Für eine tolle Knolle

Nur die dicksten Dinger – Kartoffeln pflanzen mit Erfolg

Kaufen Sie noch oder ernten Sie schon? Immer mehr Familien stellen auf Selbstversorgung um und bauen Gemüse im Garten oder auf dem Balkon an. eGarden verrät, wie Sie Kartoffeln mit Erfolg pflanzen.

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Kartoffeln mit Erfolg selbst anpflanzen

Vorkeimen, setzen, anhäufeln: Wenn Sie schmackhafte Kartoffeln pflanzen möchten, müssen Sie einige Dinge beachten, um Erfolg zu haben.

Weltweit ernten Landwirte und Hobbygärtner jährlich rund 300 Millionen Tonnen Kartoffeln. Jeder Deutsche konsumiert durchschnittlich mehr als 50 Kilogramm der tollen Knolle pro Jahr, gekocht, gebraten oder frittiert. Haben Sie schon einmal daran gedacht, wenigstens einen Teil Ihres Kartoffel-Bedarfs selbst zu produzieren ein paar dicke Knollen im Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse anzubauen? eGarden erklärt, wie Sie Kartoffeln mit Erfolg selbst anpflanzen können und sagt, wann Sie Ihre Erdäpfel am besten ernten sollten.

Kartoffeln pflanzen: Das müssen Sie vor dem Anbau beachten

Kartoffeln brauchen viele Nährstoffe, insbesondere Kalium, Phosphor, Kalzium, Magnesium und Stickstoff. Daher ist es wichtig, bereits vor dem Anbau für möglichst gute Bodenverhältnisse zu sorgen. Am besten graben Sie den Boden schon im Herbst um und bringen etwas Kompost aus oder vermischen die Erde mit Stallmist und stickstoffreichen Hornspänen.
Die Saatkartoffeln müssen Sie sechs bis acht Wochen vor dem Anpflanzen in einem 10 bis 15 Grad kühlen Raum zum Vorkeimen auslegen, bis die Triebe in etwa eine Länge von zwei bis drei Zentimeter erreicht haben. Die vorgekeimten Knollen sind zwar besonders wuchsfreudig, aber auch sehr frostempfindlich. Daher sollten Sie nicht vor Mitte April, wenn die Bodentemperatur mindestens sieben Grad beträgt, mit dem Anpflanzen beginnen. Sollte sich dennoch eine Kälteperiode anbahnen, hilft es, die Triebe zeitweilig mit Stroh, einer undurchsichtigen Plane oder einem Kunststoffvlies abzudecken.

Galerie: So können Sie Kartoffeln mit Erfolg selbst anpflanzen

Knollen richtig setzen

Haben Sie Ihren Boden gut vorbereitet, können Sie mit dem Setzen der vorgekeimten Kartoffeln beginnen. Hierzu ziehen Sie zunächst mit einer handelsüblichen Hacke 15 Zentimeter tiefe Furchen entlang des Beets. Der Abstand zwischen den einzelnen Pflanzreihen sollte ca. 60 Zentimeter betragen. Nun legen Sie die Kartoffeln mit Ihren Austrieben nach oben gerichtet in der Furche aus und lassen zwischen den Knollen jeweils 30 Zentimeter Platz, damit sich die Triebe auch ganz sicher nicht in die Quere kommen können.
Tipp: Sie können die Knollen auch in der Mitte durchschneiden und entlang der Furche auslegen, entscheidend ist, dass die Triebe nach oben zeigen. Anschließend bedecken Sie die gesetzten Kartoffeln mit etwas Erde. Wichtig: Der Boden muss locker sein! Die Erde beim Zuschütten also auf keinen Fall festtreten.

Wichtig: regelmäßiges Anhäufeln

Schon nach wenigen Wochen sprießt das erste Kartoffelgrün aus dem Boden, und Sie können mit dem Anhäufeln, also dem Auflockern des Bodens beginnen. Das wirkt sich in erster Linie positiv auf die Knollenbildung aus und verhindert, dass die Kartoffeln durch zu viel Lichteinwirkung grün und ungenießbar werden.
Zudem stützen Sie das Kraut der Pflanze, das ansonsten instabil werden und brechen könnte. Die für das Gewächs lebensnotwendige Photosynthese könnte dann nicht mehr stattfinden, und die Nährstoffversorgung der Knollen wäre erheblich eingeschränkt. Um das zu vermeiden, sollten Sie bis zur ersten Blüte alle zwei Wochen einmal anhäufeln, sodass die Pflanzen etwa 10 bis 15 Zentimeter über dem Boden stehen.
Alternativ haben viele Hobbygärtner auch gute Erfahrungen damit gemacht, die Knollen mit einer 20 Zentimeter dicken Mulchschicht aus Stroh oder Rasenschnitt zu bedecken, um sie nicht zuletzt vor übermäßiger UV-Einstrahlung zu schützen und das Leben von Kleinorganismen zu fördern, die den Boden auflockern. Durch die Zersetzung des organischen Materials der Mulchdecke versorgen Sie Ihre Kulturpflanze so auch gleich mit wichtigen Nährstoffen.

Galerie: Die beliebtesten Gemüsepflanzen für den Garten

Wann können Sie ernten?

Sobald die ersten Pflanzen blühen, können Sie mit der Ernte von Frühkartoffeln beginnen. Da sich die verfrühten Erdäpfel in der Regel aber nur sehr schlecht lagern lassen, sollten Sie lieber nur so viele Kartoffeln ausgraben, wie Sie auch tatsächlich frisch verbrauchen. Ab August, also rund hundert Tage nach dem Setzen, können Sie die restlichen Kartoffeln bis in den Herbst hinein ernten. Ob die Knollen auch wirklich reif sind, erkennen Sie daran, dass sich die Schale nicht ablöst, wenn Sie mit einem Finger darüber fahren.
Nach der Ernte müssen Sie das entstandene Kartoffellaub vernichten, um Ausbreitungen von Krankheiten über den Boden oder den Kompost zu vermeiden. Idealerweise machen Sie Ihr Gemüsebeet bereits jetzt fit für den nächsten Anbau im Frühjahr.
Die wichtigsten Tipps für einen erfolgreichen Kartoffelanbau finden Sie in unserer Bildergalerie.

Kartoffeln im Eimer pflanzen

Wenn Sie keinen Garten haben, aber dennoch Kartoffeln anbauen möchten, können Sie auch auf dem Balkon oder der Terrasse Knollen anpflanzen. Befüllen Sie ganz einfach einen Kübel oder Eimer mit einer Dränageschicht aus Kies und einer 15 bis 20 Zentimeter dicken Schicht Blumenerde. Anschließend legen Sie die Saatkartoffeln ca. fünf Zentimeter tief in die Erdschicht.
Das Ganze wiederholen Sie so oft, bis der Kübel komplett mit Erde gefüllt ist. In ein Gefäß mit zehn Litern Volumen passen je nach Größe für gewöhnlich etwa drei bis vier Knollen. Lockern Sie die Erde alle zwei Wochen etwas auf und halten Sie sie feucht. Nach ungefähr hundert Tagen können Sie Ihre Kartoffeln ausgraben.
Jan-Christoph Öhlenschläger

von

Der junge Redakteur und Kulturwissenschaftler Jan-Christoph Öhlenschläger steht für seriösen Verbraucherjournalismus, der kompetent informiert, Orientierung bietet und Entscheidungen erleichtert – besonders in den Bereichen Technik, Garten und Küche.

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