Das Biotop hinterm Haus

Artenschutz – Pflanzenarten, die im Garten gedeihen

Möchten Sie zum Artenschutz beitragen? Es gibt viele bedrohte Pflanzenarten, die im Garten gedeihen und denen Sie einen sicheren Rückzugsort bieten können.

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Bedrohte Pflanzenarten

Schützen Sie Pflanzen vor äußeren Einflüssen und tragen Sie so zur Erhaltung bei.

Immer mehr Pflanzen sind durch die intensive Landwirtschaft mit ihren Pestiziden, der Versiegelung von Naturflächen und der Erschließung von Neubaugebieten bedroht. Bieten Sie diesen Pflanzen einen Schutzraum, indem Sie Ihren Garten in ein Biotop verwandeln.
Es gibt viele bedrohte Pflanzenarten, die im Garten gedeihen können, wenn Sie ihnen die richtigen Voraussetzungen bieten. Ein Problem vieler selten gewordener Pflanzenarten ist schließlich das Verschwinden ihres spezifischen Lebensraumes. Der Artenschutzreport des Bundesamtes für Naturschutz stellte 2015 in einer Studie fest, dass rund ein Drittel (30 %) der in Deutschland lebenden Pflanzen und Tiere gefährdet ist, während weitere 6 % als bereits ausgestorben oder zumindest verschollen gelten.

Beitrag zum Artenschutz – Bedrohte Pflanzenarten, die im Garten gedeihen, ermitteln

Möchten Sie Ihren Garten in ein Biotop verwandeln, setzen Sie sich am besten mit Experten in Ihrer Nähe in Verbindung. Dies können eine örtliche Niederlassung des NABU oder des BUND sein oder ein Botanischer Garten. Die Experten wissen, welche Pflanzenarten überhaupt in Ihrer Region gedeihen und welche besonderen Ansprüche sie an ihr Habitat stellen.
Das LWL-Freilichtmuseum Detmold in Westfalen-Lippe hat in den letzten Jahren einen umfangreichen Erhaltungsgarten mit regionalen Pflanzen angelegt, um ihr Fortbestehen zu sichern, und gibt Saat- und Pflanzgut an interessierte Kleingärtner ab. Ähnliche Projekte sind auch in anderen Regionen Deutschlands zu finden.

Galerie: Diese exotischen Pflanzen bereichern jeden Garten

Wildpflanzen mögen magere Böden

Viele Wildpflanzen können nur unter bestimmten klimatischen Bedingungen gedeihen. Pflanzen an den Küsten sind beispielsweise oft auf den hohen Salzgehalt im Boden und in der Luft angewiesen, sodass Sie den Strandflieder nicht in Süddeutschland anpflanzen können. Möchten Sie gefährdete Wasser- und Moorpflanzen im Garten anpflanzen, versteht sich von selbst, dass Sie einen Gartenteich anlegen müssen.
Allgemein mögen Wildpflanzen eher magere Böden, die ihren Lebensbedingungen in der freien Natur entsprechen, wo nur wenige Arten die nährstoffreichen fetten Böden für sich erobert haben. Um ein echtes Biotop für Wildpflanzen anzulegen, genügt es also nicht, den Rasen umzugraben oder das Blumenbeet zu opfern, denn mit dem humusreichen fetten Böden können die meisten Wildpflanzen gar nichts anfangen. Stattdessen benötigen sie Sand, Kies und Kalkschotter.

Wildpflanzen im Garten richtig verteilen

Idealerweise unterteilen Sie Ihren Garten in mehrere Bereiche, um den unterschiedlichen Standortbedürfnissen der Pflanzen gerecht zu werden: einen Gartenteich als natürliches Feuchtgebiet für Wasser- und Moorpflanzen, einen Standort mit dicker Humusschicht für Pflanzen, die fette Böden bevorzugen, und einen Standort mit mageren Böden aus Sand, Kies und trockener Erde. Denken Sie auch an die Lichtverhältnisse im Garten und an die Blütezeiten: Schließlich möchten Sie, dass Ihr Wildgarten über mehrere Monate hinweg immer wieder blüht.
Die ersten Wildpflanzen wie die Bergflockenblume, die Zaunwicke und das Weidenröschen entfalten bereits Ende April ihre Blütenpracht, ehe im Frühsommer Glockenblumen, Johanniskraut, wilder Thymian und Rosenmalven aufblühen. Im Spätsommer folgen Kalkastern und Golddisteln.
Besorgen Sie sich Wildpflanzensamen im Frühling im Fachhandel oder für besonders bedrohte Pflanzen bei den darauf spezialisierten Anlaufstellen. Die Aussaat sollte zwischen April und Anfang Juni erfolgen. Erwarten Sie nicht, dass Wildpflanzen "einfach so" aus der Natur in Ihr neues Biotop schweben. Dies mag für einige weitverbreitete Arten gelten, doch die weniger robusten Arten sind aus gutem Grund heute kaum noch zu finden.
Leisten Sie Ihren Beitrag zum Artenschutz: Bedrohte Pflanzenarten, die im Garten gedeihen, werden Ihnen viel Freude bereiten und weitere Gäste wie bunte Schmetterlinge und Libellen mitbringen.

Galerie: Diese Pflanzenarten sind bedroht

Wildpflanzensamen

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