Heilkraut mit Tradition

Seifenkraut – richtig pflanzen und pflegen

Seifenkraut, Saponaria oder auch Seifenwurz: Die nützliche Pflanze mit den hübschen violetten Blüten hat es in sich. Pflanzen Sie das Kraut am besten in Ihrem Garten an.

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Seifenkraut

Seifenkraut sieht nicht nur hübsch aus, es hat auch heilendes Potenzial.

Nützliche Pflanzen im Garten sind schon was Feines, aber nicht immer auch ein dekorativer Anblick. Da ist das Seifenkraut mit seinen feinen, violetten Blüten schon etwas Besonderes und kommt optisch so gar nicht krautig daher. Die Blüte ist hübsch genug, dass die auch unter den Namen Seifenwurz oder Herbstnelke bekannte Nutzpflanze getrost auch als Blume durchgeht – doch im Gegensatz zu reinen Deko-Pflanzen ist der Name beim Seifenraut Programm: Seifenkraut enthält die waschaktive Substanz Saponin, in den Anbauländern Türkei und Iran ist Saponin ein beliebter Teppichreiniger. Im Mittelalter setzten Mediziner Seifenkraut auch bei Atemwegserkrankungen ein. Das nützliche Kraut wächst auch bei uns und ist eine Bereicherung für jeden Garten. Wie Sie die Saponaria richtig pflanzen und pflegen, erfahren Sie hier.

Seifenkraut – eine Heilpflanze im Garten

Saponaria Officinalis ist eine echte Heilpflanze. Als Tee verabreicht, hilft Seifenkraut mit seinen schleimlösenden Eigenschaften vor allem bei hartnäckigen Hustenerkrankungen. Auch als Shampoo für die Haare ist das Kraut einsetzbar: Kochen Sie das Seifenkraut ab und verwenden Sie den Sud. Aber bevor Sie das ausprobieren, pflanzen Sie das Seifenkraut doch erst einmal in Ihrem Garten.

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Saponaria anpflanzen im Staudenbeet und im Steingarten

Seifenkraut gedeiht am besten an Flussufern, Geröllhalden und in Böschungen. Da Sie vermutlich weder Schutt noch ein Flussufer im Garten haben, pflanzen Sie die mehrjährige Pflanze im heimischen Garten in einen lockeren, sandigen Boden – idealerweise in einem Steingarten. Die Pflanze fühlt sich im Halbschatten am wohlsten. Sie ist winterhart und braucht bis auf gelegentliches Zurückschneiden keine weitere Pflege. Seifenkraut eignet sich auch als Kübelpflanze, auch in dieser Umgebnung liebt sie ein Gemisch aus Blumenerde und Sand.
Tipp: Pflanzen Sie die Saponaria zur Bodenprobe ein. Gedeiht sie gut, weist dies auf einen neutralen PH-Wert und einen hohen Kalkgehalt hin. Fühlt sich das Seifenkraut wohl, ist der Boden für Rhododendren und Azaleen nicht geeignet.

Eignet sich Seifenkraut für jeden Garten?

Der aufmerksame Gärtner hat es vielleicht schon geahnt: Eine so robuste Pflanze wie das Seifenkraut wuchert unter Umständen auch wie Unkraut. Immerhin breitet sich die Pflanze recht schnell im Beet aus und ist mit bis zu 70 Zentimetern Wuchshöhe kein harmloser Bodendecker. Auf Grund der leicht toxischen Eigenschaften der Wurzeln pflanzen Sie Seifenkraut unter keinen Umständen in unmittelbare Nähe eines Gartenteichs: Durch wuchernde Wurzeln gelangen Giftstoffe ins Wasser, die Ihren Goldfischen nicht besonders gut bekommen.
Seifenkraut gilt nicht als giftige Pflanze, aber in höheren Dosen verzehrt bekommt das Gewächs einigen Tierarten – wie Nagetieren und Amphibien – nicht. Wenn Menschen es im Ganzen verzehren, wirkt es abführend. Bienen und Hummeln freuen sich über die Pflanze und fühlen sich von ihrer Blüte (März bis Oktober) magisch angezogen.