Unter Krebsverdacht

Glyphosat: Für Verbraucher bald verboten?

Umweltschützer setzen sich schon seit Längerem für ein Verbot von giftigem Glyphosat zur Unkrautbekämpung ein. In diesem Jahr läuft die Zulassung für das Pflanzengift aus. Läden und Hersteller reagieren und nehmen es aus dem Regal.

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Glyphosat

Noch ist Glyphosat zur Unkrautbekämpfung im Garten zugelassen – fragt sich nur, wie lange noch.

Es ist weltweit einer der am meisten eingesetzten Wirkstoffe zur Unkrautbekämpfung: Allein in der deutschen Landwirtschaft kommt die chemische Verbindung Glyphosat auf 30 bis 40 Prozent aller Ackerflächen zum Einsatz. Viele Politiker und Umweltschützer wollen das Gift künftig ganz verbieten lassen – zumindest im Hobbygärtnerbereich. Da das Pestizid unter Verdacht steht, stark krebserregend zu sein, soll der Einsatz auch im landwirtschaftlichen Sektor erheblich reduziert werden.

Was ist eigentlich Glyphosat und wie wirkt es?

Bei Glyphosat handelt es sich um ein seit 2002 in der EU zugelassenes Pflanzengift, das bestimmte Enzyme blockiert und so die Proteinsynthese hemmt. Gentechnisch nicht veränderte und an die toxische Wirkung des Stoffes angepasste Gewächse überleben den Einsatz des chemischen Mittels oftmals nicht.
2015 läuft die Zulassung für den umstrittenen Wirkstoff ab. Das entfacht nun eine hitzige Diskussion. Ob und wie gefährlich das Mittel wirklich ist, ist bisher jedoch noch nicht bewiesen.

Erste Unternehmen boykottieren Glyphosat-Produkte

Spätestens seit der Forderung nach einem Glyphosat-Verbot seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO werfen rund um den Globus immer mehr Handelsketten, Baumärkte und Garten-Center sämtliche Produkte, die den toxischen Herbizid-Wirkstoff enthalten, aus dem Sortiment und setzen damit ein deutliches Zeichen.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung hatte die Gesundheits- und Umweltrisiken des anorganischen Unkrautvernichters kürzlich erneut auf den Prüfstand stellen lassen und „keine Hinweise auf krebserzeugende, reproduktionsschädigende oder fruchtschädigende Wirkung durch Glyphosat“ feststellen können, so der Bericht. Daraufhin kritisierten nicht zuletzt Umweltschützer das Prüfungsverfahren und forderten lautstark, die Chemiekeule schnellstmöglich aus dem Verkehr zu ziehen.
Bislang konnten wissenschaftliche Studien den Krebsverdacht nicht belegen, eine finale Studie, die für mehr Klarheit sorgen soll, steht aktuell noch aus. Fakt ist aber, dass neben den Handelsketten bereits auch viele Hersteller auf den Boykott reagiert haben und zurzeit verstärkt mit glyphosatfreien Produkten werben.
Jan-Christoph Öhlenschläger

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Der junge Redakteur und Kulturwissenschaftler Jan-Christoph Öhlenschläger steht für seriösen Verbraucherjournalismus, der kompetent informiert, Orientierung bietet und Entscheidungen erleichtert – besonders in den Bereichen Technik, Garten und Küche.

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