Auf der Spur der Paprikas

Grün, Gelb, Rot: Wie wächst Paprika eigentlich?

Im Supermarkt finden wir jeden Tag frische Paprika vor. Doch woher kommt sie? Wir machten uns auf den Weg nach Almería in Spanien, um es für Sie herauszufinden.

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Adelina Salinas zeigt die Paprika

Adelina Salinas ist stolz auf ihre Paprika-Plantage.

Die Paprika ist in deutschen Haushalten sehr beliebt: Wir verwenden sie als Gewürz ebenso wie als Gemüse in zahlreichen Gerichten. Zur Verwunderung vieler zählt sie botanisch gesehen zu den feurig scharfen Peperonis und Chillis. Die Züchtungen der Menschen machten aus fünf Paprika- und Chilli-Sorten bis heute über 200 unterschiedliche Varianten. Es verwundert deshalb nicht, dass Paprika und Chilli vom Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) zum Gemüse des Jahres 2015/16 gekürt wurden.

Die heutige Paprika ist eine Züchtung

Die heutige Gemüsepaprika entstammt einer Züchtung der 60er-Jahre und hat null bis zehn Scoville. (Scoville ist eine Einheit zum Abschätzen der Schärfe von Paprikapflanzen. Die momentan schärfste Chilisauce der Welt hat 9.000.000 Scoville.) Es war die erste Sorte mit nur einem geringen Caspsaicin-Anteil, der Chillis und Peperonis ihre Schärfe gibt. Die Farbe der Paprika ist ein Zeichen der Reife: Im unreifen Zustand ist sie grün und hat einen leicht bitteren Geschmack – im Verlauf des Reifungsprozesses wechselt sie ihre Farbe und schmeckt zunehmend süßer.
ZOI Gewächshäuser

Die Paprika wachsen in Gewächshäusern heran.

Besuch auf der Plantage von ZOI

Wir besuchten die Paprika-Plantage von ZOI in Almería in Spanien. Adelina Salinas ist eine der Besitzerinnen und führte uns herum.

Galerie: Bio-Paprika-Anbau in Spanien

Salinas ist Architektin und führt ein Architekturbüro. Die Immobilienkrise in Spanien ließ sie vor der Entscheidung stehen, entweder ungefähr die Hälfte ihrer Mitarbeiter entlassen zu müssen oder einen neuen Weg einzuschlagen. Sie entschied sich für den neuen Weg. Gemeinsam mit ihren Brüdern Paco und Antonio, einem Architekten und einem Hotelbetreiber, stieg sie in das Paprika-Geschäft ein und gründeten ZOI Agrícola. Sie setzten auf Nachhaltigkeit und natürlichen Anbau. Ihre Entscheidung rettete ihren Angestellten des Architekturbüros den Job. Einige von ihnen erhielten Schulungen und wechselten in die Paprika-Produktion.
Paprika Plantage

Alle Paprika sind zunächst grün und wechseln erst mit der Reife ihre Farbe.

Seit 2011 produziert und exportiert ZOI Paprika, Tomaten und weitere Gemüsesorten. Ihre Maschinen sind elektrisch betrieben, um Verschmutzungen der Pflanzen und der Umwelt zu vermeiden. Almería ist in einer Wüstenlandschaft gelegen und Wasser stellt ein hohes Gut dar. ZOI besitzt ein Wasserauffangbecken von 50 Millionen Liter Fassungsvermögen. Ein Kanalsystem und Wassergräben durchziehen die komplette Plantage und fängt das Regenwasser auf. Es deckt 50 Prozent des Jahresbedarfes an Wasser für die Bepflanzung. Die Mitarbeiter ernten und verpacken die Paprika am Tag ihrer Bestellung – und schicken sie danach direkt auf die Reise. Nach zwei bis drei Tagen liegen sie bereits in den Supermärkten zum Kauf bereit.
Wir bedanken uns bei Adelina Salinas für den Einblick in die Produktion.

Paprika Gewürz

Cornelia Diedrichs

von

Meine Seele gehört der Natur, mein Herz gehört dem Schreiben.