Wie man sich beliebt macht

Warum Schnecken nicht zum Schenken gedacht sind

Wie ich feststellen musste, dass man sich im Handumdrehen beim Nachbarn dauerhaft sehr unbeliebt macht, indem man ihm Schnecken schenkt.

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Schnecken in des Nachbars Garten zu werfen zieht Streit nach sich

Wer Schnecken in des Nachbars Garten wirft, erntet im besten Fall eine Tortenschlacht.

Es geht um Schnecken. Schnecken kann man mögen oder nicht. Manche essen sie, andere tun alles, damit ihr Garten von Schnecken verschont bleibt. Ich wiederum habe feststellen müssen, dass vorzügliche Anlässe sind, um es sich mit dem Nachbarn komplett zu verscherzen.

Wie alles begann

Es ist lange her, dass wir unser Eigenheim mit Garten bezogen. Auf den wir uns besonders gefreut hatten, denn er war nicht nur für uns gedacht, sondern vor allen Dingen auch für unsere beiden Kinder. Ich selbst war bis dato weder Spezialist für Gartengepflogenheiten – einer Art Garten-Knigge – noch ein Experte im Rahmen von nachbarschaftlichen Auseinandersetzungen. Nachbarschaftsstreitigkeiten waren mir höchstens durch Stefan Raabs „Maschendrahtzaun“ oder über Fernsehserien geläufig. Das sollte sich von einem auf den anderen Tag ändern.

Oh Gott, Schnecken!!!

Ich betrat frisch, fromm und fröhlich an einem sonnigen Tag unseren Garten und sah mich zufrieden um. Die Vögel zwitscherten, der Rasen lachte mich grün an, die ... HAAALT! Was ist das denn? Nacktschnecken in den Blumenbeeten? Oh mein Gott!!! Hatte mir meine Frau nicht erzählt, dass diese glitschigen Wesen so etwas wie die Heuschrecken der Gärtner sind? Die zerstörerischen Ausgeburten jeder Blümchen- und Salatplanung?

Die Schnecken flogen

Mir fiel spontan nichts Besseres ein, als die Schnecken mir nichts, dir nichts über den Gartenzaun in des Nachbars Garten zu werfen. Oh Gott, ich weiß! Heute bin ich weitaus schlauer, aber damals dachte ich mir tatsächlich nichts dabei. Höchst fokussiert und konzentriert nahm ich jede einzelne Schnecke in die Hände, um sie mit einer eleganten Handbewegung über den Zaun zu werfen. „Guten Flug“ rief ich ihnen still hinterher. Die Schnecken glitzerten so schön im Flug und beschrieben eine wunderbare Parabel.

Stadtkinder sind doof

Wenige Minuten später nahm mein Gartenglück jedoch einen anderen Verlauf. Ein betagter Herr stürzte laut schimpfend wie ein Rohrspatz aus seinem Haus. Unser Nachbar, den ich bis zu diesem Moment noch nicht kennengelernt hatte, außer einigen gelegentlichen, freundlichen „Hallo“. Er stellte sich am Zaun auf und schrie mich an, was mir denn einfiele, ob ich tatsächlich meine Schnecken in seinen Garten werfen würde, was das sollte, wie ich dazu käme und wie blöd Stadtkinder wie ich seien. Das mit Stadtkinder ließ mich in einem Teil meines Bewusstseins tatsächlich schmunzeln.

Rückzug aus dem Gefecht am Zaun

Ich lief rot an, mir meiner Schneckentat bewusst werdend. Natürlich entschuldigte ich mich bei ihm, sogar mehrfach. Er aber schimpfte und motzte weiter ohne Unterlass. Die Schnecken – seine Schnecken jetzt – las er währenddessen auf und betrachtete sie fortwährend in seiner ausgestreckten Hand. Bis es mir zu bunt wurde und ich demütigst, aber entschlossen den Tatort verließ. Was er mit den Schnecken machte? Ich weiß es nicht. Grillen? In einen anderen Garten befördern? Bei uns fand ich wenige Stunden nach dem Vorfall auf jeden Fall keine mehr.

Mein grollender Nachbar verzieh es mir nicht

Soweit ich mich entsinnen kann, hat mich mein Nachbar nie wieder freundlich begrüßt noch ein nettes Wort mit mir gewechselt. Immerhin hat er meinen Kindern die Bälle zurückgeworfen, die regelmäßig in seinem Garten landeten. Sozusagen ein politischer Dauerbrenner angesichts des Schneckenvorfalls.
Merke: Schnecken wirft man nicht. Schon gar nicht in des Nachbars Garten! Solange man kein Streitguthaben aufladen möchte.

Wie man Schnecken den Garaus macht

Wer jetzt wissen möchte, wie man Schneckenprobleme wirklich löst? Auf Amazon finden sich zahlreiche Lösungen gegen die Schneckenplage. Werfen ist auf jeden Fall nicht dabei ;)
Robert Basic

von

Seine Passion sind Menschen, sein Antrieb ist die Neugier.

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