Schwefelporling, Hallimasch & Co.

Baumpilze – schaden sie dem Baum?

Bei Ihnen wachsen die Pilze nicht nur auf der Wiese, sondern auch in den Bäumen? Dann sollten sie erst einmal klären, um welche Baumpilze es sich handelt, denn einige sind schädlich.

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Schwefelporling

Der Schwefelporling befällt bevorzugt Laubbäume und löst Braunfäule aus. Er dringt über Wunden in den Baum ein.

Baumpilze ernähren sich von den Nährstoffen aus lebendem und abgestorbenem Holz. Dabei werden verwertbare Stoffe durch Enzyme abgebaut. Dadurch sind Baumpilze in der Lage, Holz zu verdauen und daraus Energie zu beziehen. Das Holz wird dabei meist zersetzt und das führt häufig und langfristig zum Absterben der Bäume. Bei diesem Vorgang gibt es Veränderungen im Holz, die man grob Braunfäule und Weißfäule nennt. Was im Einzelnen mit befallenen Bäumen passiert und wie man Baumpilze bekämpft, lesen Sie im Folgenden.

Der Unterschied wischen Braun- und Weißfäule

Baumpilze, die Braun- oder Weißfäule in Bäumen erzeugen, sind darauf spezialisiert, bestimmte Stoffe zu verwerten. Holz besteht zum großen Teil (ungefähr 90 Prozent) aus Hemizellulose, Zellulose und Lignin. Bei der Braun- und Weißfäule werden diese Substanzen unterschiedlich abgebaut.
Braunfäule: Bei der Braunfäule bauen die Baumpilze speziell Zellulose und Hemizellulose ab. Zurück bleibt das Lignin. Das zersetzte Holz bekommt nun die typische tiefbraune Farbe. Im fortgeschrittenen Zustand lässt sich das Holz dann zwischen den Fingern zu Pulver verreiben. Braunfäule tritt sowohl an abgestorbenem als auch an lebendem Holz auf. Verursachende Baumpilze sind unter anderem der Lärchenporling oder der Rotrandige Baumschwamm.
Weißfäule: Bei der Weißfäule wird neben der Zellulose und der Hemizellulose auch das Lignin abgebaut. Verschiedene Baumpilze machen das auf unterschiedliche Weise. Deshalb unterscheidet man nochmal zwischen der simultanen Weißfäule und der selektiven Weißfäule. Bei letzterer bleicht das Holz aus und wird heller. Im fortgeschrittenen Stadium erscheint das Holz dann schwammig. Bei der simultanen Weißfäule wird das Holz erst spröde und zum Schluss faserig. Weißfäule befällt hauptsächlich lebende Bäume und wird zum Beispiel durch Baumpilze wie Feuerschwämme und Trameten verursacht.
Hallimasch

Wenn Ihre Bäume der Hallimasch heimgesucht hat, hilft meist nur noch das Baumfällen. Der Baumpilz gehört zu den weltweit meist verbreiteten Schadorganismen für Bäume.

Baumpilz-Befall beseitigen und vorbeugen

Hat sich ein Baumpilz erst mal eingenistet, wird man ihn nicht mehr los. Es gibt keine sichere Methode, um Baumpilze zu entfernen. Das Pilzgeflecht, auch Myzel genannt, ist meist schon zu weit ins Holz eingedrungen. Je nach Pilz- und Baumart, kann ein Baum aber viele Jahre mit einem Pilz leben. Sie können allerdings dafür sorgen, dass sich der Pilzbefall nicht weiter ausbreitet und andere Bäume ansteckt. Dazu entfernen Sie sichtbare Fruchtkörper noch vor der Reife. Entsirgen Sie die entfernten Teile aber nicht auf dem Komposthaufen, sondern besser im Hausmüll. Bei sehr wertvollen Bäumen kann unter Umständen ein sogenannter Baumchirurg helfen. Der operiert die befallenen Stellen – wenn möglich – großflächig heraus.

Achtung, Ansteckungsgefahr!

Ob beim Zahnarzt oder im Krankenhaus, medizinische Geräte werden vor Gebrauch immer desinfiziert. Das sollten Sie auch mit Gartengeräten tun, mit denen Sie zuvor an pilzbefallenen Bäumen hantiert haben. So vermeiden Sie, dass Sie andere Bäume anstecken. Die Säge können Sie zum Beispiel über mit Gas abflammen.

Stark befallene Bäume fällen

Einige Baumpilze fressen Bäume regelrecht von innen auf. Irgendwann werden diese Bäume dann so instabil, dass sie zur Gefahr werden. Sie müssen gefällt werden. Aber Vorsicht: Auch wenn es Ihr Baum ist und der auf Ihrem Grundstück steht dürfen Sie ihn unter Umständen nicht ohne Genehmigung fällen. In Deutschland dürfen lediglich Obstbäume ohne Erlaubnis gefällt werden. Besorgen Sie sich im Zweifel also vorher eine Genehmigung beim zuständigen Amt.
Torsten Stender

von

Komplizierte Ratgeber und Anleitungen sind dem gebürtigen Kieler ein Dorn im Auge. „Verständliche Texte mit Nutzwert sind ja kein Hexenwerk.“

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