Schutz oder Schaden?

Insektizide bei Hitze oft ohne Wirkung

Benutzen Sie chemische Pestizide zur Schädlingsbekämpfung im Garten? Im Hochsommer sollten Sie auf den Einsatz verzichten, denn laut Experten verlieren sogenannte Insektizide bei Hitze ihre Wirkung und können sogar der Umwelt schaden.

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Schädlingsbekämpfung im Sommer

Insektizide bei Hitze einzusetzen, schädigt Ihre Pflanzen oft mehr, als dass es sie schützt.

Selbst in gepflegten Gärten treten an Pflanzen immer wieder Schädlinge auf. Um hartnäckigen Plagegeistern in allen Entwicklungsstadien den Garaus zu machen, greifen manche Hobbygärtner auf chemische Lösungen zur Abtötung zurück. Was viele jedoch nicht bedenken, ist, dass Insektizide bei Hitze oft wirkungslos bleiben. Bei Temperaturen über 22 Grad Celsius verschlechtert sich die Wirksamkeit des Pflanzenschutzes erheblich und Ihre Gewächse können sogar Schaden nehmen.

Warum verlieren Pestizide ihre Wirkung?

Durch hohe UV-Einstrahlung trocknen die in Insektiziden enthaltenen Wirkstoffe zur Schädlingsbekämpfung an sommerlich warmen Tagen schneller an, was zu einem rapiden Wirkstoffabbau führt. Denn durch das schnelle Trocknen verschlechtert sich automatisch auch die Aufnahme synthetischer Mittel.
Viele Insektenarten sind ab hohen Temperaturen um die 25 Grad Celsius zudem resistent gegen die Chemiekeule und aufgrund des oft hohen Ölanteils in den meisten Schutzpräparaten sind Pflanzenschäden nicht auszuschließen. Bei einigen Präparaten kann es in Kombination mit Sonnenlicht sogar zu akuten Pflanzenverbrennungen kommen.
Wer nun denkt, dass es eine gute Idee wäre, Sträucher und Co. in den Sommermonaten stattdessen am Abend einzunebeln, der irrt. Bei Spritzungen in den Abendstunden laufen Sie schnell Gefahr, dass es in aufgeheizten Böden zu einer thermischen Aufwärtsbewegung der Luft kommt, die ebenfalls zu enormen Verlusten wichtiger Wirkstoffe führen kann. Selbiges gilt im Übrigen auch für die Blattdüngung. Am besten warten Sie also ab, bis das Thermometer wieder auf unter 22 Grad Celsius fällt.
Jan-Christoph Öhlenschläger

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Der junge Redakteur und Kulturwissenschaftler Jan-Christoph Öhlenschläger steht für seriösen Verbraucherjournalismus, der kompetent informiert, Orientierung bietet und Entscheidungen erleichtert – besonders in den Bereichen Technik, Garten und Küche.

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