Grüne Oasen zwischen grauem Beton

Urban Gardening: So einfach ist das Gärtnern in der Stadt

Wie lässt man triste, graue Metropolen am besten wieder aufblühen? Ganz einfach: mit Urban Gardening! In unserem Ratgeber stellen wir den grünen Trend vor und geben nützliche Tipps, mit denen Sie auf städtischen Flächen gärtnern können.

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Urban Gardening

Auch in der Großstadt können Pflanzen zwischen Asphalt und Bauschutt wachsen und gedeihen – Urban Gardening macht es möglich.

Selbst gemachte Samenbomben, Blumenkästen aus Europaletten und Schuhe, die sich nach dem Tragen in Pflanzen verwandeln – in deutschen Städten sprießt es aus allen Ecken. Dabei begeistern sich sowohl jüngere als auch ältere Gartenfreunde für den neuen Trend des Urban Gardening und entdecken ihren grünen Daumen. Aktuell gibt es bundesweit über 400 Gemeinschaftsgärten und in mehr als 60 deutschen Städten existieren bereits Initiativen, die ihr eigenes regionales Gemüse anbauen. Tendenz: steigend.

Was steckt hinter dem Trend?

Seinen Ursprung hat das Urban Gardening im sogenannten Guerilla Gardening, also der unerlaubten Bepflanzung von Flächen im öffentlichen Raum. Plötzlich blühten über Nacht städteübergreifend brachliegende Grundstücke, Hausfassaden, Parkscheinautomaten, Bauzäune und Verkehrsschilder. Dabei ging es den Guerilla-Gärtnern bei ihren Aktionen anfangs weniger um Nachhaltigkeit, sondern vielmehr darum, ihren politischen Protest auszudrücken und Freiraum zu schaffen oder das Stadtbild ganz einfach zu verschönern.

Galerie: Urban Gardening: Die besten Tipps und Trends

Beim Urban Gardening sollen jedoch nicht nur die Pflanzen möglichst viele Früchte tragen, sondern darüber hinaus auch ein Gemeinschaftsgefühl entstehen. Ob kollektiv mit anderen oder privat mit der Familie – jeder kann mitmachen, seine Fähigkeiten einbringen und sich einen grünen Rückzugsort im grauen Beton des hektischen Großstadtdschungels schaffen. Urban Gardening steht also in erster Linie für Natur, Austausch, Gemeinschaft, Selbstversorgung und Unabhängigkeit.
Inzwischen unterstützen vielerorts sogar die Kommunen und Gemeinden das Bepflanzen von städtischen Flächen. In Andernach bei Koblenz hat die Stadtverwaltung den gesamten urbanen Raum bereits 2010 aufblühen lassen und Parkanlagen nach dem Motto „Pflücken erlaubt anstatt betreten verboten“ zu Selbstpflücker-Parks für jedermann erklärt. Seitdem trägt Andernach den Beinamen „essbare Stadt“. Dennoch gelten beim urbanen Gärtnern bestimmte Regeln.

Samenbomben und Co.: Was ist erlaubt?

Jenseits des heimischen Balkons oder gepachteten Schrebergartens können Sie in den meisten Städten, in Absprache mit der Stadtverwaltung oder dem Grünflächenamt, Patenschaften für Beete oder Bäume übernehmen und sind dann bei der Gestaltung recht flexibel. Dennoch gibt es Vorschriften. So dürfen Pflanzenpaten für gewöhnlich keine allzu stark wuchernden Gewächse wie Bambus am Wegrand säen, es sollten möglichst keine losen Gegenstände wie Steinplatten im Beet liegen und auch der Einsatz von Pestiziden ist in den meisten Kommunen nicht gern gesehen.

Galerie: Wichtige Grundsätze beim Anlegen eines Blumenbeets

Bei sogenannten Samenbomben, also kleinen Kugeln aus Erde, Samen und Ton, die Sie überall dort hinwerfen können, wo sich ein karger Fleck auftut, spalten sich die Gemüter der Pflanzenliebhaber. Wenn Sie der Meinung sind, dass beispielsweise eine öffentliche Fläche etwas mehr Leben vertragen könnte, sprechen Sie am besten zuvor mit dem örtlichen Grünflächenamt oder der zuständigen Kommune.

Die besten Tipps und angesagtesten Trends

Städtische Flächen bestehen oft aus Asphalt, Stein, Bauschutt oder anderen Untergründen, auf denen Pflanzen schlecht bis überhaupt nicht gedeihen. Daher müssen Hobbygärtner beim Anlegen von Grünflächen kreativ sein und die kleinsten Räume so effektiv wie möglich nutzen. Haben Sie schon einmal daran gedacht, Ihre Gewächse in einem ausgedienten Reissack anzubauen oder alte Schuhe ökologisch abzubauen und in ein Pflanzgefäß zu verwandeln? Die besten Tipps und beliebtesten Trends des Urban Gardening haben wir für Sie in der obigen Bildergalerie zusammengefasst.
Jan-Christoph Öhlenschläger

von

Der junge Redakteur und Kulturwissenschaftler Jan-Christoph Öhlenschläger steht für seriösen Verbraucherjournalismus, der kompetent informiert, Orientierung bietet und Entscheidungen erleichtert – besonders in den Bereichen Technik, Garten und Küche.

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