Aromatisch und ertragreich

Tomaten pflanzen: Tipps zum Anbau und den besten Sorten

Tomaten aus dem Supermarkt stammen oft aus fernen Ländern und sind im Laufe ihres Wachstums Schadstoffen und Pestiziden ausgesetzt. Die Lösung: Tomaten aus eigenem Anbau. eGarden verrät, wie Sie jedes Jahr gesunde und schmackhafte Tomaten ernten.

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Tomaten im Garten

Tomaten aus dem eigenen Garten sind gesund und bereichern jeden Salatteller.

Goldapfel, Liebesapfel oder Paradiesapfel – die Tomate hat viele Namen. Sie gehört zur Familie der Nachtschattengewächse und kommt ursprünglich aus Mittel- und Südamerika und erreichte Europa durch Kolumbus schätzungsweise um 1500. Anfangs wurde die Tomate als reine Zierpflanze angebaut, weil man annahm, sie sei giftig. Mittlerweile zählt die Tomate zu den Lieblingen der Deutschen. Sie ist gesund, vitamin- und nährstoffreich und darf auf keinem Salatteller fehlen.
Beim Selbstanbau gilt es einige Dinge zu beachten. eGarden verrät Ihnen, welche Tomatensorten sich besonders eignen und wie Sie beim Pflanzen und Pflegen am besten vorgehen.

Die richtige Sorte

Durch jahrhundertelange Züchtungen gibt es schätzungsweise 2.500 verschiedene Tomatensorten. Und jährlich kommen neue hinzu. Grob lassen sich Tomaten in fünf Kategorien einteilen: Stabtomaten, Busch- oder Strauchtomaten, Fleischtomaten, Eiertomaten und Kirsch- und Cocktailtomaten. Innerhalb dieser Kategorien gibt es die unterschiedlichsten Sorten.
Nicht nur Form und Größe sind vielfältig – auch die Farbe der Tomaten variiert. Neben den bekannten roten Tomaten gibt es etwa auch weiße, gelbe, orange und sogar gestreifte Paradiesäpfel. Die können groß und rund sein oder klein und birnenförmig. In den Supermarkt haben es aber nur wenige der Sorten geschafft, etwa die roten Fleischtomaten oder die kleinen Kirsch- oder Cocktailtomaten. Wenn Sie Tomaten allerdings selbst anpflanzen wollen, erhalten Sie im Handel eine schier unbegrenzte Anzahl an verschiedenen Samen für die außergewöhnlichsten Tomatensorten.

Galerie: 5 tolle Tomatensorten, die schmecken

Vorgezogene Jungpflanzen oder Saatgut

Am besten schmecken Tomaten, wenn Sie sie selbst anbauen und frisch ernten. Zum Anbau eignen sich sowohl vorgezogene Jungpflanzen als auch entsprechendes Saatgut. Beides bekommen Sie im Gartencenter oder Baumarkt um die Ecke oder im Gärtnershop im Internet.
Der Vorteil von Jungpflanzen: Die vorgezogenen Setzlinge können direkt draußen im Beet eingepflanzt werden. Einziger Nachteil: Vorgezogene Jungpflanzen sind meist schon veredelt. Dadurch wachsen sie schneller und liefern bis zu 60 Prozent mehr Früchte. Allerdings platzen die Tomaten schnell und brauchen deshalb eine gleichmäßige Nährstoff- und Wasserversorgung.

Der richtige Umgang mit dem Saatgut

Wenn Sie sich für die Arbeit mit Saatgut entschieden haben, dann gehen Sie so vor: Bringen Sie die Samen Anfang März in kleine Töpfe mit Anzuchterde und stellen Sie sie an eine warme sonnige Stelle, etwa auf die Fensterbank. Decken Sie die Töpfe bis zum Keimen der Pflanzen mit einer Folie ab.

Ab ins Beet

Vor Mitte Mai sollten Sie die Tomatenpflanzen nicht im Freiland einpflanzen. Auf alle Fälle sollten Sie die Eisheiligen und die letzten Fröste abwarten. Die Bodentemperatur sollte mindestens 15 Grad Celsius betragen. Wählen Sie einen sonnigen und warmen Platz für die Pflanzen. Tipp: Vor einer südlich ausgerichteten weißen Wand profitieren die Tomaten von der reflektierenden Sonne und außerdem auch nachts von der gespeicherten Wärme.
Der Boden sollte nährstoffreich sein und mit ungefähr drei bis fünf Litern Kompost pro Quadratmeter aufgefüllt werden. Meiden Sie die Pflanzen-Nachbarn Kartoffeln, Fenchel, rote Bete oder Erbsen. Daneben gedeihen Tomaten nicht so gut. Das Beet sollte auch eine bestimmte Größe aufweisen, da Tomaten nicht nur nach oben sondern auch in die Breite wachsen. Lassen Sie zwischen den Pflanzen in der Reihe ungefähr 80 Zentimeter Platz.
Graben Sie die Wurzelballen ungefähr 5 Zentimeter ein. So können die Pflanzen Seitenwurzeln bilden, die zusätzlich Nährstoffe aufnehmen. Tipp: Bei veredelten Tomaten darf die Veredelungsstelle auf keinen Fall mit Erde bedeckt werden.
Damit die Tomaten nach oben wachsen können, stecken Sie neben die Pflanzen einen Stützstab (Tomatenspiralstab) als Rankhilfe in die Erde. Mit Ausnahme der Buschtomate wird diese Rankhilfe für alle Tomatensorten benötigt.
Des Gärtners Schreck ist die Krautfäule. Das ist die am häufigsten auftretende Tomatenkrankheit. Der schädliche Pilz entsteht hauptsächlich dadurch, dass die Blätter der Tomate nass werden. Dagegen schützt nur ein Dach über den Tomaten. Tipp: Entfernen Sie die untersten Blätter der Pflanze, sodass sich der Pilz erst gar nicht bilden kann.

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Gute Pflege ist Pflicht

Tomaten sind sehr hungrig und durstig. Sobald die Pflanze beginnt zu blühen, düngen Sie sie alle 14 Tage mit einem speziellen Tomatendünger aus dem Fachhandel. Auch verdünnte Brennesseljauche eignet sich dafür. Gießen Sie den Boden regelmäßig. Tomaten fühlen sich am wohlsten in einem gleichmäßig feuchten Boden. Eine aufgebrachte Mulchschicht sorgt dafür, dass sich die Feuchtigkeit besser in der Erde hält. Achtung: Gießen Sie nur den Boden und nicht die Blätter, da sich sonst schnell die häufigste Tomatenkrankheit, die Krautfäule, einnistet.

Die Ernte

Ernten können Sie Ihre Tomaten von Juli bis Oktober. Hängen im Oktober noch unreife Früchte an der Pflanze, pflücken Sie sie ab und legen Sie die Tomaten an eine warme Stelle zum Nachreifen. Noch ein Tipp fürs nächste Jahr: Wechseln Sie jährlich den Standort des Beets. So haben Schädlinge wie Wurzelälchen und die Korkwurzelkrankheit keine Chance.
Torsten Stender

von

Komplizierte Ratgeber und Anleitungen sind dem gebürtigen Kieler ein Dorn im Auge. „Verständliche Texte mit Nutzwert sind ja kein Hexenwerk.“

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