Alles im grünen Bereich?

Kleine Fruchtfolge-Regelkunde für junges Gemüse

Die Fruchtfolge erhöht Ihre Ernte und schützt Ihre Pflanzen vor Schädlingen. eGarden nennt die Regeln und hilft beim Planen.

Datum:
Salat und Spinat neben Gießkanne

Die Fruchtfolge im Gemüsebeet sorgt für üppige, gesunde und widerstandsfähige Pflanzen.

Mit der richtigen Pflanzstrategie und gutem Saatgut holen Sie mehr aus Ihrem Gemüsegarten heraus. Ganz ohne chemischen Dünger oder Pestizide. Die Fruchtfolge ist eine praktische Methode, die schon unsere Vorfahren erfolgreich einsetzten. Der einfache Trick: Gemüse mit ähnlichen Ansprüchen an Nährstoffe und Boden nicht immer an der gleichen Stelle im Beet anpflanzen. Wenn das junge Gemüse jährlich den Platz wechselt, erhält das die Bodenfruchtbarkeit. Denn Pflanzen, die zu lange am selben Standort wachsen, laugen den Boden aus und entziehen ihm einseitig wichtige Nährstoffe. Die Folge: Die Pflanzen sind anfälliger für Krankheiten und die Erträge gehen zurück. Durch einen Fruchtwechsel steigern Sie Ihre Erträge. Und Ihre Pflanzen schützen sich in der Mischkultur von nun an gegenseitig vor Schädlingen wie Kartoffelkäfern, Kohlweißlingen, Saatschnellkäfern, Speisebohnenkäfern sowie Pilzen und weiteren Krankheiten. eGarden fasst die wichtigsten Fruchtfolgeregeln zusammen.

Galerie: Die 8 wichtigsten Düngemittel für den Garten

Fruchtfolge planen – pflanzen mit System

Bei der Fruchtfolge wurzelt Ihr Gemüse nicht dauerhaft an einem Standort, sondern zieht jedes Jahr ein Beet weiter – und zwar nach festen Regeln. Denn Gemüse ist anspruchsvoll. Jedes Pflänzchen braucht seine eigene Portion Nährstoffe und Humus. Fachleute unterscheiden drei Kategorien von Pflanzen: Starkzehrer, Mittelzehrer, Schwachzehrer.
Angepflanzt wird bei der Fruchtfolge nach folgendem Prinzip:
  • Beet 1 – Starkzehrer: Diese brauchen sehr viele Nährstoffe und entziehen viel davon dem Boden. Zu den Starkzehrern zählen Kartoffeln, Gurken, Zucchini, alle Kohlarten mit Ausnahme von Kohlrabi, Kürbis, Lauch, Sellerie, Tomaten, Paprika und Auberginen. Ihr Beet versorgen Sie vor der Pflanzphase mit abgelagertem Mist. Kurz vor der Bepflanzung geben Sie dem Boden noch eine Portion Nährstoffe. Als Richtwerte gelten rund 3,5 Liter Kompost und 80 Gramm Hornspäne je Quadratmeter. In der Wachstumsphase vertragen Starkzehrer zusätzlich einmal die Woche etwas Brennnesseljauche. Lesetipp: Kompost anlegen – So wird aus Abfall wertvoller Nährboden.
  • Beet 2 – Mittelzehrer: Die kommen ins zweite Beet. Sie sind nährstoffmäßig etwas anspruchsloser. Zu den Mittelzehrern gehören Zwiebeln, Knoblauch, Möhren, Kohlrabi, Chicorée, Fenchel, Pastinaken, Rettich, Radieschen, Rote Bete, Mais, Spinat und Kopfsalat. Damit sie besser wachsen, bringen Sie vor dem Anpflanzen zwei Liter Kompost und ungefähr 35 Gramm Hornspäne pro Quadratmeter aus. Ab und zu etwas Brennnesseljauche, und Ihre Pflanzen gedeihen prächtig.
  • Beet 3 – Schwachzehrer: Ins dritte Beet kommen Schwachzehrer wie Erbsen, Bohnen, Feldsalat, Petersilie, Kresse und weitere Kräuter. Sie sind ziemlich anspruchslos und gedeihen auch auf nährstoffarmer Erde. Sie müssen diese nicht einmal extra düngen, denn sie begnügen sich mit den Nährstoffen, die ihre Vorgänger übriggelassen haben.
  • Beet 4 – Gründünger: In das vierte Beet säen Sie als Bodenkur einen Gründünger. Gute bodenaufbauende Pflanzen sind zum Beispiel Buchweizen oder der Bienenliebling Phacelia. Deren Wurzeln lockern das Erdreich und die Blätter ergeben später guten Humus, den sie nach der Blüte einfach unterrechen. Versorgen Sie das Gründünger-Beet vor dem Anpflanzen mit organischem Dünger oder abgelagertem Mist.
Nach der erfolgreichen Ernte rücken im nächsten Jahr alle Pflanzgruppen ein Beet weiter. Auf die Starkzehrer folgen die Mittelzehrer, auf die Mittelzehrer die Schwachzehrer. Und die Schwachzehrer machen dem Gründünger Platz. Das Gründüngerbeet wird im Folgejahr mit Starkzehrern bepflanzt. Durch das rotierende System landen die Pflanzen erst nach fünf Jahren wieder dort, wo sie gestartet sind.
Nicht zufrieden mit der Ernte? Dann machen Sie alle drei bis vier Jahre die Bodenprobe. Diese untersucht den Nährstoffgehalt Ihres Bodens. Eine professionelle Bodenanalyse garantiert, dass Ihre Pflanzen ganz nach Bedarf gut versorgt sind.

Die Vorteile der Fruchtfolge

  • Gesundes Gemüse, größere Ernte
  • Weniger Schädlinge
  • Bessere Bodenstruktur
  • Schützt vor Selbstunverträglichkeiten

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Silke Orth

von

Das Paradies kann warten – ich bin im Garten.

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