Ausblick und Resümee

Im Testfazit: Gardena Smart System - mit Potenzial

Welche Chancen hat das neuartige Smart System von Gardena, um die Gärten zu erobern und stellt es die Zukunft des vernetzten Gartens dar?

Datum:
Glücklicher Gardena Smart System Kunde

Glücklicher Kunde des Gardena Smart Systems. Alles gut?

Nachdem wir ausführlichst auf die einzelnen Komponenten des Gardena Smart Systems eingegangen sind (siehe „Im Test: Das Gardena Smart Sensor Bewässerungssystem“ und „Im Test: Der Gardena Smart Sileno Mähroboter“) können wir es wie folgt zusammenfassen:
Wo viel Licht da viel Schatten und viel Potenzial. Das trifft es am besten. Während das smarte System rund um den Mähroboter Sileno glänzt und wirklich zu Hochform auffährt, fällt das Bewässerungssystem ab. Zu viele Kunden beklagen fehlerhafte Bewässerungseinstellungen. Zu oft erweist sich das Wassersystem als zu wackelig, wenn die DSL Verbindung zum Gardena-Gateway nicht stabil genug ist.
Aber? Gesamtheitlich gesehen fallen die Preisunterschiede zwischen dem Gesamt-Set (das 1.615 Euro bei Amazon kostet) und dem Mähroboter-Set ohne das Bewässerungssystem (bei Amazon liegt der Preis bei 1.426 Euro) nicht so sehr ins Gewicht. Denn, wer das smarte Bewässerungssystem allein kaufen will, der muss bei Amazon 419 Euro auf den Tisch hinlegen.

Galerie: Gardena Smart System: Aufbau und Einzelkomponenten

Dann doch lieber das Gesamtpaket holen und darauf hoffen, dass Gardena einerseits ein stabileres System hinbekommt, wenn es um die Einstellung der Bewässerungszeiten geht. Und andererseits? Wenn es um die Einbindung von Wetterdaten, die intelligente Kopplung mit allen smarten Geräten und vom Endresultat her um eine adaptive Bewässerung geht, besteht noch Nachholbedarf. Ein Beispiel, wie wir das verstehen und warum wir eine intelligentere Verknüpfung der Geräte vermissen: So hätte wir uns gewünscht, dass der Rasenmäher vom Wassersystem eine Meldung bekommt, dass gleich die Bewässerung angeht und er bitteschön zur Ladestation zurückkehren soll. Oder die Wetterdaten melden eine aufziehende Gewitterfront? Ab nach Hause, Rasenmäher. Das Wetter klart auf und es wird nicht mehr regnen? Rasenmäher, warte etwas, bis der Rasen abtrocknet und du Bewässerung, du wartest auch.
So bleibt zunächst ein guter Basisansatz unterm Strich: Jedes Gerät kommuniziert für sich alleine genommen online und ist zugleich per Smartphone egal wo abrufbar.

Das Potential

Gadrena Smart System Sileno Video abspielen

Roboterrasenmäher werden zunehmend populärer. Eines der besten Geräte ist der Sileno Roboterrasenmäher.

Deutlich ist die mögliche Ausrichtung des Ansatzes von Gardena zu sehen. Natürlich werden weitere Geräte hinzukommen, die per Smartphone abrufbar und steuerbar sein werden. Ebenso werden wir mit Sicherheit intelligentere Systeme erleben, die sich untereinander abstimmen. Auch die Möglichkeiten, seinen Garten online abzubilden, werden – man muss nicht lange rätseln – zunehmen. Die Anbindung zu Smart Home Systemen wird auch nicht mehr lange auf sich warten lassen. Ob es sich nun um RWE SmartHome oder um Telekoms Qivicon handelt. Ein weiterer Vorteil ist zu erkennen: Sollte ein Gerät Fehler melden, kann sich der Hersteller online per Fernwartung einklinken, um dem Fehler womöglich auf die Schliche zu kommen. Kürzere Reaktionszeiten, besserer Service.
Auf der Sollseite muss man feststellen, dass natürlich der Kunde eine engere Bindung zum Hersteller eingehen wird. Denn, es ist wohl kaum anzunehmen, dass Konkurrenzgeräte in das smarte System mit eingebunden werden können. Hier kann der Hersteller ein gesamtes Öko-System um den Kunden aufbauen und es ihm schwerer machen, zum Wettbewerber zu wechseln. Es gibt aber noch einen weiteren Punkt: Datenschutz. Ist sichergestellt, dass niemand auf die Hausdaten zugreifen kann? Denn alle smarten Geräten werden mit dem Zentralsystem vom Gardena kommunizieren. So wie es jetzt schon der Fall ist. Wird Gardena das Ganze zu Werbezwecken nutzen? Und ein dritter Punkt sei nicht außen vor: Wer garantiert dem Kunden, dass die Online-Anbindung keine Sicherheitslücken hat? Was könnten digitale Einbrecher entwenden? Welchen Unsinn könnten sie treiben? All diese Fragen um Datensicherheit, Datenschutz und Abhängigkeit werden wir jetzt wohl kaum beantworten können. Sie werden aber auf uns zukommen.
Unter dem Strich bleibt tatsächlich nicht nur das Gefühl, dass Gardena den Garten der Zukunft erobern und vernetzen will. Als Hersteller müssen sie mit dem Zeitgeist mitgehen. Wir hatten auf alle Fälle beim Testen das wachsende Gefühl, dass es der richtige Weg ist. Nochmals zurück zu manuellen Rasenmähern? Doofen Wasserhähnen? Keine Online-Anbindung und keine Chance, ein Gartengerät von unterwegs zu starten? Nein, danke!

Gardena Smart System

Robert Basic

von

Seine Passion sind Menschen, sein Antrieb ist die Neugier.

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