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Mutterkraut – die vergessene Heilpflanze in unseren Gärten

Mutterkraut nennt man aufgrund der Ähnlichkeit der Blüten auch Falsche Kamille. Es fristet ein Schattendasein in gepflegten Gärten, dabei ist die Heilwirkung verblüffend.

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Mutterkraut

Mutterkraut kannten schon unsere Großmütter – vor allem wegen der Heilwirkung.

Das Mutterkraut (lat. Tanacetum Parthenium) gehörte für unsere Großmütter noch zu den wichtigen Heilkräutern. Heutzutage ist die ehemalige Heilpflanze, die auch Zierkamille oder bei den Engländern Fieberkraut heißt, ein wenig in Vergessenheit geraten. Erst seit seine Wirksamkeit als Vorbeugung einer Migräne wissenschaftlich belegt ist, erhält das Mutterkraut wieder mehr Beachtung. Regelmäßig in Form von Tee, Tinkturen oder der bloßen Blätter zu sich genommen, entfaltet es seine Wirkung. Angeblich hilft die Heilpflanze gegen
  • Erkältungen
  • Husten
  • Verdauungsstörungen
  • Fieber
  • wie der Name, der aus dem Mittelalter rührt, bereits vermuten lässt – bei Frauenproblemen
  • Periodenkrämpfe
  • wirkt krampflösend, auch bei der Geburt
  • reguliert den Menstruationszyklus
  • unterstützt den Eisprung und die Ablösung der Plazenta
Forscher untersuchen es aufgrund der enthaltenen Parthenolide sogar im Einsatz gegen Leukämie.

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Wie erkenne ich Mutterkraut?

Ursprünglich im östlichen Mittelmeerraum beheimatet, trat das Mutterkraut schon im Altertum seine Reise als Heilpflanze bis nach Mittel- und Westeuropa an. Im Laufe der Jahrhunderte bildeten sich unterschiedliche Sorten heraus. Sogar die wissenschaftlichen, lateinischen Bezeichnungen variieren, beinhalten aber den Artnamen „Parthenium“. Da viele Pflanzen im Volksmund den Beinamen „Mutterkraut“ bekamen, erkennen Sie die echten Varianten an ihrem Aussehen: Sie ähnelt der Kamille, deren noch junge Blüten Chrysanthemen-artig sind, und erinnert auch an Gänseblümchen. Die Stängel sind gerippt, verzweigen sich in Richtung Blüte zunehmend und bilden wechselständige Laubblätter. Das Mutterkraut gehört zur Gattung der Korbblütler, kann bis zu 80 cm hoch werden und dabei einen Quadratmeter an Raum einnehmen.

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Mutterkraut selbst pflanzen – wie mache ich das?

Mutterkraut ist eine robuste, anspruchslose Pflanze. Sie vermehren es mittels Samen, Teilung des Wurzelstocks oder nehmen Ableger. Das Heilkraut mag es eher trocken als feucht und ist bis etwa minus 10 Grad winterhart. Bei andauernder Kälte gehen die Pflanzen möglicherweise kaputt. Um sie neu anzupflanzen, säen Sie die Lichtkeimer im März in Anzuchterde an einem warmen Platz aus. Die Keimdauer beträgt etwa 7 bis 12 Tage. Ab Mai setzen Sie die Jungpflanzen in nährstoffreichen, am besten lehmhaltigen Boden im Freiland. Es gibt allerdings auch Gärtner, die auf die Selbstaussaat der Pflanze vertrauen. Hauptschädling ist die Blattlaus.

Mutterkraut und seine Heilwirkung

Dem Mutterkraut sagt man folgende Wrkungen nach. Es ist
  • beruhigend
  • entzündungshemmend
  • krampflösend
  • die Durchblutung fördernd
  • Menstruations- und Eisprung fördernd
  • Gefäß erweiternd
  • Leber stärkend
  • schmerzstillend
  • leicht abführend
Die Inhaltsstoffe Chrysanthenol, Stigmasterol, Borneol, Pyrethrin, Parthenolide und viele weitere Bestandteile, wie Kampfer und Thymol wirken angeblich positiv, bei:
  • Husten und Asthma
  • Erkältungen und Fieber
  • Eitrigen Wunden
  • Insektenstichen
  • Magenschwäche, Verstopfung und Blähungen
  • Rheuma, Gicht und Gelenkentzündungen
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Menstruationsproblemen
  • Hormonmangel bei Wechseljahresbeschwerden
  • Depressionen
  • Leukämie (Forschung)

Wie kann ich Mutterkraut als Heilpflanze anwenden?

Die Darreichungsform reicht von Tee, über Tinkturen bis zu Kapseln.
Die Anwendung geschieht wie folgt:
  • Äußerlich: als Tinktur oder Tee gegen Insektenstiche, als Umschläge bei eitrigen Wunden und gegen geschwollene Füße
  • Innerlich: oral als Tee oder Kapsel verabreicht
Die Blüten sind am wirkungsvollsten, wenn Sie sie zu Beginn der Blüte ernten.
Hinweis
: Es gibt Menschen, die bei frisch konsumierten Blättern mit einem Brennen im Mundraum reagieren. Hier empfiehlt sich die Anwendung als Tee oder Tinktur.
Wer kein Mutterkraut pflanzen, aber die Heilkraft nutzen möchte, findet es auch in Form von Kapseln im Reformhaus.

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