Vitaminreiche Kiwis aus dem eigenen Garten

Kiwis selbst anpflanzen: So gedeihen die Exoten auch hier

Kiwis gibt es in fast jedem Supermarkt. Und die exotischen Früchte gehören zu den beliebtesten hierzulande. Zudem sind Kiwis gesund und regelrechte Vitaminbomben. Mittlerweile gibt es auch Sorten, die in hiesigen Gefilden gut gedeihen.

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Kiwis selbst anpflanzen

Kiwis sind Kletterpflanzen – die Früchte extrem vitaminreich.

Die Kiwi hat ihren Ursprung in China und wurde früher wegen ihres Aussehens auch chinesische Stachelbeere genannt. Sie ist eine Kletterpflanze und kann bis zu achtzehn Meter hoch klettern. Die Frucht wurde 1904 nach Neuseeland eingeführt und ab 1952 erstmals nach England exportiert. Schon bald wurde die exotische Frucht auch nach Nordamerika und Europa exportiert. In London gab man ihr 1959 den Namen Kiwi. Der Name wurde abgeleitet vom gleichnamigen neuseeländischen Vogel. Mittlerweise sind Kiwis weltweit in den Obstregalen der meisten Supermärkte erhältlich. Die wohlschmeckende Frucht gilt wegen des hohen Vitamin- und Nährstoffgehalts als sehr gesund. Vor allem enthält sie sehr viel Vitamin C und ist reich an Kalzium, Kalium, Eisen und weiteren Nährstoffen. Auch die Vitamine B1 und E stecken in der Kiwi. Mittlerweile gibt es auch robuste und winterharte Sorten, die hierzulande angebaut werden können.

Früchte gibt es nur vom Pärchen

In der Regel sind Kiwisorten zweihäusig. Das bedeutet, es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Zur Befruchtung brauchen Sie also immer ein Pärchen, damit sie irgendwann die süßen Früchte ernten können. Es gibt mittlerweile allerdings auch ein paar einhäusige Sorten, also eine einzige Pflanze, die sich selber bestäubt. Die Bestimmung, ob eine Pflanze männlich oder weiblich ist, ist schwierig und nur an der Blüte zu erkennen. Besser, Sie fragen im Garten-Center nach den richtigen Samen oder Jungpflanzen. Sonst warten Sie unter Umständen ewig auf die Kiwi-Früchte. Weibliche und männliche Pflanzen müssen also immer zusammen und nebeneinander gepflanzt werden. Der Abstand sollte nicht mehr als vier Meter betragen. Eine männliche Pflanze kann bis zu sieben weibliche Pflanzen befruchten.

Samen oder Jungpflanzen

Sie haben zwei Möglichkeiten, Kiwis anzupflanzen: Entweder Sie benutzen die Samen direkt aus der Frucht oder gekaufte Samen aus der Tüte. Die andere Möglichkeit: Sie kaufen im Fachhandel Jungpflanzen.
Kiwis aus Samen: Wenn Sie sich für diese Art der Anpflanzung entscheiden, brauchen Sie Geduld. Zunächst müssen die Samen in Töpfen mit Anzuchterde eingepflanzt werden. Dazu dürfen die Samen nicht eingegraben werden, sondern müssen auf der Erde liegen. Tipp: Wenn Sie Samen aus der Frucht nehmen, befreien Sie sie vollständig von der glibberigen Schicht. Die verhindert nämlich den Keimvorgang. Die Töpfe stellen Sie an einen hellen Ort – Kiwis sind Lichtkeimer. Nun heißt es etwa zwei Wochen warten. In der Zeit muss die Erde immer feucht, aber nicht nass sein. Wenn die Pflanzen etwa drei bis fünf Zentimeter groß sind, Pflanzen Sie sie einzeln in separate Töpfe mit Anzuchterde um, bis sie groß genug für die Auspflanzung in den Garten sind. Aus Samen gezogene Kiwis blühen erst nach etwa sechs bis zehn Jahren. Auf die erste Ernte müssen Sie also lange warten.
Kiwis aus Jungpflanzen: Jungpflanzen bekommen Sie im Fachhandel. Die wurden meist aus Stecklingen gezogen und blühen schon nach zwei bis vier Jahren.
Kiwi Smoothie

Die Kiwi-Frucht ist nicht nur pur ein Genuss. Auch als Smoothie ist sie ein Gaumenschmaus.

Pflanzzeit, Bodenbeschaffenheit und Standort

Die beste Zeit zum Auspflanzen in den Garten ist der Frühsommer. Der Boden sollte humusreich und nicht kalkhaltig sein. Ein leicht saurer ph-Wert ist am besten geeignet. Als Standort sollten Sie einen warmen und windgeschützten Platz auswählen – am besten eine nach Süden ausgerichtete Hauswand. Kiwipflanzen sind Kletterpflanzen, deshalb brauchen sie eine Kletterhilfe. Ein Rankgitter ist die beste Lösung. Die Pflanzen klettern aber auch an allem hoch, wo sie Halt finden, etwa an einer Pergola. Gerade junge Pflanzen sollten Sie im Winter besonders schützen, etwa mit einer wärmenden Bodenabdeckung aus Rindenmulch und Tannenzweigen.

Wässern, schneiden und Erntezeit

Damit die Kiwipflanzen ihr Fruchtwachstum nicht einstellen, brauchen sie regelmäßig Wasser. Um den Ertrag und die Qualität zu optimieren, sollten Sie die Pflanzen regelmäßig zurechtschneiden. Ende September bis Anfang Oktober ist die beste Erntezeit. Früchte, die noch nicht richtig ausgereift sind, lassen Sie am besten im Haus, etwa auf der Fensterbank, nachreifen.
Torsten Stender

von

Komplizierte Ratgeber und Anleitungen sind dem gebürtigen Kieler ein Dorn im Auge. „Verständliche Texte mit Nutzwert sind ja kein Hexenwerk.“

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