Steckbrief und Tipps für den Garten

Igel im Garten: Das sollten Sie wissen

Igel sind regelmäßige Besucher, manchmal auch Bewohner unserer Gärten. Im Herbst suchen sie Unterschlupf für den Winterschlaf. Was Sie über Igel im Garten wissen sollten und wie Sie Ihren Garten igelfreundlich gestalten.

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Igel im Garten

Igel suchen in unseren Gärten nach Nahrung und einem Platz für den Winterschlaf.

Vor allem in der Dämmerung oder in der Nacht schleichen sich die insektenfressenden Winterschläfer auf der Suche nach Nahrung durch unsere Gärten. Igel gehören zu den ältesten noch existierenden Säugetierformen. Um sie zu schützen, können Sie einiges für das stachelige Tier tun.

Aussehen, Nahrung & Co.: Der Igel-Steckbrief

Ausgewachsene Igel sind ca. 24 bis 28 cm lang und wiegen etwa 800 bis 1.500 Gramm. Männchen sind meist etwas schwerer als Weibchen. Bei Gefahr oder Berührung rollen sich die Tiere ein und richten Ihre Stacheln auf. Was Sie rund um den Igel außerdem wissen sollten:
  1. Wie viele Stacheln hat ein Igel? Ausgewachsene Igel haben rund 6.000 bis 8.000 Stacheln.
  2. Wie alt werden Igel? Igel werden bis zu sieben Jahre alt. Da die Sterblichkeit der Jungtiere, auch auf Grund von menschengemachter Gefahren, allerdings relativ hoch ist, liegt die durchschnittliche Lebenserwartung von Igeln bei etwa drei bis vier Jahren.
  3. Wie pflanzen Igel sich fort? Igel paaren sich zwischen Mai und August. Nach etwa 35 Tagen Tragzeit gebären Igel-Weibchen bis zu vier Jungen – die meisten kommen im August und September zur Welt. Das Igel-Männchen spielt bei der Aufzucht der Jungen keine Rolle. Nach etwa sechs Wochen sind die kleinen Igel alleine lebensfähig und bereit für ihren ersten Winterschlaf.
  4. Welche Geräusche macht ein Igel? Igel fauchen, tuckern oder puffen – bei Gefahr ist auch ein lautes Kreischen zu hören. Zur Verständigung bzw. Nahrungssuche verwenden Igel aber vor allem ihren hervorragenden Geruchssinn und das zusätzliche Jacobsonsche Organ, bei dem beim Erkunden unbekannter Stoffe ein schaumiger Speichel entsteht.
  5. Was frisst ein Igel? Igel fressen vor allem Insekten und Käfer, zum Beispiel Laufkäfer, Larven von Schmetterlingen, Regenwürmer, Schnecken und Spinnen. Obst und Gemüse fressen sie nicht.
  6. Wie sieht Igelkot aus? Igel hinterlassen dunkelbraune bis schwarze Würste von etwa drei bis sechs Zentimetern Länge.
  7. Wann halten Igel Winterschlaf? Igel gehen, je nach Witterung, bereits ab Anfang Oktober in den Winterschlaf. Zuerst suchen sich die Männchen einen sicheren Unterschlupf für etwa fünf bis sechs Monate. Die Weibchen erst, wenn sie sich ein ausreichend großes Fettpolster nach der Jungenaufzucht zugelegt haben. Zuletzt gehen die jungen Igel in den Winterschlaf. Dabei sinkt die Körpertemperatur sowie der Herzschlag, die Atemfrequenz und weitere Werte der inneren Organe.
Baby-Igel trinkt aus einer Schale mit Wasser

Ermöglichen Sie Igeln im Garten den Zugang zu Wasser.

Tipps für einen igelfreundlichen Garten

Der Wald war wahrscheinlich der ursprüngliche Lebensraum von Igeln. Mittlerweile finden Igel aber oftmals ideale Lebensbedingungen in unseren Gärten: mit ausreichenden Nistgelegenheiten und vielfältigem Nahrungsangebot. Wer Igel gezielt in seinen Garten locken möchte, sollte folgende Tipps für einen igelfreundlichen Garten berücksichtigen:
  1. Durchgänge freihalten: Ermöglichen Sie es dem Igel unter Zäunen und Mauern hindurchzuschlüpfen. In grobmaschigem Draht können Igel sich leicht verfangen.
  2. Verzichten Sie auf Pflanzenschutzdünger, chemischen Unkrautvernichter und Kunstdünger.
  3. Igel verstecken sich gerne im hohen Gras unter Büschen und Hecken. Mähen Sie hier also nur mit größter Vorsicht und auch nur selten, da wachsende Gräser eine wichtige Lebensgrundlage für Igel.
  4. Pflanzen Sie einheimische Büsche, Bäume und Hecken – diese bilden die ideale Lebensgrundlage für Insekten, Vögel und kleine Säugetiere wie Igel.
  5. Igel sind immer auf der Suche nach einem Unterschlupf oder Nest für die Aufzucht der Jungen. Schaffen Sie also geschützte Räume zwischen Holzstapeln, am Schuppen oder unter Treppen und lassen Sie Laub- und Komposthaufen unberührt. Finden Sie einen Igel oder eine ganze Familie bei der Gartenarbeit, decken Sie das Nest schnell wieder ab. Im Baumarkt oder in Zoohandlungen gibt es außerdem spezielle Igelhäuser zu kaufen.
  6. Stellen Sie flache Schalen mit Frischwasser auf oder verschaffen Sie den Igeln Zugang zum Gartenteich.

Gefahren für Igel erkennen und vermeiden

Igel stehen zwar auf dem Speiseplan einiger Wildtiere, allerdings ist der Mensch eine deutlich größere Gefahrenquelle für den Igel. Worauf Sie darum achten sollten:
  1. Fahren Sie in der Dämmerung und nachts besonders aufmerksam durch grüne Siedlungsbereiche, um Igel auf der Straße rechtzeitig zu erkennen.
  2. Seien Sie vorsichtig beim Gebrauch von Gartengeräten! Durch das Mähen vernichten Sie nicht nur etwaigen Lebensraum sondern können Igel auch verletzen oder töten. Auch beim Umsetzen von Laubhaufen mit einer Mistgabel oder der Benutzung eines Laubsaugers sollten Sie vorsichtig sein.
  3. Maschendraht- und Elektrozäune in Bodennähe können tödliche Fallen für Igel sein. Auch in herabhängenden Vogelnetzen, Schnüren und Folien können Igel sich leicht verfangen.
  4. Minimieren Sie die Absturzgefahr für Igel an Kellertreppen, Schächten und Gartenteichen. Zusätzliche Stufen oder ein quergelegtes Brett können lebensrettende Hilfsmittel an Gefahrenstellen sein.
  5. Behalten Sie Ihren Hund im Auge! Viele jagen nicht nur aktive Igel sondern graben diese auch aus Ihrem Winterschlafquartier aus.
  6. Lassen Sie keine Dosen und Müllsäcke im Garten liegen, da sich die Tiere dort sonst verfangen können oder mit der Müllabfuhr abtransportiert werden.

Igel gefunden: Was tun?

Gerade im Herbst finden viele Menschen einen Igel im Garten oder am Straßenrand. Eine der wichtigsten Fragen ist dann: Sollte ich dem Igel helfen oder ihn dem Lauf der Natur überlassen? Grundsätzlich gilt, dass nur verletzten oder kranken Tieren, sowie Jungtieren und Igeln, die bei Dauerfrost und Schnee noch unterwegs sind, geholfen werden sollte. Finden Sie einen warmen und geschützten Platz für den gefundenen Igel und setzen Sie sich ggf. mit einem Tierarzt oder einer Igelauffangstation in Verbindung. Beim Füttern kommt es auf eine ausgewogene Ernährung an. Als Igelfutter eignet sich Katzen- oder Hundefutter, Eier, gekochtes Geflügel- oder Hackfleisch. Zusätzlich können Sie Weizenkleie oder Haferflocken geben. Außerdem gibt es spezielles Igeltrockenfutter.

Buch: „Igel im Garten (Mein Garten): Helfen Pflegen Beobachten”