Der intelligentere Garten

Smart Garden: Welche Zukunft erwartet uns?

Smart Home, Smart Living, Internet der Dinge? Allesamt Schlagwörter, die immer mehr an realer Bedeutung gewinnen. Die Vernetzung intelligenter Geräte soll uns das Leben erleichtern. Was aber denken die Konsumenten darüber?

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Smarten Kindern gehört die Zukunft

Werden unsere Kinder in einer glücklichen, automatisierten Welt aufwachsen?

Computer, mache mir einen Tee, reguliere das Licht herunter und lass den Rasen mähen.“ Das könnte eine beliebige Szene aus „Star Trek“ sein, wenn Captain Jean-Luc Picard Feierabend in seinem Raumschiff Enterprise macht. Zugegeben, einen echten Garten konnten wir in der Serie nicht oft ausmachen. Die Idee aber, dass Geräte etwas für uns erledigen, ist nicht so neu. Wir nannten sie bisher „Maschinen“. Seit über zwei Jahrtausenden.

Ägypten hatte Maschinen, England auch: Jahrhunderte bis zur Dampfkraftmaschine

Dampflokomotive

Dampflokomotive am Sheffield Park.

Heron von Alexandria beschrieb im ersten Jahrhundert n. Chr. eine Maschine, die die Expansionskraft von Wasserdampf und das Rückstoßprinzip demonstriert, den „Heronsball“. Erst sechzehn Jahrhunderte später kamen die ersten Erfinder wie Thomas Newcomen auf die Idee, eine funktionierende Dampfmaschine zu erschaffen. Von reinen Demonstrationsideen bis hin zu echten Arbeitsmaschinen dauerte es zwar eine Weile. Aber nachdem die Idee um sich griff, dass man Maschinen zur Verrichtung von Arbeit nutzen könnte, ging es rasant voran. Nebenbei bemerkt: Ist es nicht ein amüsanter Umstand, dass wir so lange Zeiten nicht gleich an Arbeit dachten? Und heute? Selbst im digitalen Zeitalter kommen wir ohne Dampfkraft nicht aus. Auch Atomkraftwerke basieren letztlich auf dem Prinzip der Dampfkraft, um den Strom für unsere Computer zu erzeugen.

Siri spricht mit uns: Die Maschinen-Orakel

Scotty spricht zur Maus

Eine berühmte und bezeichnende Szene aus „Star Trek IV – Zurück in die Gegenwart“. Pille reicht Scotty freundlich wissend die Maus, nachdem Scotty den Computer direkt mit „computer .... computer?“ ergebnislos ansprach. Scotty versucht es diesmal mit einem gehauchten „helloooo computer“ zur Maus zugewandt, natürlich erneut ohne Ergebnis.

Heute sprechen wir sogar mit den Maschinen, indem wir das Maschinen-Orakel „Siri, wie wird das Wetter morgen sein?“ befragen. Oh, Wunder der Technik, die Maschine antwortet! Wir müssen keine Wetterfrösche mehr im Glas halten. Hier verrichten keine Hebel und Zahnräder ihre Arbeit. Es zischt und rattert auch nicht mehr, sondern es sind digitale Stromkreise, die mithilfe von Software der Maschine ein gewisses Maß an Intelligenz einhauchen. Die Idee, Maschinen mit Software zu verheiraten, um ihnen eine weitaus größere Flexibilität zu verleihen, geht auf Forscher wie Konrad Zuse (ein weltbekannter Computerpionier) oder J. W. Tukey (er prägte 1958 das Wort Software, um die gedankliche Trennung zwischen Maschine und Programmcode vorzunehmen) zurück. Wir wollen hierbei nicht verschweigen, dass die guten, alten Webstühle mit ihren Webmustern die Vorreiter der digitalen 0-1-Ära waren, als es darum ging, Rechenmaschinen in Gang zu setzen!

Die Menschen vernetzen sich mithilfe der Maschinen

IBM Grossrechner

IBM Harvard-Mark-Rechner an der Harvard-Universität 1944.

Vom Heronsball, der eine reine Demonstrationsidee war, zur Dampfkraftmaschine von Thomas Newcomen, über Konrad Zuse zum Smartphone und dem Internet. Dem Internet, das irgendwie fast schon auf magische Art Menschen über Computermaschinen miteinander verbindet. Auch hier dauerte es eine Weile, bis die ersten Forscher auf die Idee kamen, dass Rechenmaschinen von Menschen an unterschiedlichen Orten zugleich bedient werden könnten und nicht etwa nur reine Rechenaufgaben zu lösen haben. Was das damalige Grundparadigma um die Mitte des 20. Jahrhunderts war. Ideengeber wie Licklider / Engelbart – Letzterer ist der Erfinder der Computersteuerung via Maus – änderten die Denkmuster und damit das Grundparadigma, wie und wozu man Computer nutzen kann. Damit Menschen sogar mithilfe von damals haushohen Rechenmaschinen miteinander sprechen und verteilt arbeiten könnten? Revolutionär! Wer damals vor den monströs großen Rechnern gestanden hat, dem muss diese Idee gewagt und lächerlich vorgekommen sein. Heute? Heute erscheint uns die Frage völlig banal, warum diese kleinen Computer – Smartphones genannt – nicht zum Recherchieren, Einkaufen, Chatten und Selfies teilen dienen sollten, um letztlich über Maschinen miteinander zu kommunizieren. Was sind aber die nächsten Schritte?

Waschmaschinen vernetzen sich mit dem Rasenmäher? Das Internet der Dinge

Internet of Things

Das Internet der Dinge stets in der Tasche?

Betrachten wir es auf diese Art und Weise, bleibt nur ein logischer Schritt: Wir haben die Maschinen geschaffen, um uns zu helfen. Wir haben den Maschinen etwas Intelligenz und mehr Flexibilität über Software eingehaucht. Wir haben Maschinen Sende- und Empfangsmöglichkeiten eingebaut, um uns zu vernetzen. Koppelt man die Ideen der Arbeitshilfe mit Softwareintelligenz und Kommunikation, kommen wir tatsächlich zum nächsten Schritt. Wir werden sämtliche Maschinen untereinander und mit uns Menschen vernetzen. Das kann tatsächlich der Fernseher sein, der Rasenmäher, die Heizung, das Auto, Roboter, Flugzeuge, Kaffeemaschinen, alles, was uns einfällt. Selbst Dinge des Alltags, die bisher keine Maschinen waren noch sind, werden maschinelle und intelligente Bauteile erhalten: sogar Schuhe! Daher sprechen wir auch vom neuen Zeitalter, das aufziehen wird.
Dieses Zeitalter nennen wir womöglich das „Internet der Dinge“. Wir wissen es noch nicht genau, ob und welche Bezeichnung es dafür geben wird. Auch fehlen uns konkrete Bilder. Uns geht es hierbei genauso wie damals Kruse, Engelbart und Licklider, sich eine Zukunft auszumalen und die Fragmente zu einem schlüssigen Bild zusammenzusetzen. Wir können nur grob erahnen, wie sich die Zukunft konkret anfühlen wird. Welche Erfindungen uns das Leben beschert. Wir können jedoch in unterschiedlichen Branchen und Lebensbereichen das Voranschreiten dieser Idee mit wechselnden Tempi beobachten. Die Autoindustrie prescht voran, auch und wegen dem gefühlten Wettbewerbsdruck. Stichworte wie das „vernetzte“ und „autonome“ Auto werden uns immer präsenter. Die IT-Giganten wie Intel, Apple, Microsoft, Google, Amazon und Samsung laufen umso schneller. Andere Branchenzweige lassen es gemächlicher angehen. Was hat das aber mit dem beschaulich-gemütlichen Lebensbereich Garten zu tun?

Ich bin Gärtner, das geht mich nichts an!

Opa mit Enkel im Garten

Wer wird der Gärtner von morgen sein?

Die Oasen der Gemütlichkeit, der Quell an Natur, das Grün des Rasens, all dies erfreut unsere Sinne und lässt uns zur Ruhe kommen. Hin und wieder zieht der Grillrauch mutig zum Nachbarn hinüber, der ratternde Rasenmäher lässt den Rasen frisch duften, die Fische plätschern zum Vergnügen der Katze fröhlich im Gartenteich dahin.
Hier sollen also vernetzte Maschinen einziehen, eine Art R2D2-Armee, piepsend und seltsame Kreise nach sich ziehend? Fehlt nur noch, dass der Apfelbaum mit den Gänseblümchen spricht!
Wir alle werden diese Zeiten dennoch anbrechen sehen. Oder sind wir nicht bereits mittendrin? Haben wir nicht schon Rasenmäher-Roboter? Haben wir etwa keine Apps, die uns sagen, wann wir etwas säen sollen? Haben wir kein Internet, in dem wir unsere Gartenbilder teilen und uns informieren, wo es Gartengeräte zum günstigen Preis zu kaufen gibt? Manche oder viele wissen all diese Annehmlichkeiten zu schätzen. Von einem R2D2 ist weit und breit keine Spur zu sehen. Dennoch fragen wir uns, was uns diese neuen Begriffe versprechen, was sie bedeuten und wozu sie gut sind. „Smart Home“. „Smart Living“. Gar „Smart Garden“?

Was denken wir über Smart Home?

Blick in die Zukunft

Staatsgäste bei einem ESA-Event in die Zukunft der Menschheit blickend.

Wie oben bereits gesagt, sich eine nahe Zukunft auszumalen, fällt uns allen schwer. Gerade dann, wenn uns Erfahrungen, Produkte und Bilder fehlen. Im zweiten Teil des Specials „Smart Garden“ schauen wir uns daher eine Studie an, in der über 1.000 Menschen genau dazu befragt wurden. Was sie unter dem Internet der Dinge verstehen, was sie erwarten, was sie befürchten und ob sie es überhaupt haben wollen. Im dritten Teil schauen wir uns ein kommendes Gartensystem näher an, das ein Marktführer aus dieser Branche ab dem nächsten Jahr anbietet und das diese Entwicklung illustriert.
Robert Basic

von

Seine Passion sind Menschen, sein Antrieb ist die Neugier.

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