Rettet die Gartenzwerge!

Warum sind Gartenzwerge vom Aussterben bedroht?

Zugegeben, ich bin kein Zwergenfreund. Mir sind diese Figuren zu kitschig. Dennoch ist es traurig zu hören, dass die Hersteller von Gartenzwergen aussterben.

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Gartenzwerge machen Freude

Gartenzwerge bereiten Freude (und manche finden sie nervig).

Gartenzwerge sind wie eine Art Anachronismus. In einer sich schnell drehenden und ändernden Welt tut es hin und wieder gut, Dinge zu haben, die irgendwie schon immer da waren. Die guten, alten Gartenzwerge beispielsweise. Für manche wie mich das Sinnbild von Spießigkeit, andererseits doch niedlich, ulkig, gar schräg, um doch wieder zu gefallen.
Ich tat mich schwer mit der Meldung der BILD-Kollegen. Die Hersteller von Gartenzwergen sollen aussterben. „Die Qualität hat in den vergangenen Jahren stark abgenommen, es gibt kaum noch Hersteller. Und ich denke, da wird auch nichts mehr nachkommen“, meinte Zwergen-Experte Frank Ullrich vom Zwergen-Park Trusetal zur BILD. Der wirklich allerletzte Gartenzwerghersteller – Gartenzwergmanufaktur Philipp Griebel – sitzt demnach in Gräfenroda (Thüringen) und besteht schon seit über 140 Jahren.
Zwar werde der Markt mit Gartenzwergen überschwemmt, nur, es handelt sich um billigen, teils verchromten Plastikkram aus den fernen Ländern, so die BILD. Die aufwendig aus Keramik gestalteten, in liebevoller Handarbeit verzierten Kerlchen werden wohl mit der thüringischen Firma untergehen. Es handelt sich demnach nicht um aussterbende Gartenzwerge, sondern um aussterbende Qualitätszwerge. Aha! Ich ahne langsam etwas.

Gute Gartenzwerge haben ihren Preis

Insofern stirbt die Tradition nicht ganz aus, auf der anderen Seite dann doch wiederum. Ich denke mir nur: „Wenn die Macher in Thüringen nicht umschalten, sind sie doch selbst schuld.“ Die Nachfrage nach Gartenzwergen steigt, aber eben nicht nach super-duper teuren Zwergen. Warum ist das aber so? Ein Blick auf die Webseite der Firma lässt mich erahnen, wo der Zwerg begraben liegt.
Was kosten die stehenden Gartendekorationen? Wie sieht die Webseite aus? Werden die Zwerge und die Qualität gut erklärt? Wird Bedarf erzeugt? Macht es Spaß, die Seite anzusurfen und weiterzuempfehlen?
Im firmeneigenen Shop sehe ich Preise von 24 Euro bis hoch auf 127 Euro. Es kommt dabei anscheinend nicht nur auf die Größe an, wenn ich die Auswahl überschaue. Aber so richtig erschließen will sich mir das nicht. Es wird nämlich nicht erklärt!
Dafür ist die gesamte Webseite zu sehr auf 90er-Jahre gemacht und gar schrecklich angestaubt. Es darf und soll durchaus Tradition und Handwerk ausstrahlen, jedoch nicht so ungeschickt! Der Webshop selbst – das Kernstück und Umsatzherz – ist, sagen wir gutmütig, auch „traditionell“ „drangeflantscht“ worden. Und passt überhaupt nicht zur Webseite. Zumal die Motive durchaus eine geschickte Designerhand gebrauchen könnten: der Spanner etwa, sie nennen es „Erotisches“, und bei dem Metzger denke ich an etwas ganz anderes. Da geht was.
Da geht richtig was!!! Da geht ein Werbekonzept. Da geht ein Web-Konzept. Da geht ein Designer-Konzept. Selbst moderne Techniken wie Überwachungskameras oder WLAN-Router gingen. Sonst geht bald nichts mehr. Mich wundert überhaupt nicht, warum sich die Firma beklagt.
Was ich noch neben meinen kritischen Anmerkungen beitragen kann? Ein bisschen Lust und Laune auf Gartenzwerge machen, auch wenn ich mich damit schwer tue, denn sie sind wie gesagt nicht mein Ding. Macht nichts, ich schätze die Tradition, den Anachronismus. Und ich gestehe, die sind skurriler, als man auf den ersten Blick ahnt.

Galerie: Gartenzwerge – Kitsch oder schmückende Dekoration?

Gartenzwerge

Robert Basic

von

Seine Passion sind Menschen, sein Antrieb ist die Neugier.

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