Superlative im Pflanzenreich

Wasserhyazinthe: Das schlimmste Unkraut von allen

Die Wasserhyazinthe ist einerseits die größte Plage, andererseits ein Gewächs mit hohem Nutzwert, das sich bei der richtigen Pflege auch als dekorative Teichpflanze eignet.

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Wasserhyazinthe

Mit ihren hellvioletten Blüten präsentiert sich die Wasserhyazinthe auf den ersten Blick als Augenweide, doch das Unkraut kann auch anders.

Wenn Sie einen Garten mit Teich besitzen und Moos und Algen schon als lästig empfinden, dann lassen Sie sich sagen: Es geht schlimmer! Stellen Sie sich eine Schwimmpflanze vor, die ganze Seen und Flüsse überwuchert – und so bereits viele Fischer arbeitslos gemacht hat. Die Rede ist von der sogenannten Wasserhyazinthe, dem wohl lästigsten Unkraut der Welt. Das aus den Tropen Südamerikas stammende Gewächs ist sogar dazu im Stande, Turbinen von Staudämmen zu blockieren. Und auch Schiffsschrauben haben sich schon des Öfteren in der tropischen Pflanze verfangen. Dennoch hat die Wasserhyazinthe auch einen Nutzwert und ist bei entsprechender Pflege ein Blickfang in jedem Gartenteich.

Ein Unkraut mit Nutzwert

In Amerika und Afrika ist die Schwimmpflanze mit ihren hellvioletten Blüten in erster Linie als Plage bekannt, doch das Unkraut findet auch im industriellen Sektor Verwendung. So gewinnen beispielsweise Kläranlagen Biogas aus den Gewächsen, einige Designerfirmen stellen aus den Fasern Textilien oder Möbelstücke her.
Zugewucherter See

In Amerika und Afrika hat die tropische Plage schon viele Seen und Flüsse komplett zugewuchert.

Wenn Sie selbst Wasserhyazinthen im Gartenteich blühen lassen möchten, muss das Wasser nährstoffhaltig sein. Der pH-Wert sollte sechs bis acht und die Wassertiefe mindestens 20 Zentimeter betragen. Nährstoffreiches Wasser fördert im Regelfall zwar auch das Algenwachstum, doch die Wasserhyazinthe ist ein natürlicher Wasserfilter, der den Nährstoffgehalt erheblich reduziert und so zu einer maßgeblichen Verbesserung der Wasserqualität beiträgt. Da die Pflanze nicht winterhart ist, übersteht sie kalte Temperaturen nicht und blüht allenfalls von Juni bis September. Eine Überwinterung im Aquarium ist zwar möglich, gestaltet sich jedoch sehr aufwändig.
Jan-Christoph Öhlenschläger

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Der junge Redakteur und Kulturwissenschaftler Jan-Christoph Öhlenschläger steht für seriösen Verbraucherjournalismus, der kompetent informiert, Orientierung bietet und Entscheidungen erleichtert – besonders in den Bereichen Technik, Garten und Küche.

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