So bleibt der Garten gesund

Gartenarbeit im Winter - Das sollten Sie beachten

Bei den milden Temperaturen der letzten Wochen juckt es vielen Hobbygärtnern in den Fingern, Hand im Garten anzulegen. Vor allem, wenn sich pflanzlich schon etwas tut. Doch bei der Gartenarbeit im Winter sollten Sie einige Dinge beachten.

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Gartenarbeit im Winter

Schnee im Garten kann sehr nützlich sein.

Generell gilt für den Winter: Lassen Sie den Garten ruhig Garten sein. Die meisten Pflanzen können mit Kälte und Schnee gut umgehen. Bedenken Sie, dass die Natur den Menschen zum Überleben nicht benötigt. Doch was tun, wenn der Winter so mild ist wie dieses Jahr und Bäume und Sträucher anfangen, Knospen zu bilden? Auch hier können Sie es ruhig angehen lassen. Selbst wenn der Frost noch einmal zuschlägt, ist das kein Weltuntergang für Ihre Bäume. Anders sieht es bei Topfpflanzen aus. Bei ihnen sollten Sie ein Auge auf Wurzeln und Blätter werfen. eGarden gibt Ihnen wertvolle Tipps für einen guten Umgang Ihres Gartens zur kalten Jahreszeit.

Mildes Klima und klirrende Kälte

Es mag sich vielleicht verwirrend anhören, doch ein milder Winter setzt Bäumen und Sträuchern mehr zu, als Eiseskälte. Die Erklärung ist ganz einfach: Heimische Baum- und Straucharten sind an die kalte Jahreszeit angepasst und tragen eine "Überlebensstrategie" quasi in ihrem genetischen Code. Sobald Bäume im Herbst ihr Blattwerk verlieren, legen sie automatisch schon die Knospen für neue Blätter und Blüten an. Normalerweise bleiben diese Knospen bis zum Frühjahr unter der schützenden Rinde verdeckt.
Was aber tun, wenn der Winter mild ist und die Bäume schon im Januar anfangen auszuschlagen? Hier gilt: Ruhe bewahren. Selbst wenn ein Kälteeinbruch folgen sollte, brauchen Sie die frischen Knospen nicht vor dem Frost zu schützen. Gehen die frischen Triebe ein, müssen Sie nicht um Ihre Bäume bangen. Jeder Baum kann im Notfall auch schnell neue Knospen nachbilden. Sollten die jungen Triebe also bei der ersten Kälte eingehen, ist nicht der ganze Baum zerstört. Wie und wann Sie ihre Bäume beschneiden sollten, erfahren Sie in unserem Ratgeber.
Anders sieht es bei Bäumen und Sträuchern aus, die in Deutschland nicht heimisch sind. Hier kann es bei spätem Frost zu Schäden kommen. Gerade Baumarten aus südlichen Ländern sind bei einem späten Wintereinbruch gefährdet, da sie nicht an das Klima hierzulande gewöhnt sind. Hier hilft es, wenn Sie sich Tipps und Tricks beim örtlichen Stadtgärtner holen. Am besten bitten Sie die Person um Hilfe, bei der Sie den Baum gekauft haben.

Gartenarbeit im Winter

Bei Frost nach den ersten Trieben brauchen Sie sich keine Sorgen machen.

Topfpflanzen brauchen Aufmerksamkeit

Topfpflanzen sind dagegen ein ganz anderes Terrain. Durch den fehlenden Zugang zum Grundwasser benötigen diese Pflanzen auch im Winter eine ausreichende Bewässerung, damit sie nicht verdursten. Natürlich immer vorausgesetzt, der Winter ist mild. Bei Frost stellen Pflanzen ihre Tätigkeit ein. Sollten allerdings Plusgrade herrschen, brauchen diese Pflanzen auch im Winter Wasser. Der Grund ist, dass Wasser auch bei niedrigeren Temperaturen noch durch die Blätter verdunstet. Sollten sich frostige Tage mit milden Tagen abwechseln, gießen Sie am besten immer dann, wenn es gerade nicht friert.
Frostschäden können dann entstehen, wenn tagsüber Plusgrade herrschen und dann nachts das Thermometer fällt. Denn dann wird tagsüber der Stoffwechsel der Pflanze angeregt und in der Nacht lahmgelegt. Damit Sie in solch einer Situation keine Pflanze verlieren, empfiehlt es sich, den Baum oder Strauch mit einer Strohmatte zu umwickeln. Dadurch fällt die Temperatur nachts nicht so stark. Auch wichtig: Achten Sie darauf, die Pflanze nicht zu starker Sonneneinstrahlung auszusetzen. Das regt den Kreislauf besonders an. Übrigens schadet Schnee auch Topfpflanzen nicht. Im Gegenteil, die natürliche Decke hält die klirrende Kälte vom Boden und damit von der Wurzel fern. Achten Sie nur darauf, dass der Schnee nicht zu nass ist. Auch Äste sollten Sie von zu viel Schnee befreien, da diese sonst unter der Last brechen können.

Schädlinge nehmen zu

Problematisch ist ein milder Winter allerdings bei der Schädlingsbekämpfung. Denn durch die warmen Temperaturen überleben viele Larven und im Frühjahr schlüpfen diese dann in großer Zahl. Auch Pilzkrankheiten können sich verstärkt ausbreiten. Da hilft nur, im Frühjahr auf Schädlingsbefall zu achten. Haben Sie mit Läusen zu kämpfen, möchten aber nicht die chemischen Keule auspacken, können Sie auch auf Marienkäfer zurückgreifen. Bei Amazon kann man Marienkäfer in beliebiger Anzahl bestellen. Auch viele Tierhandlungen bieten Marienkäfer als natürliche Schädlingsbekämpfer an. Welche nützlichen Helfer es noch gibt, können Sie in unserem Ratgeber "Insekten: Richtige Pflege für Nützlinge" nachlesen.
Im Gegensatz zu den Schädlingen leiden Bienen sehr unter einem milden Winter. Da die Königin bei höheren Temperaturen weiterhin für Nachwuchs sorgt, muss der Rest des Volkes dafür sorgen, dass der Stock auf 35 Grad beheizt bleibt. Dadurch wird allerdings mehr Nahrung benötigt, als im Winter produziert werden kann. Ein Bienensterben durch Verhungern ist die Folge. Viel kann man dagegen nicht machen. Es bleibt die Hoffnung, dass genügend Bienen überleben, um den Stock im nächsten Jahr wieder aufzubauen.

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