Wenn Japan die Blüte feiert

Der Kirschbaum: Edle Schönheit von Nippon

Jedes Jahr von März bis Mai erstrahlt Japan in einem weiß-rosa Blütenmeer. In dieser Zeit blüht der Kirschbaum: Japans Heiligtum. Die Zierkirschen blühen dann etwa zehn Tage und locken neben den Einheimischen auch viele Touristen ins Land des Lächelns.

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Kirschbaumbluete vor dem Fuji

Omnipräsent: die Kirschblüte – hier vor dem 3776,24 hohen Vulkan Fuji, Japans höchstem Berg.

Mitte bis Ende März jeden Jahres beginnt sie – die Kirschblüte in Japan. Dann zieht das weiß-rosa-Blütenmeer vom Süden in Kyūshūs Richtung Nordosten, bis es etwa Anfang Mai in Hokkaido ankommt. Für dieses Spektakel gibt es sogar einen jährlichen Kalender, der anzeigt, wo die Kirschbäume wann blühen. Diese imaginäre Linie wird Kirschblütenfront genannt. eGarden erklärt, was es mit der Tradition der Kirschblüte auf sich hat.

Kirschblütenfest Hanami

Die japanische Kirschblüte ist eines der bedeutendsten Ereignisse der japanschen Kultur. Und sie läutet den japanischen Frühling ein. Sie steht für Vergänglichkeit, Schönheit und Aufbruch. Das Vergehen der Blüten auf ihrem Höhepunkt wird von den Japanern schon mal mit Kriegern oder Samurai verglichen. In der jeweiligen Gegend dauert die Kirschblüte ungefähr zehn Tage an. In dieser Zeit genießen die Einheimischen und viele Touristen die Blütenpracht in der Stadt und auf dem Land fast volksfestartig. Die Japaner feiern das Kirschblütenfest (Hanami – Übersetzt ungefähr: Blüten beschauen gehen), oft sitzend auf blauen Plastikplanen, mit Freunden, Kollegen und Bekannten an festgelegten Orten, etwa Parks, mit reichlich Sake und Bier. Die blühenden Kirschbäume werden dazu meist angestrahlt und so zum Leuchten gebracht.
Kirschen

Die leckeren Früchte hängen nicht an Zierkirschen-Bäumen, sondern an Süß- und Sauerkirschen-Pflanzen.

Diese Kirschblüte trägt meist keine Früchte

Die Kirschblüte hierzulande ist auch schön anzuschauen. Zudem lassen sich nach der schönen Blütezeit leckere Kirschen ernten. Das sieht in Japan zur Kirschblütenzeit anders aus. Da es sich bei der japanischen Kirsche, die in der Regel die Kirschblüte bestimmt, um Zierkirschen handelt, gehen aus der imposanten Blütenpracht der Kirschbäume keine essbaren Früchte hervor. Der florale Hingucker ist also nur was für die Augen und nichts für den Magen. Im Gegensatz zur japanischen Kirsche trägt die japanische Blütenkirsche, die auch zu den Zierkirschen zählt, essbare Früchte. Sie sind klein und schwarz und sind geschmacklich nicht Jedermanns Sache.

Kirschbäume hierzulande

Natürlich gibt es in Japan auch Kirschbäume, die hierzulande bevorzugt angebaut werden, etwa die Süß- oder die Sauerkirsche. Ebenso wachsen die japanische Kirsche und die japanische Blütenkirsche auch in unseren Gärten. Diese Sorten lieben humusreichen Boden und halbschattige Plätze. Der Boden sollte kalkhaltig sein und Wasser gut durchlassen. Von der japanischen Blütenkirsche gibt es verschiedene Sorten. Manche davon werden bis zu acht Meter hoch. Die leckeren Früchte hängen aber an den Süß- und Sauerkirschen-Bäumen. Die bevorzugen tiefgründige Böden, in den die Wurzeln tief wachsen können. Bei den Süßkirschen müssen mindestens zwei Sorten zusammen gepflanzt werden, da sie sich nicht selber befruchten können. Die Bäume können bis u 20 Meter hoch werden. Die meisten Sauerkirschen hingegen befruchten sich selber. Süßkirschen werden meist schon im Juli geerntet und die saueren Varianten im Juli und August. Tipp: Achtung vor Mitessern – Kirschen sind im Frühsommer bei Vögeln sehr beliebt. Als Schutz hilft da ein passendes Netz.
Torsten Stender

von

Komplizierte Ratgeber und Anleitungen sind dem gebürtigen Kieler ein Dorn im Auge. „Verständliche Texte mit Nutzwert sind ja kein Hexenwerk.“

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