Auf der Suche nach einem Winterquartier

Igel im Garten: So helfen Sie richtig und sinnvoll

Neben Pflanzen und Sträuchern brauchen auch Igel in der kalten Jahreszeit einen schützenden Unterschlupf. eGarden sagt, welche Möglichkeiten es gibt, um den eigenen Garten mit einfachen Mitteln möglichst igelfreundlich zu gestalten.

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Igel im Laub

An kalten Tagen suchen Igel häufig unter Laubhaufen Schutz.

Igel zählen zu den beliebtesten Tieren im Garten. Ab Mitte Oktober begeben sie sich auf die Suche nach einem Quartier für den Winter. Bereits ab November halten die stacheligen Gefährten bis Anfang April ihren Winterschlaf, doch oft ist es für die scheuen Tierchen nicht gerade einfach, ein geeignetes Plätzchen zu finden. Denn häufig zerstören Gartenbesitzer wichtige Lebensräume der Igel, ohne es zu bemerken.

Achtung, Igel!

Wer Igel fit für den Winter machen will, sollte seinen Garten fit für Igel machen. Es hilft schon, nicht allzu gründlich aufzuräumen. So sollten Sie beispielsweise gänzlich auf den Einsatz von Laubsaugern verzichten. Wer Laubhaufen und Fallobst einfach liegen lässt, sorgt dafür, dass die possierlichen Tierchen vor dem Kälteeinbruch und der Frostperiode Nahrung finden. Übrigens: Auch andere Tiere wie Teichmolche suchen unter Laub und herumliegenden Steinen Schutz. Beim Rasenmähen ist daher äußerste Vorsicht geboten – schließlich können sich unter Laubhaufen und Holzstapeln Igelnester befinden.
Igel mit Apfel

Wird in Herbst und Winter die Nahrung knapp, freuen sich Igel besonders über Früchte von Obstbäumen.

Gruben und Gräben sollten Sie unbedingt abdecken, da sie potenzielle Tierfallen darstellen. Selbiges gilt für Kellerschächte, die Sie idealerweise mit einer Lichtschachtabdeckung (ab 4,99 Euro bei Amazon) sichern. Tipp: Am besten kontrollieren Sie vor dem Abdecken, ob auch kein Tier hineingefallen ist, und retten es, bevor es dem Hunger- oder Kältetod zum Opfer fällt.

So fühlen sich die Tiere am wohlsten

Ein igelfreundlicher Garten ist möglichst naturnah gestaltet und bewirtschaftet. Je mehr Unterschlupfmöglichkeiten Sie den Igeln bieten, desto besser. So gelten beispielsweise eine grüne Hecke, ein Teich, Obstbäume sowie schützende Steinmauern, Laub- und Komposthaufen als wichtige Naturelemente für einen einladenden Igelgarten. Von englischem Rasen, exotischen Gehölzen und kleinmaschigen Zäunen sollten Sie hingegen ebenso absehen wie von der Verwendung mineralischer Dünger und chemischen Schädlingsbekämpfungsmitteln. Ansonsten besteht immer ein gewisses Gesundheitsrisiko, wenn sich die stacheligen Winterschläfer frei in Ihrem Garten bewegen.
Das perfekte Schlupfloch basiert auf natürlichen Materialien und besteht aus einem Haufen Totholz, etwas Reisig und Laub. Einen dauerhaften Zufluchtsort, der sich auch wunderbar zum Nisten eignet, bieten Sie den kleinen Tierchen, wenn Sie den Reisighaufen zusätzlich mit einer Basis aus Feldsteinen versehen. Natürlich kann auch der hauseigene Komposthaufen mit seinen vielen Schlupfwinkeln als Winterquartier oder Nistmöglichkeit herhalten. Ebenso freuen sich Igel über Baumstümpfe, hohle Bäume oder leer stehende Hasenbauten. Alternativ können Sie natürlich auch ein klassisches Igelhäuschen aus Holz (ab 14,95 Euro bei Amazon) oder eine aus Holzbeton gefertigte Igelkuppel oder -burg (ab 34,76 Euro bei Amazon) aufstellen. Mit Laub gefüllt schaffen Sie so ein weiteres Rückzugsgebiet.
Jan-Christoph Öhlenschläger

von

Der junge Redakteur und Kulturwissenschaftler Jan-Christoph Öhlenschläger steht für seriösen Verbraucherjournalismus, der kompetent informiert, Orientierung bietet und Entscheidungen erleichtert – besonders in den Bereichen Technik, Garten und Küche.

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