Selbsgemachter Dünger und Erde

Richtig kompostieren: Tipps und Wissenswertes

Wer einen eigenen Garten hat, kann aus Garten- und Küchenabfällen wertvollen Dünger und Erde herstellen. Wie Kompost entsteht und worauf es beim Kompostieren ankommt, erfahren Sie hier.

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Hand mit Spaten vor einem Kompost

Mit etwas Geduld und der richtigen Pflege entsteht aus Gartenabfall wertvoller Dünger und Erde.

Je nach Zusammensetzung und Dauer entstehen bei der Kompostierung Erden und Dünger mit unterschiedlichem Nährstoffgehalt und sehr grober oder feiner Körnung. Pilze und Bakterien stoßen einen Zersetzungsprozess an, bei dem sich Humus bildet. Je nach Rottezustand wird zwischen Frisch- und Fertigkompost unterschieden. Verwenden Sie den Kompost als Dünger in Ihren Beeten oder mischen Sie ihn mit lockerer Gartenerde und Sand zu gehaltvoller Aussaaterde. Sie können Kompost fertig kaufen, um die Pflanzen in Ihrem Garten mit wichtigen Mineralien und Nährstoffen zu versorgen, oder Sie legen selbst einen Komposthaufen an.

Kompost: Wann, wo und wie?

Der ideale Zeitpunkt einen Komposthaufen anzulegen ist der Herbst, da hier naturgemäß viele Gartenabfälle anfallen. Dabei werden verschiedene Garten- und Küchenabfälle im Wechsel geschichtet. Die Basis sollte eine Schicht aus dünnen Ästen oder Reisig bilden, damit der Haufen von unten ausreichend belüftet wird. Wer einen neuen Komposthaufen anlegt, sollte im Idealfall etwas fortgeschrittenen Kompost beimischen (zum Beispiel vom Nachbarn). Achten Sie bei der Standortwahl auf ausreichend Platz, damit Sie den Kompost regelmäßig umsetzen können, und Schutz vor zu starker Sonneneinstrahlung, Regen und Wind.

Was darf auf den Kompost?

  • Rasenschnitt kompostieren: Gras gehört selbstverständlich auf den Kompost, allerdings sollten Sie frisch gemähten Rasen zuerst einige Tage separat trocknen lassen. Die Feuchtigkeit im Rasen sorgt beim Kompostieren sonst dafür, dass der Haufen anfängt unangenehm zu riechen und es entstehen zu hohe Temperaturen, die die wertvollen Nährstoffe abtöten können.
  • Laub kompostieren: Auch welke Blätter dürfen auf dem Kompost entsorgt werden. Zerkleinern Sie diese ggf. vorher, um den Zersetzungsvorgang zu beschleunigen. Gras und Laub sollten sich in einem Komposthaufen etwa die Waage halten.
  • Weitere Gartenabfälle: Auch Äste, Hölzer, verwelkte Blumen, Hecken- und Baumschnitt dürfen auf den Haufen im Garten. Mit einem Hexler zerkleinern Sie zu große Stücke im Vorwege.
  • Obst- und Gemüsereste: Vor allem Kartoffel- und Karottenschalen gehören auf einen Kompost. Vorsicht bei Bananenschalen auf dem Kompost – diese sind nur schwer zersetzbar und sollten darum nur sparsam verwendet werden.
    Tipp: Nutzen Sie in der Küche einen Komposteimer für brauchbare Küchenabfälle. Es gibt spezielle Beutel, die den Komposteimer vor Verschmutzung schützen und die sich auf dem Haufen ebenfalls rückstandslos zersetzen.
  • Weitere Küchenabfälle: Eierschalen dürfen ebenso auf den Kompost wie Tee und Kaffee.
Übrigens: Wenn Sie in Ihrem Garten eine Kompost-Toilette mit Rindenmulch aufgestellt haben, können Sie den Eimer aus der Toilette ebenfalls auf dem Kompost entsorgen. Auch hier eignen sich biologisch abbaubaure Kompostbeutel, um den Eimer sauber zu halten.

Das darf nicht auf den Kompost

Nicht auf den Kompost gehören gekochte Essensreste, Fleisch und Fisch, gespritzte Obstschalen, Papier und Pappe, Öle und Fette sowie Asche. Auch Pflanzen, die von Schädlingen befallen sind, sollten nicht kompostiert werden. Falsch kompostierte Dinge mindern nicht nur die Qualität der entstehende Erde und verlangsamen den Verrottungsprozess, sondern können auch Schädlinge anlocken. Um den Haufen gesund und geruchsarm zu halten, reichern Sie Ihren Kompost mit Gesteinsmehl, Algen- und Hüttenkalk an. Grundsätzlich gilt: Die Mischung macht’s – je ausgewogener die Inhaltsstoffe des Komposts, desto gehaltvoller wird die daraus entstehende Erde und der Dünger.

Kompostieren beschleunigen – so geht`s

Bis Pilze und Bakterien aus den Garten- und Küchenabfällen verwertbares Material gemacht haben, vergeht schnell ein Jahr. Wer das Kompostieren beschleunigen möchte, sollte den Kompost nach einigen Monaten umsetzen – also die unterste Schicht nach oben bringen und andersherum. Das Umsetzen des Haufens verhindert außerdem die Geruchsbildung und den Schädlingsbefall. Kompost-Beschleuniger sind außerdem spezielle Dünger oder Kompostwürmer, die Sie für Ihren Kompost kaufen können. Auch ein Thermokomposter beschleunigt den Verrottungsprozess.
Tipp: Wenn Sie bereits nach einigen Monaten wenig zersetzten Kompost für die Verbesserung der Bodenqualität in Ihrem Garten nutzen möchten, verwenden Sie ein Kompostsieb, um größere Stücke (Blätter oder Äste) aus dem Dünger zu entfernen.

Ratten auf dem Kompost: Was tun bei Schädlingen?

Die beste Vorbeugung gegen Ratten auf dem Kompost ist ein gut gepflegter Komposthaufen. Dieser riecht nicht und enthält nur die Dinge, die auch auf einen Kompost gehören – vor allem Fleischreste locken Ratten an. Wenn der Kompost immer feucht bleibt, machen Sie es den Nagern ebenfalls ungemütlich. Ist der Kompost bereits von Ratten befallen, hilft oft nur der Einsatz von Fallen. In ganz schlimmen Fällen sollten Sie das Ordnungsamt einschalten, das Sie bei der Schädlingsbekämpfung unterstützt.
Auch bei übermäßigem Ameisenbefall gilt: Halten Sie den Kompost feucht. Ameisen im Kompost weisen darauf hin, dass der Haufen viel zu trocken ist. Zusätzlich reagieren die Insekten empfindlich auf bestimmte Gerüche. Es kann also helfen bestimmte Aromapflanzen, wie Lavendel, Thymian oder Majoran, dem Kompost beizumischen.

Behälter und Zubehör für den Kompost