Anbau- und Pflegetipps

Chili-Pflanzen: So gedeihen die scharfen Schoten

Weltweit lieben die Leute scharfes Essen. Auch in Deutschland finden sich immer häufiger Fans von feurigen Chili-Produkten, viele züchten sogar eigene Chili-Pflanzen im Garten oder auf der Fensterbank. Die wichtigsten Tipps rund um die roten Schoten lesen Sie bei eGarden.

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Chili-Pflanzen

Sehen oft harmloser aus, als sie tatsächlich sind: Viele Chili-Pflanzen haben es in sich und treiben selbst dem härtesten Scharfesser Tränen in die Augen.

Ursprünglich stammen sie aus Südamerika, doch inzwischen sind Chili-Pflanzen in den verschiedensten Sorten und Ausprägungen auch hierzulande heimisch und erfreuen sich nicht zuletzt im Zuge des Selbstversorger-Trends immer größerer Beliebtheit. Die meisten Chilis zählen zur Gattung Capsicum annuum, doch auch andere Pflanzengattungen können Sie ohne großen Aufwand selbst kultivieren und Ihrem Speiseplan schon bald mehr Schärfe verleihen.

Chilis richtig anbauen

Wenn Sie die Pflanzen in den Garten umsetzen möchten, sollten Sie mit dem Chili-Anbau möglichst früh im Jahr beginnen, spätestens Ende Februar. Die Zucht im Hausinneren können Sie natürlich ganzjährig betreiben. Das Saatgut säen Sie am besten in spezielle Anzuchterde aus, sprühen diese mit einem Zerstäuber ein und halten sie in mit Klarsichtfolie überzogenen Schalen gleichmäßig feucht und warm. Das geht sowohl im Pflanzkasten auf der Fensterbank als auch auf dem Balkon.
Bis zur ersten Keimung kann es bis zu fünf Wochen dauern, anschließend benötigt jedes Gewächs seinen eigenen Platz, da Chilis Starkzehrer sind und sich sonst gegenseitig die Nährstoffe klauen würden. Wenn Sie die roten Schoten auf dem Balkon anbauen, planen Sie für jede Pflanze einen eigenen Topf oder zumindest einen eigenen Parzellenabschnitt mit kräftig gedüngter Blumenerde ein. Tipp: Um die Keimzeit zu verringern, weichen Sie die Saat zuvor in einem 20 Grad warmen Glas Kamillentee ein.
Fünf leckere Chili-Sorten für den Eigenanbau finden Sie in unserer Bildergalerie.

Galerie: Fünf beliebte Chili-Sorten für Topf und Garten

Die Pflanzen umtopfen und ernten

Nach den Eisheiligen ab Mitte Mai können die heranwachsenden Chilis raus ins Freie. Setzen Sie die Gewächse aber nicht sofort zu viel Sonne aus, da ansonsten die Blätter verbrennen könnten. Ein halbschattiges Plätzchen ist ebenso ideal wie große Töpfe, Kübel oder Kästen mit Stützstäben zum Schutz der Triebe. Natürlich können Sie die Pflanzen auch ins Beet umpflanzen. Gute Nachbarn sind Duftkräuter wie Basilikum, Thymian, Knoblauch, Zwiebeln oder aber auch Erbsen, Möhren, Kohl, Tomaten, Auberginen und Zucchini.
Die Erntezeit beginnt ab Mitte Juli bis Anfang August und endet, sobald der erste Frost einsetzt. Tipp: Das beste Aroma haben Chilis erfahrungsgemäß im ausgereiften Zustand, wobei einige Schoten schneller gedeihen als andere. Pflücken Sie daher von Zeit zu Zeit bereits besser gereifte Früchte je nach Bedarf, das kommt auch den grüneren Schoten zugute. Nach der Ernte entfernen Sie die übrigen Blätter, bevor die nächste Kälteperiode beginnt. Chili-Pflanzen sind nicht winterhart und sollten am besten geschützt bei 15 bis 18 Grad Celsius die kalte Jahreszeit überdauern. Im März des Folgejahres schneiden Sie die Pflanze zurück und bereits im Mai wachsen wieder neue Chilis heran.

Wichtige Pflegetipps für bessere Erträge

Da Chilis zu Beginn viel Wasser benötigen, machen Hobbygärtner oftmals den Fehler, ältere Pflanzen zu stark zu bewässern. Dabei ist bei den roten Schoten weniger mehr: Ausgewachsene Pflanzen brauchen lediglich nach besonders heißen und trockenen Tagen ein wenig Flüssigkeit. Ähnliches gilt für die Düngung: Am besten versetzen Sie die Erde bereits beim Aussäen mit etwas Langzeitdünger, dann brauchen Sie sich später in der Regel gar keine Gedanken mehr ums Düngen machen, haben aber dennoch eine ertragreiche Ernte.
Jan-Christoph Öhlenschläger

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Der junge Redakteur und Kulturwissenschaftler Jan-Christoph Öhlenschläger steht für seriösen Verbraucherjournalismus, der kompetent informiert, Orientierung bietet und Entscheidungen erleichtert – besonders in den Bereichen Technik, Garten und Küche.

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