Nervige Schädlinge im Garten

Blattläuse: Vorbeugen und bekämpfen!

3000 bekannte Arten von Blattläusen gibt es, 850 davon leben in Mitteleuropa. Einige gelten als Schädlinge von Nutz- oder Zierpflanzen. Wie kommt man ihnen bei? eGarden hat Tipps für Sie.

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blattläuse

Der Marienkäfer ist einer der natürlichen Feinde der Blattlaus.

Blattläuse sind kleine Insekten. Manche Arten erreichen eine Körpergröße bis zu 7 Millimetern. Die Blattlaus ist mit einem Stechrüssel ausgestattet, mit dem sie den kohlenhydratreichen Pflanzensaft aufsaugen kann. Von diesem Saft scheiden Blattläuse typischerweise große Mengen wieder aus, da sie wegen Eiweißmangel nicht alles verwerten können. Diese zuckerhaltige Lösung nennt man Honigtau. Der Honigtau wiederum lockt andere Insekten und Wirbeltiere an und dient als Nährboden für Schwärze- und Rußtaupilze.
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Die Blattlaus in Großaufnahme.

Bei den meisten Arten überwiegt die ungeflügelte Form, es kommen aber im Generationswechsel auch geflügelte Formen vor, die vor allem der Verbreitung und dem Wirtswechsel dienen. Die Massenvermehrung ist weit verbreitet. Jede Laus kann bis zu fünf Nachkommen am Tag produzieren, die nach wenigen Wochen selbst wieder Larven auf die Welt bringen. Die verschiedenen Blattlaus-Generationen leben auf unterschiedlichen Pflanzenarten. Blattläuse tauchen oft aus dem Nichts auf und machen sich mit Vorliebe über frische Triebe und junge Blätter her. Deshalb ist es unabdingbar, schnell gegen die Schädlinge vorzugehen.
Blattläuse können in landwirtschaftlichen Kulturen einen immensen wirtschaftlichen Schaden anrichten. Aber auch für Hobbygärtner stellen sie oft ein großes Problem dar.
Meist beginnt der Befall unbemerkt. Sind die Bedingungen gut, kommt es oft zu einer explosionsartigen Vermehrung. Am liebsten siedeln sich die Läuse im schattigeren Bereich an, gerne auf Blattunterseiten in der Nähe von Blüten- und Blattansätzen. Bei der Pflanzensorte sind die Tiere jedoch nicht wählerisch.

Blattläusen vorbeugen

Der beste Schutz vor Blattläusen ist ein artenreich bepflanzter Garten, in dem sich auch Marienkäfer und Ohrenkneifer wohlfühlen. Außerdem hilft es, die Erde dezent mit Stickstoff zu düngen. Lavendel oder andere Pflanzenarten, die ätherische Öle enthalten, können gezielt zwischen bedrohte Pflanzenarten gesetzt werden. Auch das Bohnenkraut gilt als wirksame Pflanze, um beispielsweise die schwarze Blattlaus fernzuhalten. Viele gleichartige Pflanzen auf engem Raum sollte man jedoch vermeiden.

Läuse erkennen und bekämpfen

Am besten kontrollieren Sie Ihre Pflanzen regelmäßig auf Läuse. Bei frühzeitiger Entdeckung kann man die Insekten oft noch mit der Hand ablesen. Abfallende Blütenknospen, schlechtes Pflanzenwachstum oder verkrüppelte Blätter sind in der Regel auch ein deutlicher Hinweis auf Blattläuse. Dann ist schnelles Handeln erforderlich.
Eine bekannte Methode ist das Anwenden von chemischen Pflanzenschutzmitteln. Diese sind aber nicht immer die beste Wahl.
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Ein Pflanzenstängel mit Blattlausbefall.

Blattläuse mit Hausmitteln bekämpfen

Manchmal reicht schon eine beherzte Pflanzendusche mit dem Schlauch. Wirksam und gängig ist auch der Griff zur Schmierseife. Hierfür mischt man einen Liter Wasser mit einem Löffel Schmierseife und sprüht damit die Läuse von den Blättern ab. Hier sollte man nur reine Kali-Seife ohne Zusätze verwenden. Ein Esslöffel Spiritus, dem Gemisch beigefügt, macht die Lösung noch wirksamer. Der Nachteil sind jedoch hässliche Flecken der Seifenlösung auf den Blättern. Sind also dekorative Pflanzen befallen, sollte man eine andere Methode anwenden.
Eins der ältesten Hausmittel ist wohl der Einsatz von Brennesselsud. Hierzu legt man ein paar Hundert Gramm Brennesseln in einen Eimer mit Wasser und lässt ihn einen Tag lang stehen. Die Nesselgifte lösen sich aus der Pflanze und man kann damit die blattlausbefallenen Pflanzen besprühen.
Bei allen Mitteln gilt, dass nur eine mehrfache Wiederholung Aussicht auf Erfolg verspricht. Von Vorteil ist jedoch, dass ein natürliches Hausmittel auch in den Boden dringen darf, besonders bei Kräuter- und Obstpflanzen ein gern gesehener Nebeneffekt.

Natürlichen Blattlaus-Feinden eine einladende Umgebung schaffen

Die Feinde der Blattläuse lassen sich bei Bedarf auch bewusst ansiedeln. Beispielsweise kann man dem Ohrkneifer einen Unterschlupf bauen, indem man einen aufgehängten Blumentopf mit Holzwolle oder Ähnlichem füllt. Siedelt sich der Kneifer dort an, begibt er sich nachts auf Blattlausjagd. Wichtig ist die Nähe zur befallenen Pflanze.

Homöopathie für Pflanzen

Die Pflanzenhomöopathie ist ein eher neues Gebiet, kann aber schon mit einigen Erfahrungen aufwarten. Vor allem bei großen Flächen ist dies eine gängige Methode, da homöopathische Mittel sehr stark verdünnt angewendet werden können.
Pflanzenhomöopathie funktioniert anders als alle anderen gängigen Methoden. Nicht der Schädling wird bekämpft, sondern die Pflanze gestärkt. Herkömmliche Pestizide müssen Sie bis zu sechs Mal im Abstand von 1-2 Wochen spritzen. Menge und Häufigkeit der Mittel muss kontinuierlich erhöht werden, da die Schädlinge Resistenzen entwickeln.

Fazit

Es muss nicht immer gleich die chemische Keule sein. Es gibt gängige Hausmittel und das relativ neue Gebiet der Pflanzenhomöopathie mit durchaus positiven, günstig und einfach anzuwendenden Möglichkeiten. Sich auf diesem Gebiet weiter zu informieren, ist für den eigenen Garten ganz bestimmt von Vorteil. Entsprechende Literatur zum Thema Garten- und Pflanzenhomöopathie gibt es reichlich.

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