Komfortables Gärtnern auf Tischhöhe

Hochbeet bauen und bepflanzen: So geht’s

Ein Hochbeet lässt sich rückenfreundlich bearbeiten, hübscht den Garten auf und liefert höhere Ernteerträge als Flachbeete. eGarden erklärt, wie Sie ein stabiles Hochbeet bauen, richtig befüllen und ideal bepflanzen.

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Hochbeet bauen und bepflanzen

Hochbeet bauen: Ganz egal, ob Sie Kräuter, Gemüse oder Blumen ausbringen – ein Pflanzkasten aus Holz oder Stein ist eine Bereicherung für jeden Garten.

Vorübergehender Trend oder praktische Erfindung? Immer mehr Gartenfans legen sich jedenfalls ein Hochbeet zu. Ob im Garten, auf der Terrasse oder am Balkon – Hobbygärtner nutzen jeden noch so kleinen Platz an der frischen Luft zum Anpflanzen. Besonders beliebt und zugleich bestens geeignet ist der Anbau von Gemüse. Sie möchten selbst ein Hochbeet bauen? In unserem Ratgeber erklären wir Ihnen, wie es am besten geht.

Hochbeet bauen: Das bringt's

Ein Hochbeet hat viele Vorteile: Es isoliert die Pflanzen und erwärmt sich besser als herkömmliche Beete, was wiederum eine frühere Anzucht und bis zu sechs Wochen längere Erntezeit ermöglicht. Für gewöhnlich ist die Erde im Pflanzkasten bis zu fünf Grad wärmer als im Flachbeet. Durch die Verrottung der organischen Bestandteile entsteht wertvoller Humus, der die Pflanzen auf natürliche Weise mit wichtigen Nährstoffen versorgt, sodass Sie so gut wie kein Düngemittel benötigen. Zudem können Sie aufgrund der Höhe komfortabler und rückenschonender arbeiten.
Hochbeet aus Stein

Ein Hochbeet aus Stein ist besonders haltbar und speichert die Wärme besser als ein Pflanzkasten aus Holz.

Aus Holz oder Stein: So bauen Sie Ihr eigenes Hochbeet

Bevor Sie mit dem Bau beginnen, müssen Sie sich zunächst überlegen, wie groß das Beet sein soll. Das ideale Maß für ein Hochbeet ist eine Länge von bis zu zwei Metern und eine Höhe von 80 bis 120 Zentimetern. Auch kleinere Kästen sollten immer zwischen 80 und 120 Zentimetern hoch sein – zumindest wenn Sie Nutzpflanzen anbauen möchten. Damit Sie gut an dem Beet arbeiten und jeden Bereich ohne Probleme erreichen können, ist eine Breite von 80 Zentimetern optimal.
Nächster Schritt ist die Materialwahl. Holz, etwa von der Fichte oder der Lärche, macht optisch einiges her und ist schnell zusammengeschraubt, braucht dafür aber etwas mehr Pflege. Entsprechende Bausätze von guter Qualität und einer Fläche von etwa 0,5 Quadratmetern bekommen Sie bereits für rund 100 Euro. Tipp: Wenn Sie sehr genaue Vorstellungen hinsichtlich Größe oder Holzart haben, lassen Sie die Bretter am besten bereits im Baumarkt auf die gewünschte Länge zuschneiden.
Ein Hochbeet aus Stein, etwa aus Rasengittersteinen, ist stabiler, besonders haltbar, speichert die Wärme besonders gut und macht nicht viel mehr Arbeit als die Holzvariante. Die einzelnen Steine türmen Sie ganz einfach unter Verwendung von Mörtel bis zur gewünschten Höhe auf. Bauen Sie Ihr Hochbeet nicht aus Metall, da dieser Baustoff in der Regel nur sehr schlecht isoliert, Ihre Pflanzen es aber unbedingt warm haben müssen.
Haben Sie sich für ein Material entschieden, richten Sie den Rahmen für das Beet nach Süden aus, sodass der Kasten möglichst viel Sonne abbekommt, was für das Wachstum besonders wichtig ist.

Galerie: Hochbeet anlegen: Die wichtigsten Tipps

Schicht für Schicht zu einer schönen Blüte

Entscheidend für den gärtnerischen Erfolg Ihres Hochbeet-Projekts sind die verschiedenen Schichten, aus denen Sie Ihr Beet aufbauen. Wenn der Pflanzkasten auf einer Rasenfläche steht, stechen Sie im Inneren des Rahmens die Grasnarbe heraus und legen diese kurz zur Seite. Die kahle Stelle bedecken Sie nun mit einer Dränage aus Kies oder Blähton. Um die Pflanzen vor Wühlmäusen und Maulwürfen zu schützen, legen Sie darüber etwas Kaninchengitter oder feinen Maschendraht aus, den Sie an den Seiten festtackern, die Wände selbst verkleiden Sie mit einer Schicht Noppen- oder Teichfolie – das beugt Feuchtigkeitsschäden am Holzrahmen vor.
Anschließend verteilen Sie auf dem Gitter eine circa 20 Zentimeter hohe Schicht aus Ästen, Zweigen, Baumschnitt und grünen Gartenabfällen. Darüber legen Sie die zuvor ausgestochenen Rasenstücke in Höhe von 10 bis 15 Zentimetern mit den Wurzeln nach oben gerichtet aus. Wichtig: fest andrücken. Haben Sie keine Rasenstücke zur Hand, verwenden Sie stattdessen Stroh oder auch Kleintier-Streu.
Die dritte Schicht besteht aus etwa 20 Zentimeter hohem, feuchtem und leicht verrotteten Laub und lockeren Gartenabfällen. Darauf füllen Sie etwa 10 Zentimeter hoch halbreife Komposterde oder etwas Stallmist, bevor Sie eine rund 25 Zentimeter dicke Schicht Gartenerde darüber schütten, die Sie mit etwas Feinkompost vermischen. Sollten Sie keinen Kompost zur Verfügung haben, verwenden Sie alternativ ganz einfaches Pflanzsubstrat, zum Beispiel von Lechuza-Pon (6 Liter ab 9,35 Euro). Nun können Sie mit dem Anpflanzen beginnen.

Galerie: 15 tolle Gartenideen für Jedermann

Richtig anbauen

Hochbeete legen Sie am besten im Herbst an. Da aber auch im Frühjahr viele Gartenabfälle wie Laub, Heckenschnitt und Kompost anfallen, eignet sich der Anbau ebenso im Februar oder März.
Gerade in den ersten zwei Jahren bieten die Pflanzenkästen besonders viele Nährstoffe. Daher empfiehlt es sich, neben Ranunkeln, Margeriten, Veilchen und Co. zunächst sogenannte Starkzehrer wie Tomaten, Gurken, Kohl oder auch Kartoffeln anzupflanzen. Schwachzehrer wie Salate oder Spinat sollten erst später hinzukommen, damit sich auch ganz sicher kein Nitrat in den Gewächsen anreichert. Die einzelnen Schichten Ihrer Hochbeete sollten Sie alle fünf Jahre erneuern.
In der obigen Bildergalerie finden Sie die wichtigsten Tipps zum Bau und Anlegen eines Hochbeetes im Überblick.
Jan-Christoph Öhlenschläger

von

Der junge Redakteur und Kulturwissenschaftler Jan-Christoph Öhlenschläger steht für seriösen Verbraucherjournalismus, der kompetent informiert, Orientierung bietet und Entscheidungen erleichtert – besonders in den Bereichen Technik, Garten und Küche.

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