Unsichtbare Schädlinge

Nematoden biologisch bekämpfen – so klappt´s

Nematoden bekämpfen ist nicht schwer. Denn gegen Nematoden ist nicht nur ein Kraut gewachsen. eGarden verrät Ihnen, wie Sie Nematoden wieder loswerden.

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Fadenwurm Nematode

Eine gut geplante Fruchtfolge hilft gegen Nematoden (Bodenälchen).

Nematoden sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer. Es gibt rund 20.000 verschiedene Nematoden-Arten. Die längsten ihrer Gattung erreichen als Parasiten in Walen bis zu acht Metern. Meist sind die kleinen Würmchen jedoch nicht länger als ein paar Millimeter. Der Lebensraum der Nematoden (auch Bodenälchen) ist groß: Sie leben frei im Boden und Wasser sowie parasitär in Pflanzen und im Menschen. Nematoden sind in Gemüsegärten weit verbreitet. Sie richten dort mehr Schäden an, als viele vermuten. Karotten und Zwiebeln sind von Nematoden am häufigsten befallen. Die Schadbilder bei Nematoden sind sehr unspezifisch. Ihre Bekämpfung ist nur indirekt möglich. Nematoden sind übrigens Schädlinge und Nützlinge zugleich. Als Nützlinge helfen sie im Boden bei der Kompostierung und gegen Pflanzenschädlinge wie Schnecken und Dickmaulrüssler.

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Wie erkenne ich einen Befall mit Nematoden?

Nematoden befallen viele verschiedene Gemüse- und Obstpflanzen, wie beispielsweise Gurken, Karotten, Kartoffeln, Äpfel oder Erdbeeren. Auch gegenüber Zierpflanzen wie Begonien, Hortensien und Hyazinthen kennen die Bodenälchen kein Pardon. Pflanzen infizieren sich über den Boden oder betroffene Pflanzen. Mit dem bloßen Auge ist ein Befall mit Bodenälchen kaum zu erkennen. Wer jetzt Angst bekommt, frisches Gemüse zu verzehren, für den gilt Entwarnung: Der Verzehr von Bodenälchen ist für Menschen völlig unbedenklich. Je nach Nematoden-Art treten bei den befallenen Pflanzen unterschiedliche Symptome auf.
Typische Symptome bei Nematoden:
  • Pflanzen wie Kartoffeln wachsen durch den nesterweisen Befall unregelmäßig.
  • Es treten Deformationen an Blättern und Wurzeln auf.
  • Es bilden sich Wurzelgallen und viele kleine Seitenwurzeln.
  • Die Blätter verfärben sich und welken, da die Pflanzen zu wenig Nährstoffe und Wasser aufnehmen.
  • Sogar Samen und Keimlinge sterben bei starker Verseuchung mit Nematoden ab.
  • Bei Zwiebeln färben sich die Triebspitzen braun.

Wie beuge ich Nematoden vor?

Der Anbau in einer artenreichen Mischkultur und eine wechselnde Fruchtfolge fördert die Artenvielfalt in Ihrem Boden und verhindert gleichzeitig eine zunehmende Nematoden-Population im Beet. Ist ein Teil Ihres Beetes verseucht, pflanzen sie frühestens vier Jahre nach dem Befall erneut die Kulturpflanze an Ort und Stelle, die von Nematoden befallen war. Düngen und kalken Sie Ihren Boden regelmäßig, das erhöht die Bodenqualität und damit die Lebensqualität Ihrer Pflanzen.

Wie bekämpfe ich Nematoden?

Eine chemische Keule gegen Nematoden gibt es nicht. Es hilft also nur die Bio-Variante. Ein gesunder Boden beherbergt beispielsweise ausreichend Pilze und Bakterien, die Nematoden abtöten. Außerdem gibt es Pflanzen wie die Tagetes (Studentenblume), die mittels eines Giftes, das sie über die Wurzeln aussondert, Nematoden aus dem Beet vertreibt beziehungsweise komplett abtötet. Diese pflanzen Sie bitte möglichst dicht. Weitere natürliche Feinde von Nematoden sind Senf- und Ringelblumen. Einige Nematodenarten wie Meloidogyne und Pratylenchus sind allerdings sehr resistente Würmchen. Bei ihnen hilft nur eine Schwarzbrache. Sie hungern die Nematoden aus, indem Sie alles Grünzeug inklusive Unkraut aus dem betroffenen Beet entfernen. Nur so verhindern Sie, dass sich die Biester ungehindert weitervermehren. Befallene Pflanzen entsorgen Sie bitte mit Wurzeln, Knolle und Stängel im Restmüll und auf gar keinen Fall auf dem Kompost. Reinigen Sie danach auch Gartengeräte wie Unkrautstecher oder Spaten gründlich.

Nematodenkiller

Silke Orth

von

Das Paradies kann warten – ich bin im Garten.