Urlaubsgefühle im eigenen Garten

Die Tropen zu Hause: Was Sie über Palmen wissen sollten

Sie vermissen die lauschigen Momente unter Palmen vom letzten Urlaub? Dann holen Sie sich die Palmen doch einfach in den eigenen Garten. Es gibt auch Arten, die sich hierzulande wohlfühlen. Alles, was Sie über Palmen wissen sollten, erfahren Sie hier.

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Palmen im Garten

Ob mitten auf der Wiese, am Gartenteich oder auf der Terrasse – Palmen bringen Urlaubsstimmung in den Garten.

Palmen für den Wohnbereich, etwa für das Wohnzimmer oder den Wintergarten, sind schon lange bei uns zu Hause. Sie sind meist pflegeleicht und bringen südländisches Flair in die eigenen vier Wände. Die weitläufige Meinung, dass Palmen hierzulande in heimischen Gärten aufgrund der niedrigen Temperaturen im Winter nicht lange durchhalten würden, lässt sich schnell widerlegen. Es gibt nämlich eine ganze Reihe von Palmen, die den mitteleuropäischen Witterungsbedingungen locker standhalten können. Winterharte Palmen bekommen Sie unter anderem im Garten-Center oder bei Amazon. Lesen Sie im Folgenden, welche das sind, und was Sie beim Pflanzen und Pflegen beachten sollten.

Nur die Harten kommen in den Garten

Wenn eine Palme den Namen winterhart verdient, dann ist es der Klassiker – die chinesische Hanfpalme, auch Tessinerpalme genannt. Sie braucht nur einen leichten oder keinen Schutz im Winter und hält Frost bis zu minus 17 Grad aus. Weitere frostharte Palmen sind unter anderem Geleepalmen (-11 Grad Celsius), Zwergpalmen (-11 Grad Celsius), kretische Dattelpalmen (-9 Grad Celsius), chilenische Honigpalmen (-12 Grad Celsius), Mazari-Palmen (-9 Grad Celsius), blaue Nadelpalmen (-15 Grad Celsius) oder blaue Hesperidenpalmen (-10 Grad Celsius). Die Angaben in den Klammern sind ungefähre Werte. Sie können bei jeder Palmenart um mehrere Grade abweichen, da es keine exakten Werte pro Palmenart gibt. Bei Frösten, die nur eine Nacht andauern, vertragen die meisten der Palmen noch ein paar mehr Minus-Grade als angegeben. Problematisch wird es erst, wenn lang anhaltender Dauerfrost vorliegt und der Boden so tief friert, dass die Palmen kein Wasser mehr aufnehmen können. Die Angaben gelten in der Regel für ausgewachsene Pflanzen. Jungpflanzen und Palmen, die nicht im besser schützenden Boden eingegraben sind sondern in Kübeln, sind viel empfindlicher.
Hanfpalme

Die Hanfpalme ist sehr robust. Bis minus 17 Grad Celsius hält sie locker durch.

Schutz vor Dauerfrost

Palmen verdunsten das ganze Jahr Wasser über die Blätter. Dazu benötigen sie eine dauerhafte Wasserzufuhr. Wenn die Wurzeln über einen längeren Zeitraum eingefroren werden, ist dies nicht mehr gewährleistet – die Pflanzen vertrocknen und sterben dann ab. Um die Palmen vor hartem Dauerfrost zu schützen, können Sie folgendermaßen vorgehen:
Palmen in Kübeln: In Kübeln oder Töpfen sind Palmen durch weniger Erde nicht so gut geschützt. Diese Pflanzen sollten Sie besser in Sicherheit bringen, etwa in den Gartenschuppen oder in die Garage stellen. Als zusätzlichen Schutz gibt es im Handel auch spezielle Frostschutzhauben.
Im Garten eingepflanzte Palmen: Winterharte Palmen kommen zwar kurzzeitig gut mit Minus-Graden zurecht. Wenn aber über Tage tiefer Dauerfrost herrscht, wird es auch für Ihre Palmen kritisch. Um das Wurzelwerk zusätzlich vor Frost zu schützen, schichten Sie am besten rund um den Stamm Mulch und Stroh auf und decken alles mit einer Folie ab. Zum Befestigen der Folie benutzen Sie Steine oder Zeltnägel. Sorgen Sie aber dafür, dass genügend Löcher in der Folie vorhanden sind, damit die Luft zirkulieren kann. Dann besteht weniger Fäulnisgefahr.
Die Blätter können Sie an sehr kalten Tagen zusammenbinden und zusammen mit dem Stamm in eine luftgepolsterte Folie einwickeln. An warmen Tagen entfernen Sie beide Folien wieder. Um für sehr kalte Perioden gerüstet zu sein, müssten Sie schon schwerere Geschütze auffahren, etwa das Pflanzloch vorher mit geeignetem Isoliermaterial, etwa mit Styroporplatten, auskleiden und oder zusätzlich ein passendes Heizkabel verlegen. Heizkabel bekommen Sie bei Amazon in verschiedenen Längen schon für unter 20 Euro. Heizkabel sollten Sie aber wirklich nur einschalten, wenn der Wurzelballen einzufrieren droht.

Die richtige Zeit zum Palmenpflanzen

Damit die Palmen genug Zeit haben, starke Wurzeln für den Winter zu bilden, sollten Sie die Pflanzen noch vor dem Juni in den Boden bringen – am besten, wenn der Frühling beginnt.

Das sollten Sie beim Kauf beachten

Außer dass die Palmen winterfest sind, sollten Sie darauf achten, dass Sie nicht zu junge Pflanzen kaufen. Die sind wesentlich frostempfindlicher. Das beste Alter zum Auspflanzen im heimischen Garten liegt bei vier bis fünf Jahren. Dabei sollten die Palmen auch nicht kleiner als 60 Zentimeter sein. Achten Sie auch darauf, dass die Blätter grün und frisch aussehen und der Stamm nicht beschädigt ist.
Torsten Stender

von

Komplizierte Ratgeber und Anleitungen sind dem gebürtigen Kieler ein Dorn im Auge. „Verständliche Texte mit Nutzwert sind ja kein Hexenwerk.“

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