beispielsweise mit einer Vertikutier-Kur, regelmäßigem Mähen (zirka zweimal pro Woche auf 4 cm) und Bewässern zur Wehr setzen. So schwächen Sie das Wildkraut und der Rasen gewinnt wieder die Oberhand. Um hartnäckigere Kleearten wie Sauer- oder Hornklee zu entfernen, müssen Sie zu anderen Methoden greifen.

Düngen hilft

Um unerwünschtem Kleewuchs vorzubeugen, sollten Sie Ihre Grünfläche regelmäßig düngen – idealerweise im April, im Juni und im Oktober. Vorher müssen Sie das Gras mähen. Wichtig: Vier Zentimeter nicht unterschreiten! So hindern Sie das Unkraut am Keimen, bevor es in voller Blüte steht und Bienen, Hummeln sowie Wespen als Nektarquelle dient. Hat sich der Wildwuchs bereits im Rasen ausgebreitet, müssen Sie vor dem Düngen zum Vertikutierer oder Rechen greifen und die Kleenester samt Wurzel aus dem Boden stechen. Das kann je nach Härtegrad des Befalls unter Umständen sehr mühselig sein und auch wenn die Rasenfläche hinterher zunächst aussehen mag wie ein Schlachtfeld, lohnt sich die kleinteilige Arbeit. Damit später alles wieder gleichmäßig zusammenwächst, sollten Sie entstandene Rasenlöcher unverzüglich nachsäen und natürlich düngen. Gartenexperten empfehlen hierfür sogenanntes Hornmehl (2,5 kg ab 7,49 Euro bei Amazon). Das organische Düngemittel ist ein Naturprodukt und versorgt die Graswurzeln mit wichtigem Stickstoff. Pro Quadratmeter benötigen Sie etwa 60 bis 80 Gramm.

Galerie: Die 8 wichtigsten Düngemittel für den Garten

Chemische Unkrautvernichter

Wer den Klee im Rasen schneller beseitigen will, kann sich im Fachhandel spezielle Pflanzenschutzmittel gegen Unkrautbefall besorgen (ab 10 Euro bei Amazon). Die darin enthaltenen Herbizide greifen lediglich den Klee, nicht aber das Gras an und lassen die Nährstoffzufuhr des Unkrauts zusammenbrechen, wodurch die Wildpflanze schließlich austrocknet. Für gewöhnlich zeigen sich die ersten Erfolge nach etwa drei Wochen. Wichtig: Bevor Sie das chemische Unkrautfrei-Mittel verwenden, sollten Sie die Wettervorhersage für die kommenden Tage berücksichtigen. Denn Regen und Wind können die Wirkung erheblich einschränken oder die Lösung über den ganzen Garten verteilen.
Weißklee

Sieht harmlos aus, ist aber kein einfacher Gegner: Hartnäckigem Weißklee können Sie mit einer undurchsichtigen Plastikplane den Garaus machen.

Den Klee hinters Licht führen

Eine weitere Möglichkeit zur Kleebekämpfung ist das Abdecken der Grünfläche durch eine undurchsichtige Plastikplane. Die Abdeckfolie entzieht dem Klee das Licht, das er zum Wachsen benötigt, und sorgt nach einigen Wochen schließlich dafür, dass er eingeht. Übrigens: Auch andere Unkräuter verschwinden, wenn man ihnen auf diese Weise das Sonnenlicht nimmt. Wie lange Sie die Plane über den Rasen spannen müssen, hängt unter anderem von den Bodenverhältnissen und der Schwere des Kleebefalls ab. In der Regel reichen maximal vier Wochen aus, um den Wildwuchs in die Schranken zu weisen. Zwar zieht der mehrwöchige Lichtentzug auch den Rasen in Mitleidenschaft, allerdings kann dieser sich anschließend schneller wieder davon erholen. Streuen Sie am besten zusätzlich neues Saatgut aus. Diese Methode der Kleebekämpfung eignet sich insbesondere für kleine Flächen – wer möchte schon seinen ganzen Rasen mit einer Plane bedecken – und speziell zur Entfernung von hartnäckigem Weißklee.
Eine schlechte Nachricht zum Schluss. Sollte Ihr Rasen nicht von Weißklee, sondern von Horn- oder Sauerklee befallen sein, hilft meist nur noch der komplette Austausch der betroffenen Stellen. Beide Kleesorten sind nicht nur äußerst resistent gegen Herbizide, sondern verbreiten sich auch unglaublich schnell. Bei kleineren Flächen lohnt es sich, die Stellen zu separieren und die befallenen Bereiche herauszutrennen. Hat sich der Klee schon über die gesamte Rasenfläche ausgebreitet, hilft meist nur noch das Abtragen des gesamten Rasens und der ersten Bodenschicht.

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Jan-Christoph Öhlenschläger

von

Der junge Redakteur und Kulturwissenschaftler Jan-Christoph Öhlenschläger steht für seriösen Verbraucherjournalismus, der kompetent informiert, Orientierung bietet und Entscheidungen erleichtert – besonders in den Bereichen Technik, Garten und Küche.

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