Halten Sie sich fest!

Rankgitter – die richtige Hilfe für Kletterpflanzen

Nur mit fremder Hilfe können Rankpflanzen in die Höhe wachsen. In der Natur nutzen sie dafür andere Pflanzen. In Ihrem Garten sollten Sie auf Hilfen wie Rankgitter oder Rankgerüste zurückgreifen. eGarden erklärt die nützlichen Kletterhelfer.

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Rankgitter auf dem Balkon

Rankgitter und ihre entsprechenden Pflanzen eignen sich gut als Sicht- und Windschutz auch auf dem Balkon.

Rankpflanzen sind spezielle Ableger der sogenannten Kletterpflanzen. Eine klassische und verbreitete Rankpflanze ist die Clematis. Sie benötigt ein Rankgitter, um das sich die Enden ihrer wachsenden Äste, die Ranken, herumschlingen können, um Halt zu finden. Der berühmte Efeu hingegen ist keine Rankpflanze, jedoch auch eine Kletterpflanze. Grund: Er kommt alleine klar, ihm genügt eine Fläche. Er haftet an der Wand und erklimmt sie, er rankt sich jedoch um nichts herum. Er wird darum auch Selbstklimmer genannt.
In der Natur suchen sich Rankpflanzen meist die dünnen Äste eines anderen Gewächses, um daran bzw. herum nach oben zu klettern. Der Gärtner bietet ihnen dafür Rankhilfen.

Unterschied zum Rankgerüst

Die Konstruktion verrät, ob man von einem Rankgerüst oder einem Rankgitter spricht. Gerüste haben die verschiedensten dreidimensionalen Formen wie zum Beispiel eine Ranksäule, einen Bogen oder einen Quader. Das Rankgitter bezeichnet eine flache Kletterhilfe. Rankgitter sind verbreiteter, sehr beliebte Gestaltungselemente und eignen sich hervorragend als Sichtschutz oder um Flächen im Garten optisch zu trennen.
Achten Sie beim Kauf (oder beim Selbstbau) darauf, dass der Durchmesser der einzelnen Stäbe keinesfalls größer ist als die Länge der Ranke, also des nicht verholzten, sehr flexiblen Endes, das sich um Ihr Rankgitter winden soll. Ist der Durchmesser zu groß, kommt die Ranke nicht herum!

Gitterstärke an Ranken anpassen

Die genannte Clematis beispielsweise sollte sich um Profile, die auch eckig sein können, in der maximalen Stärke eines kleinen Fingers wickeln. Schlingpflanzen wie die Bohne schaffen auch größere (maximal sechs Zentimeter Durchmesser), dafür bevorzugen sie aber Rundprofile. Ein Spreizklimmer, zu denen die Kletterrosen beispielsweise zählen, wird die Streben eines Rankgitters wohl am besten ausnutzen, denn sie suchen sich auch in der Waagerechten Halt, während die meisten Rankpflanzen ihre überwiegende Kraft in die Senkrechte investieren, zum Licht!
Je nach Pflanze sind also unterschiedliche Formen und Größen gefragt. Auch die Materialbeschaffenheit spielt selbstverständlich eine Rolle. Verwendet werden hauptsächlich Holz, Kunststoff und Metall. Aber auch Seile, Drähte oder kleine Stöcke reichen einigen Pflanzen als Halt aus. Die preisgünstigeren Rankgitter sind oft aus Holz oder unverzinktem, dünnem Eisen. Hochwertigere Gitter sind in der Regel aus solidem, feuerverzinktem und pulverbeschichtetem Stahl, wozu wir dringend raten.

Holz trocknet schlecht unter dem Blätterwerk

Trotz der Beliebtheit von Holz gilt: Selbst sehr gut imprägniertes Holz verwittert mit der Zeit. Vor allem, wenn die Pflanzen das Gitter überwuchern und dieses nach Regen extrem schlecht trocknet. Kletterhilfen aus dünnem, unverzinktem Eisen lassen dagegen hinsichtlich der Stabilität oft zu wünschen übrig. Auch ihre Haltbarkeit ist begrenzt. Oft rostet das Material bereits nach einem Jahr, die Feuerbeschichtung fehlt. Empfehlenswerter sind feuerverzinkte und pulverbeschichtete Gerüste aus Stahl. Dies zeigt sich jedoch auch im Preis.
Rankgitter mit dreifarbiger Prunkwinde

Diese dreifarbige Prunkwinde nimmt das Rankgitter in wenigen Wochen ein. Das muss sie auch, denn die Rankpflanze aus Mexiko ist leider nur einjährig.

Eine weitere Alternative bietet Kunststoff. Achten Sie hier unbedingt auf die UV-Beständigkeit, sonst zerbröselt Ihnen das Gitter im dritten Sommer und Sie können von vorne anfangen. Lassen Sie sich in diesem Segment nicht nur vom meist günstigen Preis locken.

Triebe umdirigieren

Generell gilt: Die Rankhilfen möglichst früh aufstellen. So haben schnell wachsende Kletterpflanzen von Beginn an die Möglichkeit hineinzuwachsen. Einzelne Triebe und Ranken können zusätzlich mit Draht, Schnur oder Band befestigt werden. So kann man die Wuchsrichtung der Pflanze beeinflussen oder sie gleichmäßig am Gitter verteilen. Achten Sie beim Umlegen der Ranken aber darauf, dass sie nicht einreißen.
Malte Betz

von

Der Hamburger hat einen grünen Daumen, davon ist er überzeugt. Von der App zur Schädlingsdiagnose bis zum Walzenmäher für perfekten Rasenschnitt interessiert ihn alles, was im Garten hilft oder zumindest helfen soll.

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