Schluss mit dem Geschleime

Schnexagon: Innovativer Schneckenzaun zum Auftragen

Nacktschnecken sind zwar nicht die Schnellsten. Sind sie aber erstmal angekommen, gehen sie dafür beim Fressen recht fix zur Sache. Der innovative Schneckenzaun Schnexagon soll die gefräßigen Schleimer fernhalten.

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Nacktschnecke beim Fressen

Ohne Schutz macht sich die nimmersatte Nacktschnecke ungehindert über Ihre Pflanzen her.

Arion vulgaris, Spanische Wegschnecke oder Kapuzinerschnecke – das bis zu 12 Zentimeter lange und hauslose Tier hat viele Namen, ist hierzulande aber am besten bekannt als Nacktschnecke. Scheinbar aus dem Nichts taucht sie jedes Jahr plötzlich in tausenden von Gärten auf und frisst sich durch Gemüse- und Pflanzenbeete. Bisher hilft da nur das umständliche Aufstellen eines recht simplen Schneckenzauns. Mit dem flüssigen Schutzzaun Schnexagon wollen die Biologin Nadine Sydow und der Materialwissenschaftler Sandro Böhm Pflanzen schneckensicher machen.

So funktioniert Schnexagon?

Schnexagon wurde im Projekt Solvoluta der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel in der Arbeitsgruppe „Funktionelle Morphologie und Biomechanik“ entwickelt. Es handelt es sich um eine Beschichtung, die aus nahezu jedem Material, etwa einer Beetumrandung oder einem Pflanzengefäß einen Schneckenzaun machen soll. Die Beschichtung soll sich in flüssiger Form auf nahezu jeden Untergrund streichen lassen. Nach dem Trocknen soll die Beschaffenheit der Beschichtung verhindern, dass die Schnecken sich darauf halten können und somit gar nicht erst an Ihre Pflanzen gelangen.
Erfinder Schnexagon

Die Erfinder: Biologin Nadine Sydow und Materialwissenschaftler Sandro Böhme.

Natürlich ist das Rezept geheim. Die Biologin Nadine Sydow verrät nur soviel: „Schnecken können ihr Klebsekret an verschiedene Untergründe anpassen. Unser Material verwirrt sie mit widersprüchlichen Informationen, sie rutschten ab wie auf Seife.“ Die Schnexagon-Beschichtung soll dabei keine Giftstoffe enthalten. Somit sollen andere Arten, etwa die geschützte Weinbergschnecke oder auch Vögel nicht geschädigt werden. Außerdem soll es Gewässer nicht belasten.

500 Gärtner testen für den Ernstfall

Mit einer Testgärtneraktion konnten sich bis Ende April 500 Testgärtner registrieren. Die sollen Schnexagon unter realen Bedingungen testen. Die Erfahrungen sollen den Entwicklern helfen, Schnexagon bis zum Frühjahr 2016 marktreif zu machen. Auf der Entwicklerseite können Sie sich über Neuigkeiten informieren und sich unter anderem für einen Newsletter anmelden.
Torsten Stender

von

Komplizierte Ratgeber und Anleitungen sind dem gebürtigen Kieler ein Dorn im Auge. „Verständliche Texte mit Nutzwert sind ja kein Hexenwerk.“

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