Unterschlupf für fleißige Helfer

Mit einem Insektenhotel den Garten ökologisch bewirtschaften

Ein Insektenhotel schützt Hummeln, Bienen und andere Nützlinge vor Regen und Wind und bietet ihnen einen Platz zum Nisten. Aber wo stellen Sie das Häuschen am besten auf und wie bauen Sie sich selbst ein Mini-Hotel? eGarden gibt nützliche Tipps.

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Insektenhotel

Ein Insektenhotel stellen Sie am besten in der Nähe von blühenden Pflanzen auf, um die Tiere mit genügend Pollen und Nektar zu versorgen.

In deutschen Gärten geht der Trend bereits seit einigen Jahren immer mehr in Richtung Naturgarten mit einer möglichst biologischen Bewirtschaftung. Wer ökologisch anpflanzen möchte, braucht neben einem Komposthaufen, in dem sich zahlreiche tierische Nützlinge tummeln, auch ein naturbelassenes Insektenhotel. Kleine Kerbtiere wie Bienen und Hummeln bekämpfen nicht nur schädliche Insekten, sondern bestäuben auch Obstbäume und tragen somit im Spätsommer und Herbst zu einer ertragreichen Ernte bei. Umso wichtiger ist es, ihnen einen Unterschlupf zu gewähren. Aufstellen können Sie die Häuschen das ganze Jahr über: Im Winter brauchen die Insekten eine schützende Unterkunft für ihren Winterschlaf und im Frühling einen Ort zum Nisten und Aufziehen des Nachwuchses. So oder so: Wichtig ist, dass Sie das Hotel auch an kalten Tagen draußen lassen, ansonsten stören Sie den Biorhythmus der Tiere. Natürlich gibt es bei der Auswahl des Standortes aber auch noch weitere Dinge zu beachten, damit die kleinen Krabbler überhaupt erst bei Ihnen einziehen.

Zwischen Sonne und Frühstücksbuffet: Der richtige Standort

Zunächst einmal lieben Insekten die Sonne und auch die Larven benötigen viel Wärme, um im Frühjahr gesund und munter schlüpfen zu können. Daher ist es empfehlenswert, das Miniatur-Hotel in südlicher Richtung aufzustellen. Ein schattiges Plätzchen auf dem Balkon eignet sich weniger gut als Standort. Die größten Feinde der kleinen Tierchen sind Regen und Wind. Ist es im Inneren der Unterkunft zu kühl und zu feucht, kann Schimmel entstehen. Um zu verhindern, dass sich Regenwasser in den Niströhren ansammelt, hängen oder stellen Sie das Insektenhotel am besten so auf, dass es leicht nach vorne kippt, aber dennoch windgeschützt ist. So kann das Wasser immer gleich ablaufen. Tipp: Idealerweise befestigen Sie das Mini-Hotel in einer Höhe von mindestens 50 Zentimetern, beispielsweise an der Hauswand, denn auch ein nasser Boden kann einen Schimmelprozess im Inneren in Gang setzen.

Galerie: Insektenhotel: Fünf beliebte Nisthilfen im Netz

Ein weiterer wichtiger Faktor, den Sie beim Aufstellen beachten sollten, ist das direkte Umfeld. Auch Insekten haben Hunger und legen Wert auf ein ausgewogenes Frühstücksbuffet während ihres Hotelaufenthalts. Stellen Sie das Häuschen also am besten in der Nähe von blühenden Pflanzen und Sträuchern auf und versorgen Ihre Untermieter so mit ausreichend Nektar und Pollen. Netter Nebeneffekt: Durch das fleißige Bestäuben von Biene und Co. blüht es in Ihrem Garten noch prächtiger. Marienkäfer, Florfliegen und Ohrwürmer ernähren sich in erster Linie von Blattläusen und beseitigen auf diese Weise lästige Pflanzenschädlinge.
Zu guter Letzt raten wir Ihnen, das Hotel nicht zu dicht an Ihrem Aufenthaltsort im Garten zu positionieren. Zwar sind auch Bienen von Natur aus friedliche Wesen, doch gerade wenn Sie allergisch auf Stiche reagieren, sollten Sie hier besser kein Risiko eingehen.

So bauen Sie sich Ihr eigenes Insektenhotel

Mit ein wenig handwerklichem Geschick, den richtigen Baumaterialien und passendem Werkzeug können Sie sich selbst ein Insektenhotel bauen. Für den Rohbau von Boden, Wänden und Dach benötigen Sie einfache Bretter, etwa aus Kiefernholz oder Fichte, für die einzelnen Hotelzimmer dicke Holzklötze, Äste, Reisig, Strohhalme und Hohlziegel. Wichtig: Achten Sie darauf, dass alle Materialien trocken und naturbelassen, also frei von Lack, Lösungsmitteln, Politur oder anderen chemischen Stoffen sind.
Haben Sie die Bretter auf die gewünschte Länge gesägt, schrauben Sie sie zu einem Haus mit mehreren Zimmern zusammen. Anschließend bohren Sie Löcher in die Holzklötze sowie in die dicken Äste. Das dünnere Astwerk schnüren Sie zu kleinen Bündeln. Nun füllen Sie die einzelnen Zimmer damit aus und fixieren das Gehölz mit etwas Draht. Größere Lücken füllen Sie mit Lehm, Stroh, Moos, Borke, Kieselsteinen oder Rinde auf. Das isoliert im Sommer die Wärme und schützt an kalten Tagen vor stürmischem Wind. Nun können Sie Ihr Hotel eröffnen und die Insekten bei sich einziehen lassen.
Ebenso gut können Sie sich aber auch ein fertiges Häuschen im Fachhandel oder im Internet kaufen. Fünf beliebte Insektenhotels aus dem Internet stellen wir Ihnen in unserer obigen Bildergalerie vor.

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Jan-Christoph Öhlenschläger

von

Der junge Redakteur und Kulturwissenschaftler Jan-Christoph Öhlenschläger steht für seriösen Verbraucherjournalismus, der kompetent informiert, Orientierung bietet und Entscheidungen erleichtert – besonders in den Bereichen Technik, Garten und Küche.

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