Belladonnalilie oder Ritterstern

Amaryllis, die empfindliche Schönheit

Amaryllis, empfindliche Schönheit: Wenn Sie im Blumenladen eine Amaryllis kaufen wollen, dann fragen Sie noch mal nach, ob es sich auch um eine Echte handelt. Denn stattdessen bekommen Sie oft einen Ritterstern. eGarden erklärt die Unterschiede.

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Amaryllis Belladonna

Die Amaryllis Belladonna ist eine empfindliche Schönheit und zudem eine echte Amaryllis.

Echte Amaryllis, Amaryllis belladonna, Belladonnalilie, Ritterstern (Hippeastrum). Für die empfindliche Schönheit Amaryllis gibt es ziemlich viele Namen und ziemlich viel Verwirrung. eGarden sorgt für Klarheit: Die echte Amaryllis (Amaryllis belladonna, Belladonnalilie) und der Ritterstern (Hippeastrum) gehören beide in Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae). Wobei die echte Amaryllis aus Südafrika stammt und der Ritterstern aus Südamerika.
Ursprünglich gehörten beide Pflanzen zur gleichen Gattung Amaryllis. Dies legte einst im 18. Jahrhundert der schwedische Botaniker Carl von Linné fest. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde der Ritterstern dann zur eigenen Gattung erklärt und wird seitdem mit etwa 70 Arten und über 600 Zuchtformen als eigene botanische Gattung „Hippeastrum“ geführt. Seitdem gilt die südafrikanische Belladonnalilie als echte Amaryllis (Amaryllis belladonna).
Der Name Amaryllis ist übrigens vom Namen einer schönen Schäferin aus den Eclogae Vergils, einer Sammlung aus zehn Hirtengedichten (70 bis 19 v. Chr.), abgeleitet. Aber nicht nur die Herkunft beider Pflanzen ist unterschiedlich. Sie unterscheiden sich auch sonst voneinander. Lesen Sie im Folgenden was den Unterschied ausmacht.
Ritterstern

Beim Ritterstern sind die Blüten größer und die Blütenstängel hohl. Die Blätter wachsen erst nach der Blüte.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Der wohl größte Unterschied: die echte Amaryllis bildet zuerst die Blätter aus und blüht im Herbst von August bis September und immer erst nach dem Verwelken der Blätter. Beim Ritterstern wachsen die Blätter hingegen erst nach der Blüte. Er ist, wie die echte Amaryllis, eine Zwiebelpflanze und gehört zu den Winterblühern. Er blüht von Oktober bis in den April hinein. Die im Durchmesser bis zu 20 Zentimeter großen Blütenblätter können verschiedene Farben haben, etwa weiß, rosa, rot gelb oder violett. Dabei kommen auch Streifenmuster, Randzeichnungen und gesprenkelte Muster in verschiedenen Farben vor. Die Blütenstängel sind im Gegensatz zur echten Amaryllis hohl.
Die echte Amaryllis Hat kleinere und zierlichere Blüten. Dafür duften sie intensiver. Die Blütenfarbe kann zwischen rosa, rot und weiß variieren. Beide Pflanzen eignen sich als Gartenpflanze und für die Fensterbank. Dabei ist zu bedenken, dass beide Pflanzen im Garten nur in einem milden Sommer gedeihen. Beide Pflanzen sind in der Regel nicht winterhart und müssen während des Winters in wärmere Räume umziehen. Vom Ritterstern soll es mittlerweile auch winterharte Sorten geben. Fragen Sie beim Fachhändler nach.

Die empfindliche Schönheit

Schön sind sie beide. Die aus Südafrika stammende Belladonnalilie ist allerdings die empfindlichere Art, die eine spezielle Behandlung und Aufmerksamkeit braucht. Mit viel frischer Luft und an einem sonnigen Platz fühlt sich die echte Amaryllis am wohlsten. Im Sommer kann das auch draußen im Garten sein. Allerdings sollten Sie dann einen regengeschützten Platz wählen und die Pflanze nicht vor Anfang Juni hinausstellen. Im Winter darf die Amaryllis belladonna keinen Frost bekommen. Sie sollten die Pflanze also rechtzeitig zurück ins Haus stellen. Dort sollte sie auch nicht zu warm stehen.
Die Belladonnalilie hat wie viele Zwiebelpflanzen eine Wachstumszeit (Sommer), eine Blütezeit (Herbst) und eine Zeit, in der sie ruht (Winter). Im Sommer sollte sie regelmäßig gegossen werden. Eine Zugabe von Dünger ist in Wachstumsphase ebenfalls ratsam – etwa 14 Tage. Während der Überwinterung wird nur spärlich gewässert. Anmerkung: Alle Teile der Pflanze sind giftig. Für den Familien-Garten, in dem auch kleine Kinder spielen und Haustiere, etwa Hunde herumlaufen, ist die Pflanze deshalb nur bedingt zu empfehlen. Das gilt auch für den Ritterstern.
Torsten Stender

von

Komplizierte Ratgeber und Anleitungen sind dem gebürtigen Kieler ein Dorn im Auge. „Verständliche Texte mit Nutzwert sind ja kein Hexenwerk.“

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