Internet go home!

Diese Wetterstationen sind dank WLAN besonders smart

Wetterstationen gibt es wie Sand am Meer. Sucht man jedoch nach Modellen, die mit dem WLAN verbunden werden können, um Daten online abzurufen, wird die Luft sehr dünn. Wir zeigen Ihnen die wenigen verfügbaren Modelle.

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Wetterstationen mit WLAN-Anbindung

Cloud-Anbindungen sind noch selten im Bereich der Wetterstationen.

Wetterstationen sollen im Wesentlichen einen Zweck erfüllen: sich über sein lokales Wetterklima informieren zu können. Wenn möglich, mit lokalen Wettervorhersagen. Es handelt sich dabei im privaten Umfeld nicht nur um Statistiker und Fans von metereologischen Beobachtungen, es geht nicht selten um Menschen mit gesundheitlichen Hintergründen, die auf Wetterdaten angewiesen sind. Rheumatiker, Asthmatiker, Allergiker und weitere Personenkreise würden gerne über das lokale Wetter informiert sein. Natürlich achten auch viele auf das Raumklima, schon alleine um Schimmelbildung vorzubeugen, aber auch um wertvolle Gegenstände zu schützen (Kunst, Musikinstrumente, alte Bücher). Natürlich erledigen das bereits zahlreiche Produkte und Services.
Doch wie sieht es mit den Möglichkeiten aus, die lokal gemessenen Daten bequem von unterwegs oder vom Sofa aus via Smartphone-App oder Browser abzurufen, historische Datenreihen exportieren zu können, Wettervorhersagen ergänzen zu können, sogar die Wetterstationsdaten an „Smart Home“-Systeme anzubinden, um bestimmte Aktionen auszuführen?

Wetterstationen: Bisherige Varianten

Der Begriff Wetterstation ist leider nicht wirklich genau definiert. Die günstigsten Varianten aus dem Baumarkt kann man kaum als Wetterstation bezeichnen, obgleich sie manchmal als solche angepriesen werden: Die Messungen beschränken sich auf die Anzeige der Innen- und Außentemperatur, ein wenig Luftdruck hier und etwas Luftfeuchtigkeit da, das war es schon. Die Anzeige der Werteverläufe ist da eher die Ausnahme.
Wer mehr als die reine Anzeige der wenigen Werte will und auch Vorhersagedaten braucht, muss etwas tiefer in die Tasche greifen. Die sogenannten „Funkwetterstationen“ sind Wetterstationen, deren Außenfühler per Funk mit der Basisstation verbunden sind. Auch hier gibt es einfachere, sehr günstige Varianten bis hin zu professionell ausgebauten Wetterstationen, die dem Wert eines Mittelklassewagens entsprechen. Eine Erweiterung bieten „satellitengestützte Funkwetterstationen“, die zusätzlich von professionellen Wetterdiensten über eine bestimmte Funkfrequenz mit lokalen Wetterdaten und -prognosen mehrmals täglich versorgt werden. Was ist aber mit dem Internet? Gibt es keine Wetterstationen, die mit dem Internet verbunden sind?

Vorteile von WLAN-Wetterstationen

Eine neue Variante hat in der Tat in der Breite noch keinen Fuß gefasst: „WLAN-Wetterstationen“, deren Messdaten über das hauseigene WLAN und damit auch von unterwegs über das Internet abgerufen werden können. Wir könnten es auch als Modeerscheinung betrachten, jedoch müssten wir dann auch das Internet als Modeerscheinung bezeichnen. Etwas gewagt. Nein, es ist keine Modeerscheinung.
Der Vorteil liegt auf der Hand und wird im Zuge des technischen Fortschritts immer sichtbarer: Sie haben von überall Zugriff auf Ihre Daten. Sie können die Daten auswerten, insofern eine Funktion zum Datenexport angeboten wird (nicht selten sieht es bei herkömmlichen Wetterstationen so aus: Das Auslesen erfolgt mit einem USB-Stick oder einer SD-Speicherkarte am Gerät, was durchaus antik anmutet mittlerweile). Und, Sie können die Daten mit anderen Diensten koppeln, um beispielsweise Ihr Heizungssystem mit dem Wetterverlauf zu synchronisieren, um die Gartenbewässerung zu geeigneten Zeitpunkten einzuschalten oder um sich auf Ihrem Handy alarmieren zu lassen (ein Beispiel: Wie wird der Alarm auf der Netatmo-Wetterstation eingerichtet).
Die Wetterstationen werden sich vernetzen. Das ist die Zukunft. Die herkömmlichen Funkwetterstationen werden Stück für Stück die entsprechenden Erweiterungen erhalten. Man wird nicht mehr immer nur zur Wetterstation laufen müssen, um die vielen Datenanzeigen in Augenschein zu nehmen, sondern bequem von unterwegs oder vom Sofa aus die Daten einsehen können. Noch dominieren aber die Funkstationen das Angebot. Die wenigen WLAN-fähigen Geräte, die im Moment auf dem Markt verfügbar sind, wollen wir Ihnen nun zeigen. Eine hat sich zum Bestseller gemausert. Welch ein Zufall? Nein, die Vorteile – von denen wir gesprochen haben – sind jetzt schon da, nicht in der Zukunft.

Die Netatmo-Wetterstation

Die Netatmo-Wetterstation

Diese Wetterstation besteht aus insgesamt vier Modulen: dem Innenmodul, dem Außenmodul, dem Windmesser und dem Regenmesser.

Der französische Hersteller Netatmo wurde erst 2013 gegründet und hat mit seiner internetfähigen Wetterstation einen Hit gelandet. Diese Wetterstation stellt sozusagen in der Kategorie der WLAN-fähigen Wettergeräte das „state of the art“ dar. Sämtliche Module werden per Funk mit der Basisstation verbunden, die zugleich die Innenraumtemperatur, die Luftqualität über den CO2-Gehalt, den Luftdruck und die Luftfeuchtigkeit sowie über ein Sonometer die Lautstärke misst. Sämtliche Daten – inklusive Windgeschwindigkeiten, Windrichtungen, Außentemperaturen und Regenmengen – werden via Internet auf die Webseite von Netatmo übertragen, wo die Kunden ihre Daten personalisiert abrufen oder über eine kostenlose Smartphone-App sich anzeigen lassen können. Auf einer öffentlichen Wetterkarte werden die Messwerte der Außenfühler aller Netatmo-Wetterstationen angezeigt. Netatmo ergänzt die so gewonnenen Daten mit den Messungen und Vorhersagen öffentlicher Wetterstationen. Somit bekommen die Nutzer eine Mischung aus Mikrowetterlagen und professionell gemessenen Wetterdaten.
Wer sein Haussystem damit vernetzen möchte, kann dies über Anbieter wie RWE erledigen. Um die Messwerte mit Aktionen wie dem Herunterfahren der Heizungen oder Fensterrollos zu koppeln. Das ist einer der markanten Vorteile gegenüber herkömmlichen Funkwetterstationen, die man nicht mit anderen Systemen per Internet oder Haus-WLAN verbinden kann. Die Einzelmodule kosten auf Amazon zusammen rund 340 Euro. Wenn Sie mehr Details über die Fähigkeiten der Netatmo erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen unseren ausführlichen Testbericht zur Netatmo-Wetterstation.

Die Wetterstation von Froggit HP1000 WiFi

Froggit HP 1000 Wifi Wetterstation

Die Wetterstation von Froggit mit Internetanbindung.

Die Wetterstation mit Farbdisplay und einem Außenfühler, der über ein Solarpanel verfügt, um den Akku aufzuladen, überträgt die Messwerte auf eine nur englischsprachige Wetterseite namens Wunderground, um die Daten über den Browser von unterwegs abrufen zu können. Der Außenfühler als Wettermast misst die Außentemperatur, die Luftfeuchtigkeit, die Windrichtung und -geschwindigkeit, die Regenmenge und die UV-Intensität. Die Wetterstation hat Sensoren zur Messung der Innentemperatur, der Luftfeuchtigkeit und des Luftdrucks. Wettervorhersagen werden online abgerufen und auf dem Farbdisplay angezeigt. Eine Anbindung an ein etwaig vorhandenes Haussteuerungssystem (Stichwort „Smart Home“) existiert nicht. Eine Smartphone-App ist ebenso wenig vorhanden. Jedoch ist die Möglichkeit eines Datenexports über eine integrierte SD-Speicherkarte vorhanden (was bei Netatmo über den Datenexport via Online-Zugriff realisiert wurde, wo auch individuell einzelne Messwerte über jeden beliebigen Zeitraum exportierbar sind). Die Station wird auf Amazon für 250 Euro angeboten.

Bresser Wetterstation Connect

Bresser Wetterstation Connect

Die Wetterstation Connect von Bresser.

Die Daten dieser Wetterstation sind nur indirekt via Internet abrufbar. Die Lösung ist mehr für Heimnetzwerke gedacht denn für einen bequemen Abruf auch von unterwegs. Die Basisstation wird per LAN-Kabel mit dem Heimrouter verbunden. Erst dann kann man eine eigene Smartphone-App nutzen (nur für iOS und Android), um über das Hausnetz die Daten auf dem Smartphone einzusehen. Sollte man unterwegs sein, muss man sich relativ umständlich in das Heimnetzwerk einwählen, was ungeübte Anwender mit Sicherheit technisch überfordern dürfte. Rein von den Funktionen her werden Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Niederschlagsmenge, Windrichtung und -geschwindigkeit, Bodenfeuchtigkeit der Pflanze oder sogar der Stromverbrauch beliebiger Geräte gemessen. Da eine Luftdruckmessung nicht vorgenommen wird, auch keine Daten von meteorologischen Wetterdiensten empfangen werden können, gibt es keine Wettervorhersage. Anbindungsmöglichkeiten an Haussysteme existieren auch nicht. Dieses Produkt darf man ruhig als reduziert betrachten, das auf Amazon für lediglich 100 Euro erhältlich ist.

Beewi Smart Home

BeeWi Smart Home

Die Beewi-Home-Steuerung plus Gateway, um die Daten via Internet abrufen zu können.

Nein, es wäre vermessen, bei diesem winzigen Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsmesser von Wetterstation zu sprechen. Dennoch soll dieses Gerät kurz vorgestellt werden, da es eine bestimmte Richtung exemplarisch aufzeigt, der wir in Zukunft bei Heimnetz-Systemen bzw. im „Smart Home“-Bereich vermehrt begegnen werden. Die Idee ist, dass eine Basisstation diverse, kleine Sensoren im gesamten Haushalt kontrolliert und steuert. Das können Alarmsensoren, Bewegungsmelder, aber auch Wettermessfühler sein. Hier sehen wir den kleinen Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensor von Beewi, der mittels Bluetooth mit dem Smartphone verbunden werden kann, um die Messwerte in der Beewi-App abzurufen. Oder Sie verbinden mehrere Sensoren mit dem „Smart Home Gateway“, damit Sie von unterwegs die Daten auch über die Smartphone-App einsehen können. Zusätzlich sind Alarmmeldungen via Mail oder SMS möglich, sobald bestimmte Temperatur- oder Luftfeuchtigkeitswerte über- oder unterschritten werden. Ein Temperatursensor kostet bei Amazon 39 Euro. Um außer Haus die Daten einzusehen, benötigen Sie wie gesagt das Gateway, das für 81 Euro zu haben ist. Wenn Sie im Besitz dieses Gateways sind, können Sie die Heimdaten über die Beewi-Home-Webseite auch ohne App auf dem PC aufrufen.

Weitere Systeme mit WLAN-Anbindung und Resümee

Eve und Archos

Die beiden Smart-Home-Systeme von Eve und Archos.

Mit Eve und Archos haben zwei weitere Firmen ihren Hut in den Ring geworfen, die sich zwischen „Smart Home“-Steuerung und Wettermessung nicht entscheiden wollen, so wie es die Netatmo-Lösung konsequent in Richtung einer voll vernetzten Wettermessung verfolgt.
Dennoch ist es wichtig zu wissen, welche Lösungen es gibt und wo der Schwerpunkt liegt. Damit Sie sich besser orientieren können, wenn Sie in Zukunft vermehrt auf solche Produkte stoßen werden. Fassen wir also zusammen. Wetter-Lösungen wie Netatmo sind noch selten. Diese erfüllen die Anforderungen an modernste Systeme, die voll vernetzbar sind, lokale Wetterdaten mit den Wetterdienstdaten zusammenführen, über Apps ebenso wie über Browser abrufbar und exportierbar sind. Lösungen wie Bresser Connect und Froggit HP1000 mangelt es an vollwertigen Online-Anbindungen und sie bieten auch keine Kopplungsmöglichkeiten mit Haussystemen. Lösungen wie Beewi, Eve und Archos setzen hingegen den Schwerpunkt auf eine Heimvernetzung, wo die Messung von Wetterdaten nur ein Bestandteil ist, nicht aber im Zentrum steht, dementsprechend kein voller Funktionsumfang zu erwarten ist. Lokale und mikrolokale Wettervorhersagen fehlen bei den letztgenannten Systemen mangels Fokus auf Wetter-Reportings.
Es bleibt bei der Aussage, die wir zu Beginn getroffen haben: Wetterstationen werden sich wandeln und vernetzter werden. Anbindungen an Haussteuerungssysteme werden eines Tages Standard sein. Das Abrufen der Daten – egal ob vor Ort durch das klassische Ablesen am Display oder am Smartphone – wird egal, wo Sie sind, erfolgen können. Lokale Netze von Wettermessungen werden die Wettervorhersagen der Profianbieter ergänzen. Wir sind gespannt, wie sich die Preise entwickeln und mit welchen Schmankerln an Service-Ideen die Anbieter aufwarten können. Doch bis dahin wird uns noch sehr oft Omas Wetterstation begegnen.
Wetterstation Klassiker

Oldie but Goldie: die Wetterstation von Eschenbach. Die Batterie hält ewig. Mangels Stromverbrauch.

Wetterstation

Robert Basic

von

Seine Passion sind Menschen, sein Antrieb ist die Neugier.

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