Pflanzliche Dinosaurier

Die teuerste Pflanze aller Zeiten: Wollemi-Kiefer

Der Teufel wäre los, wenn wir einen lebenden Dino entdecken würden. So ungefähr erging es der botanischen Welt mit der Entdeckung lebender Wollemi-Kiefern.

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Wollemia nobilis

Wollemia nobilis – auch Wollemi-Kiefer genannt.

Im September 1994 brach der australische Parkranger David Noble mit seinen Freunden zu einer Klettertour in den Wollemi National Park auf. Der Park nahe Sydney in Australien ist durch Canyons zerfurcht und weite Teile sind mit Regenwald bedeckt. Die Aborigines gaben dem Gebiet den Namen „Wollemi“ und das bedeutet soviel wie „Pass auf, wohin du trittst“.
Welch passende Bezeichnung, denn Noble stieß auf eine Lichtung mit Bäumen, die er nie zuvor gesehen hatte. Was er entdeckt hatte, erwies sich als eine botanische Sensation. Die Wollemi-Kiefer – denn so wird sie auch mitunter bezeichnet – ist in der Tat ein lebendes Fossil. Diese Baumart galt als seit 65 Millionen Jahren ausgestorben! Genauso gut hätte man einen lebenden Dino auffinden können. Man gab der Baumart den Namen „Wollemia nobilis“ zu Ehren ihres Entdeckers.
Natürlich war die Pflanze gerade unter den botanischen Gärten so heiß begehrt, dass 292 Erst-Ableger im Oktober 2005 bei Sotheby’s in Sydney für sage und schreibe 1,5 Mio. US-Dollar versteigert wurden. Was sie zur wohl teuersten Pflanze aller Zeiten macht.
So tief müssen Sie heute nicht mehr in die Tasche greifen, wenn Sie Interesse an einer der ältesten Pflanzen der Welt haben. Ableger kosten bei Amazon 99 Euro. Woher der Preisverfall? Unter staatlicher Kontrolle Australiens wurden die Pflanzen in großem Umfang vermehrt, um der Gefahr eines Aussterbens vorzubeugen. Immerhin konnte man kurz nach der Entdeckung lediglich 300 Bäume im Nationalpark zählen. Die Gefahr dürfte heute abgewendet sein. Die Wollemi wächst nämlich bei guter Düngung erfreulich rasch. Ein also ganz und gar nicht fossiles, sondern munteres Kerlchen! Wichtig ist ein saures Kultursubstrat (pH 4-6). Allzu viel Sonne ist schädlich: ideal demnach für Innenraumbegrünungen. Für die Überwinterung sollten 5-15 Grad in Ordnung sein, als Mindesttemperatur kann es auch durchaus unter die Minusgrade gehen.

Wollemi Kiefer

Robert Basic

von

Seine Passion sind Menschen, sein Antrieb ist die Neugier.

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