Hohe Schule des Hobbygärtnerns

Pfifferlinge züchten: Die wichtigsten Tipps

Während die Zucht von Champignons mit Fertigkulturen in der Regel problemlos vonstatten geht, stellt der Anbau von Waldpilzen Gartenbesitzer vor eine komplexe Aufgabe. Wer schmackhafte Pfifferlinge züchten möchte, sollte einige Dinge beachten.

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Pfifferlinge am Baum

Wenn Sie Pfifferlinge züchten möchten, stehen Sie vor einer ungeheuren Herausforderung.

Sie essen gerne exquisite Speisepilze, haben aber keine Lust, jedes Mal in den Wald zu fahren, um sich auf die Suche zu begeben oder im Supermarkt viel Geld auszugeben? Dann könnte der Eigenanbau eine günstige Alternative darstellen. Wie Sie Champignons und Co. kultivieren, erfahren Sie hier. Wenn Sie Pfifferlinge züchten möchten, brauchen Sie besonders viel Geduld, Glück und natürlich das richtige Fachwissen. Letzteres vermitteln wir Ihnen in diesem Ratgeber.

Warum ist der Anbau so schwierig?

Bis heute ist es weder Wissenschaftlern noch der Agrarindustrie gelungen, Pfifferlinge auf kommerzieller Ebene erfolgreich anzubauen. Das liegt in erster Linie an den besonderen Ansprüchen der Speisepilze. In der freien Natur lebt der sogenannte Eierschwamm in Symbiose mit anderen Pflanzen und geht in der Regel eine Gemeinschaft mit den Wurzelsystemen von Waldbäumen ein. Diese versorgen die Pilze mit Lebensenergie in Form von Chlorophyll, Zucker und wichtigen Enzymen, die sie bei der Herausbildung des Fruchtkörpers unterstützen. Im Gegenzug erhöhen die Sporengewächse die Wasser- und Nährstoffaufnahme der Bäume.
Um Pfifferlinge erfolgreich anzubauen, müssen Sie die natürlichen Wachstumsbedingungen kennen und so gut wie möglich nachahmen. Am besten gedeihen die Waldpilze an Birken, Kiefern, Fichten, Tannen oder Rotbuchen. Auch an moosigen Stellen auf sauren Böden mit erhöhter Bodenfeuchte in der Nähe von Heidekraut kommen Pfifferlinge gelegentlich vor.
Pfifferlinge im Stroh

Einigen Hobbygärtnern soll es gelungen sein, Pfifferlinge im Stroh zu züchten.

Pfifferlinge im Stroh kultivieren?

Obgleich es in der Fachliteratur oft heißt, dass es nahezu ein Versuch des Unmöglichen sei, konnten einige Hobbygärtner bereits Erfolge bei der Strohzucht verbuchen, indem sie die natürlichen Wachstumsvoraussetzungen künstlich erzeugten. Sollten Sie selbst einen Versuch unternehmen wollen, verwenden Sie ausschließlich frisches Stroh (ab 2,75 Euro pro Kilogramm bei Amazon), das frei von Spritzmitteln oder anderen Pilzkulturen ist. Generell lassen sich Pfifferlinge jedoch ebenso wie Steinpilze nur sehr schwer in Kulturen anlegen. Ohne die unmittelbare Nähe von Bäumen scheint eine erfolgreiche Zucht sogar fast unmöglich.

Keine Erfolgsgarantie

Eierschwämme benötigen Baumwurzeln, um wachsen zu können. Sofern Sie nicht direkt am Waldrand wohnen, wählen Sie für Ihren Anbauversuch also am besten einen möglichst feuchten Standort in einer Baumbepflanzung. Je dichter der Baumbestand im Garten, desto höher die Wahrscheinlichkeit auf eine wachsende Pfifferlingsbrut. Der entscheidende Wachstumsfaktor ist das sogenannte Myzel, die fadenförmigen Sporen und Zellen der Pilze. Am besten begeben Sie sich auf die Suche und sammeln ein paar Sporen und Myzelteile aus dem Boden oder dem Baumholz und verwenden diese als Basis für Ihre eigene Zucht. Nur wenn Sie dem Boden eine Impfung in Form von mit Sporen und Myzel angereichertem Gießwasser verabreichen, kann der Pfifferlingsanbau möglicherweise zu einem Erfolg führen. Auch ein sanftes Umpflanzen des Waldbodens kann Ihnen eine Pilzkultur bescheren. Achten Sie beim Umpflanzen jedoch darauf, den natürlichen Lebensraum nicht zu zerstören, um den Fortbestand in freier Natur zu sichern.
Jan-Christoph Öhlenschläger

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Der junge Redakteur und Kulturwissenschaftler Jan-Christoph Öhlenschläger steht für seriösen Verbraucherjournalismus, der kompetent informiert, Orientierung bietet und Entscheidungen erleichtert – besonders in den Bereichen Technik, Garten und Küche.

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