Gefräßige Wiesenschnaken-Larven

Schädlinge: Tipula-Larven mögen Ihre Rasenwurzeln

Ein spitzer Schrei und fuchtelnde Hände – Tipula paludosa hat wieder zugeschlagen. Die Wiesenschnake fliegt gerne in beleuchtete Wohnungen und erschreckt die Leute. Lesen Sie hier, was es mit dem staksigen Flieger sonst noch auf sich hat.

Datum:
Wiesenschnake Tipula

Die Weibchen der Wiesenschnaken haben nur ein kurzes Leben – sie sterben bereits kurz nach der Eiablage.

Wenn sich die Tipula paludosa, angelockt vom Licht, nicht gerade in Wohnungen verirrt und wie ein notlandendes Flugzeug die Bewohner anfliegt, ist sie an sich ein harmloser Zeitgenosse. Die ausgewachsene Wiesenschnake ernährt sich hauptsächlich von Nektar. Sie fliegt etwa von August bis Oktober und ist hauptsächlich auf Wiesen, Weiden und Rasenflächen zuhause. Zum Schädlingsproblem werden die Larven der Schnaken. Die leben knapp unter der Grasnabe und fressen die Wurzeln des Rasens an. Das Ergebnis: kreisförmige, kahle Stellen im Rasen. Wie Sie die Larven bekämpfen erklärt eGarden im Folgenden. Welche Schädlinge es sonst noch gibt, lesen sie hier.

Die Graswurzel-Fresser kommen

Nach der Paarung im Spätsommer, die sogar während des Flugs stattfinden kann, legt das Weibchen die Eier, zwischen 300 und 500, ungefähr fünf Millimeter unter der Grasnabe ab. Da die Weibchen nur kurze Flügel haben, können sie meist nicht mehr als fünf Meter am Stück fliegen. Viele schaffen auch die gesamte Eierablage nicht und verenden vorher. Nach ungefähr 15 Tagen schlüpfen die Larven des ersten Stadiums. Die des dritten Stadiums überwintern. Im Juni des folgenden Jahres erreichen die Larven das vierte Stadium. Sobald die Larven die maximale Größe erreicht haben, legen sie eine Ruhepause ein, die ungefähr acht Wochen andauert. Nach der Verpuppung schlüpfen die Wiesenschnacken dann.
Facettenauge der Wiesenschnake

Mit ihren Komplexaugen (Facettenaugen) kann sich die Wiesenschnake ein Bild der Umgebung aus einzelnen Bildpunkten zusammensetzen.

Wiesenschnacken bekämpfen

Insektizide für den Rasen im Klein- und Hausgarten sind nicht erlaubt. Deshalb muss eine andere Lösung her. Da die Larven sehr dicht unter der Grasnabe sitzen kann Vertikutieren und Nachsäen bei der Problemlösung helfen. Eine wirksame Methode ist das Streuen von Kalkstickstoff. Ungefähr 30 bis 40 Gramm pro Quadratmeter reichen, um die Tipula paludosa-Larven wirksam zu bekämpfen. Auch so genannte Nematoden (Fadenwürmer) können helfen. Die werden einfach mit dem Gießwasser verabreicht.
Torsten Stender

von

Komplizierte Ratgeber und Anleitungen sind dem gebürtigen Kieler ein Dorn im Auge. „Verständliche Texte mit Nutzwert sind ja kein Hexenwerk.“

Kommentare

Die Technik der Kommentarfunktion „DISQUS“ wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.