Smarte Hausüberwachung

iSmartAlarm im Praxis-Test

iSmartAlarm bietet eine günstige Lösung, Ihre Wohnung per Alarmanlage und Smartphone zu überwachen. Wir haben das System ausprobiert und verraten, wie smart es wirklich ist.

Datum:
iSmartAlarm

Das Startpaket von iSmartAlarm mit der Zentrale CubeOne. Sicherheit via Plug-and-Play?

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Einrichtung und Montage sind ein Kinderspiel und auch die Bedienung ist weitgehend einfach. Einige Funktionen verstecken sich aber gut und die App gibt manchmal Rätsel auf. Größtes Manko: Die Abschreckung dürfte überschaubar bleiben. Das Alarmsystem tritt erst in Kraft, wenn schon jemand eingedrungen ist. Kamera und Bewegungsmelder müssten auch für den Außenbereich funktionieren. Prima: Die steuerbare Kamera funktioniert auch allein. Unterm Strich bietet iSmartAlarm ein nutzerfreundliches modulares Alarm-System zu einem sehr fairen Preis.

Pro

  • Einfach zu installieren
  • Kein Bohren nötig
  • Weitgehend einfache Bedienung
  • Erweiterbares System
  • Kleiner Preis
  • Keine Zusatzkosten durch Vertrag oder SIM-Karte

Kontra

  • Teils schlecht übersetzte App
  • Basisstation braucht Netzwerkanschluss
  • Keine Gegensprechfunktion
  • Alarm nicht besonders laut
  • Nicht für den Außenbereich geeignet
  • Noch nicht alle Komponenten verfügbar

iSmartAlarm Starterpack mit Basisstation, Bewegungsmelder, Fernbedienung und Tür-Sensoren

iSmartAlarm bietet einen modularen Baukasten, bei dem Sie Bewegungs-, Türsensoren und Kameras nach Ihren Anforderungen kombinieren. Alles läuft über den sogenannten CubeOne, die Schaltzentrale. Das weiße, schlichte Design könnte auch einen Apfel tragen. Der CubeOne braucht zwingend einen Strom- und einen Netzwerkanschluss, also ein physisches Kabel zum Router. Das schränkt den Aufstellungsort etwas ein. Die restlichen Komponenten verbinden sich über ein proprietäres Protokoll per Funk mit dem Cube. Der Alarm löst auch ohne Internetverbindung aus. Abgesehen von der Kamera reichen die mitgelieferten Knopfzellen als Stromversorgung. Das macht die Installation zur schnellen Nummer. Die Türsensoren werden nur per mitgelieferten Klebepads aufgeklebt. Kein Bohren und Stemmen. Also Sicherheit per Plug and Play?
iSmartAlarm App

Auch wenn die App weitestgehend übersichtlich ist, verstecken sich einige Funktionen. Die Übersetzung ist noch nicht optimal, verbessert sich aber mit jeder Version. „Ajouter“ heißt mittlerweile „Hinzufügen“.

Einrichtung per App und Smartphone

Die Einrichtung des Systems erfolgt per kostenloser Smartphone-App, verfügbar für iOS und Android. Die Oberfläche ist übersichtlich und auch das Hinzufügen von weiteren Komponenten ist für jemanden, der sich mit einem WLAN verbinden kann, kein Problem. Einige Übersetzungsfehler („Ajouter“ anstatt „Hinzufügen“) wurden jüngst mit einem Update der App auf Version 1.8.2 ausgemerzt. Trotzdem finden sich noch Französisch-Fragmente in der deutschen Übersetzung. Aber man merkt, da passiert noch etwas. Das Verbinden mit einem zweiten Smartphone funktioniert über einen QR-Code, den das neue Handy mit der App abscannen muss. Wenn man erstmal weiß, wo sich die Funktionen verstecken, kinderleicht. So bekommen mehrere Familienmitglieder Zugriff auf das System. Praktisch: Die App zeigt von jedem Gerät den Batteriezustand an. Überhaupt ist das Smartphone (Android oder iOS) der Dreh- und Angelpunkt. Sie legen fest, ob Sie bei jeder Änderung eines Sensors benachrichtigt werden möchten (was schnell nerven kann), oder nur im Alarmfall. Ist die Alarmanlage deaktiviert oder Sie haben die Benachrichtigung ausgeschaltet, wird das Öffnen und Schließen der Sensoren nur im Stillen protokolliert. Die individuelle Benennung der Komponenten sorgt für Übersicht (z.B. „Balkontür, „Haustür”, „Bewegungsmelder” ...).
iSmartAlarm Keep Kamera

Die Kamera ist nicht im Starterset enthalten. Sie verbindet sich mit dem System, funktioniert aber auch allein ohne Steuerzentrale. Sie kann per Funk gesteuert werden und reagiert auf Bewegungen.

iSmartAlarm Keep Kamera

Sobald Sie irgendwo Empfang haben, wissen Sie auch, was die Sensoren beziehungsweise die Türen zu Hause so treiben. Besonders interessant wird es mit der optionalen iSmartAlarm Keep-Überwachungskamera. Sie zeigt Ihnen, was daheim so los ist, und lässt sich sogar komfortabel steuern, sprich drehen und neigen. Auch im Dunkeln lässt sich dank Infrarot etwas erkennen. Clever aufgestellt oder mit der mitgelieferten Aluhalterung angeschraubt, behalten Sie damit ein großes Umfeld im Blick. Stromkabel und WLAN, mehr braucht es nicht. Sie können die Kamera auch einfach mal eben schnell woanders hinstellen, etwa um im Garten zu beobachten, ob der Postmann wirklich klingelt. Die iSmartAlarm Keep-Überwachungskamera kostet bei Amazon rund 130 Euro. Angesichts der ordentlichen Verarbeitung und des scharfen Bildes (720p) ein faires Angebot und auch ein echtes Luxus-Babyfon. Die Kamera funktioniert auch allein, ohne CubeOne und Sensoren.
iSmartAlarm Türsensor

Der Sensor wird einfach aufgeklebt. Typischerweise müssen Sie am Rahmen etwas unterfüttern (hier beispielsweise mit Lego), damit beide Teile des Sensors auf einer Höhe sind. Ein Protokoll in der App verrät, wann die Tür geöffnet wurde.

Was kostet der Sicherheitsspaß?

Das iSmartAlarm Starterset kostet bei Amazon rund 135 Euro. Mit dabei sind der Cube, Bewegungsmelder (etwa 35 Euro), 2 Türsensoren (etwa 30 Euro/Stück) und zwei Fernbedienungen (etwa 20 Euro/Stück). Haben Sie mitgerechnet? Die Einzelkomponenten kosten in etwa so viel wie das Starterset. Sie bekommen die Steuerzentrale, den CubeOne, also quasi geschenkt. Der Preis ist heiß, schließlich entfällt auch die teure Installation durch einen Fachmann.
iSmartAlarm Fernbedienung

Die Fernbedienung hat das gleiche Tastenlayout wie der zentrale Steuerscreen der App, ist aber viel schneller einsatzbereit.

Fernbedienung viel schneller als Smartphone

Die Fernbedienungen sind funktionell, bieten einen ordentlichen Druckpunkt und sind vernünftig verarbeitet. Die Tasten sind allerdings eher schlecht ablesbar. Etwas Farbe würde für mehr Klarheit sorgen. Davon abgesehen sind die Dinger leicht zu bedienen und schneller zur Hand als das Smartphone: rauskramen, entsperren, App aufrufen, warten aufs Anmelden, Alarm deaktivieren. Die Fernbedienung ist einfach wesentlich schneller: drücken und gut.
iSmartAlarm Bewegungsmelder

Der Bewegungsmelder reagiert laut Hersteller auf Objekte über 30 kg. Die Katze löst also nicht immer Alarm aus.

Außer Alarm keine Interaktion

In Ihrem Urlaub kommt Ihr Nachbar auch locker mit der Fernbedienung und den vier Tasten zurecht. Alarm an, Alarm aus, zu Hause, Panikknopf (Alarm ertönt und alle registrierten Smartphones bekommen eine Nachricht). Sie verfolgen anhand des Protokolls am Strand entspannt, ob schon jemand in der Wohnung war, um die Fische oder die Katze zu füttern. Per Kamera können Sie zuschauen, aber nicht eingreifen, wenn sich der Nachbar anschickt, die Freundschaft zwischen Katze und Fischen auf die nächste Ebene zu befördern. Es gibt keine Möglichkeit, mit ihm zu sprechen, entsprechend können Sie auch einen Einbrecher nicht per Ansprache in die Flucht schlagen. Neben den Push-Nachrichten auf die registrierten Handys bleibt nur der Alarm, der in der Basisstation steckt. Wenn der CubeOne aufgrund des Netzwerkanschlusses gut gedämmt im Hauswirtschaftsraum steht, ist der Alarmton mit 110 dB aber nicht sonderlich beeindruckend. Eine externe Sirene, die sich per Funk verbindet und die Sie im Funkbereich frei platzieren, gibt es auf der iSmartAlarm-Homepage, aber hierzulande wohl erst in Q3/2016.

Überwachung ja, Abschreckung hoffentlich

Eine der größten Schwächen, abgesehen von der mangelnden Interaktion per Stimme, ist, dass Bewegungsmelder und Kamera nicht für den Außenbereich freigegeben sind. Ist der ungebetene Gast erst in der Wohnung, bekommen Sie zwar eine E-Mail und können bestenfalls mit der Kamera ein Bild schießen oder ein Video machen und die Polizei verständigen, aber dann ist der Kriminelle eben schon im Haus. Der Bewegungsmelder draußen könnte dafür sorgen, dass der Smartstecker innen das Licht anschaltet. Aber auch die Funksteckdosen gibt es hierzulande (noch) nicht. Dabei könnte man gerade mit ihnen eine gewisse Abschreckung erzeugen: Der Tür- oder Bewegungsmelder löst aus und gibt das Signal, dass im Haus die „Festbeleuchtung“ anspringt. Bleibt zu hoffen, dass sich die Einbrecher vom mitgelieferten Warnaufkleber beeindrucken lassen und das Weite suchen.

iSmartAlarm Starterpack mit Basisstation, Bewegungsmelder, Fernbedienung und Tür-Sensoren

Michael Huch

von

Redakteur und Content Manager, interessiert sich für Technik und mag Dinge, die den Alltag erleichtern. Egal ob unterwegs, im Garten oder der Küche.

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