Bis zu 70 Prozent weniger Ertrag!

Schlechte Ernten in Deutschland: Äpfel werden deutlich teurer

Der Spätfrost dieses Jahr hat die Obstbauern hart getroffen. Deutschlandweit rechnet man mit hohen Ernteeinbußen und Preisen für Äpfel und Apfelprodukte.

Datum:
Apfelernte

Deutsche Apfelbauer kämpfen dieses Jahr mit schlechten Ernten.

Der März diesen Jahres war ungewöhnlich warm und die hohen Temperaturen sorgten dafür, dass die Apfelbäume bereits sehr früh in Blüte standen. Der Spätfrost, der dann im April kam, hat vielen Bäumen großen Schaden zugefügt. Einige Obstbauern haben nun mit Ernteeinbußen von 70 Prozent zu kämpfen. Bundesweit gibt es dieses Jahr laut der Agrarmarkt- und Informationsgesellschaft (AMI) fast 50 Prozent weniger Äpfel als im Vorjahr. Das wird sich auch in den Preisen von Äpfeln und Apfelprodukten wie Säften bemerkbar machen.

Schlechte Apfelernten nicht nur im Alten Land

Die Obstbaubetriebe, die nah an der Elbe liegen, haben Glück gehabt. Nahe des Flusses war es etwas wärmer, sodass der Frost dort nicht ganz so große Schäden angerichtet hat. Andere Gebiete des Alten und des Kehdinger Landes hatten weniger Glück. Während die Bauern dort letztes Jahr noch etwa 334.000 Tonnen ernteten, sind es dieses Jahr nur noch 215.000 Tonnen – ein Drittel weniger. Schlimmer fallen die Apfelernten im Rheinland und am Bodensee aus. Hier geht die AMI von nur halb so vielen Äpfel wie im Vorjahr aus. In ganz Deutschland soll es dieses Jahr nur circa 550.000 Tonnen Äpfel geben. Das sind 46 Prozent weniger als 2016.

Teure Äpfel und Apfelsäfte

Die kleinere Ernte sorgt voraussichtlich für höhere Preise. Neben Äpfeln werden nächstes Jahr vermutlich auch Säfte und Schorlen teurer. Kunden müssen womöglich mit einer Preissteigerung von 40 bis 50 Cent je Kilogramm Äpfel rechnen. Die Fruchtsaftindustrie geht davon aus, dass der Preis für Verarbeitungsware aus Deutschland sich verdoppelt oder sogar verdreifacht. Große Erzeuger werden sich wahrscheinlich im Ausland nach günstiger Rohware umschauen.
Sabine Stanek

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