Altes neu entdeckt

Ab ins Gemüsebeet: Fast vergessene Sorten

Ob als knackige Rohkost im Salat oder herzhafte Suppe – Gemüse ist mehr als nur eine Beilage. Möhren und Kartoffeln sind längst in aller Munde, doch es gibt auch alte Sorten, die heute kaum noch im Gemüsebeet zu finden sind. eGarden gibt einen Überblick.

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Alte Gemüsesorten wiederentdecken

Besondere Köstlichkeiten aus dem Gemüsebeet bieten viele Vorteile, die unter anderem unserer Gesundheit zugute kommen.

Immer nur Tomaten? Das ist doch langweilig. Wie wäre es stattdessen mit Pastinaken, Erdbeerspinat oder Rübstiel? Tatsächlich erleben einige alte Gemüsesorten, die heutzutage kaum noch einer kennt, derzeit ein Comeback. Gerade Profi-Köche setzen bei der Zusammenstellung neuer Gerichte gerne auf alte Sorten und auch auf Wochenmärkten und im Bioladen ist das Gemüse zum Teil wieder erhältlich. Warum also nicht auch selbst welches anbauen? Tatsächlich sind die fast schon vergessenen Sorten oft geschmacksintensiver, gesünder und widerstandsfähiger als bekannte Arten. eGarden begibt sich auf eine Wiederentdeckungsreise ins Gemüsebeet.

Alte Sorten sind hart im Nehmen

Heutzutage muss Gemüse schnell wachsen, besonders ertragreich sein und nach Möglichkeit auch makellos aussehen. Schließlich soll es sich ja gut verkaufen. All diese Eigenschaften treffen in der Regel nicht auf alte Gemüsesorten zu, weshalb diese im Laufe der vergangenen Jahre zunehmend vom Markt verschwanden. Doch dafür bieten Pastinaken und Co. andere Vorteile. So sind die Pflanzen beispielsweise deutlich widerstandsfähiger, da sie sich über viele Generationen hinweg an die Bodenbedingungen und Klimaverhältnisse angepasst haben – und das ganz ohne künstlichen Dünger. Dadurch sind die Gewächse entsprechend resistenter gegen Frost oder Trockenheit. Eine Auswahl an Retro-Gemüsesorten finden Sie in unserer Bildergalerie.

Galerie: 5 vergessene Gemüsesorten mit Geschmack

Schmackhafte Nährstofflieferanten

Wie bereits erwähnt, wachsen alte Gemüsesorten deutlich langsamer. Das ist aber nicht unbedingt negativ zu bewerten, denn durch das langsame Wachstum können die Pflanzen auch mehr wertvolle Nährstoffe bilden. Die meisten Nährstoffe und Geschmacksträger stecken schon in der Schale, daher empfiehlt es sich nicht immer, das Gemüse vor dem Kochen zu schälen. Zudem entstehen im Zuge des Reifungsprozesses sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe, die oftmals eine besonders intensive Farbgebung hervorrufen und zugleich als Schutz vor Fressfeinden oder Parasiten dienen. Experten zufolge sind sekundäre Pflanzenstoffe auch für den Menschen gesundheitsfördernd, da sie freie Radikale früh abfangen und so das Krebsrisiko senken. Darüber hinaus soll sich ein regelmäßiger Konsum positiv auf das Immunsystem, den Blutdruck, den Cholesterinspiegel sowie auf den Stoffwechsel von Diabetikern auswirken. Weitere Vorteile sind das besondere Aroma und die lange Haltbarkeit alter Gemüsesorten.

Bunte Vielfalt ist sehr gefragt

Da Cardy, Stielmus, Petersilienwurzel und Co. oft einen eher bitteren Geschmack haben, die meisten Gemüseliebhaber aber eher ein süßes Aroma bevorzugen, ist die Nachfrage nicht besonders hoch. Doch auch schon bei Tomaten und Kartoffeln können Sie für Abwechslung sorgen. Wie wäre es mit hellgelben und orangefarbenen Tomaten oder rosafarbenen und violetten Kartoffeln? Probieren Sie es doch einfach einmal aus und bringen so mehr Vielfalt auf den Esstisch.
Jan-Christoph Öhlenschläger

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Der junge Redakteur und Kulturwissenschaftler Jan-Christoph Öhlenschläger steht für seriösen Verbraucherjournalismus, der kompetent informiert, Orientierung bietet und Entscheidungen erleichtert – besonders in den Bereichen Technik, Garten und Küche.

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