Smartes Bewässern?

Im Test: Das Gardena Smart Sensor Set

Gardena nennt die Komponenten Bodensensor und Bewässerungseinheit „smart Sensor Set“, die zusammen mit dem Gateway eine smarte Bewässerung ermöglichen sollen. Wie smart ist das Gesamtsystem?

Datum:
Gardena Smart Sensor Set

Das Gardena Smart Sensor Set, hier die „Water Control“-Komponente, die die Bewässerung steuern soll.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Das smarte Bewässerungs-Paket bereitet so keine Freude. Zu einem Preis von über 400 Euro bekommt man einen per Smartphone einschaltbaren Wasserhahn und einem simplen Bodensensor. Eine dynamische, intelligente Bewässerung je nach Wetterlage oder gar eine Zusammenarbeit mit dem smarten Mähroboter-System Sileno ist nicht vorhanden. Man kann nicht einmal wie von Wetterstationen gewohnt historische Verlaufswerte abrufen. Wetterdaten sind sowieso nicht vorhanden, obwohl es genügend Wetteranbieter gibt, deren Daten man hätte mit einbinden können. Wir müssen leider empfehlen, auf Besserung zu warten und dann zuzuschlagen. Denn Potential hat das System und die Grundidee bleibt top!

Pro

  • Eingabe der Bewässerungszeiten via App
  • Abruf der Bodendaten via App
  • Einschalten der Bewässerung vom Sofa aus

Kontra

  • Instabiles System
  • Magere Smartphone-Funktionen
  • Keine intelligente Bewässerung möglich
  • Keine Wetterdatenanbindung
  • Keine historischen Messdatenverläufe
  • Keine Kopplung mit smarten Gardena-Geräten
  • Viel zu hoher Preis angesichts der Mankos

Gardena Smart System

Gardena steigt mit der smart-Gerätereihe in die Zukunft des intelligent-vernetzten Gartens ein. Wie schon im einleitenden Artikel zum Gardena Smart System beschrieben, bietet der Gartengerätehersteller mehrere Kombinationsmöglichkeiten an, diverse Geräte im Set zusammen zu kaufen.
Die Einzelkomponenten sind der Mähroboter Sileno/Sileno+ (siehe ausführlichen und detailierten Testbericht zum Gardena Smart Sileno Mähroboter), der Bodensensor, der smarte Wasserhahn „Water Control“ und das Gateway als zentrales Verbindungsstück, mit dem alle smarten Geräte per Funk kommunizieren. Das Gateway dient letztlich dazu, um über das Internet per Smartphone-App auf alle Geräte zugreifen zu können.
Wir konnten über Wochen und Monate das gesamte Smart System testen und fokussieren uns in diesem Testbericht auf die Bewässerungseinheit (Bodensensor, Water Control und Gateway).

Was kann das smart Sensor System?

Der Bodensensor, der die Bodenfeuchte, Außentemperatur und Lichstärke misst.

Der Bodensensor, der die Bodenfeuchte, Außentemperatur und Lichstärke misst. Alle Werte sind per Smartphone abrufbar.

Die Möglichkeiten sind überschaubar. Der Bodensensor wird an geeigneter Stelle im Garten platziert, um per Funk die Bodenfeuchte, die Lichtstärke und die Aussentemperatur zu melden.
Der Wasserhahn-Zwischenanschluss, Water Control genannt.

Der Wasserhahn-Zwischenanschluss, Water Control genannt. Per Knofpdruck kann man das Wasser an- und abstellen. Er ist ebenso per Smartphone ansprechbar.

Die Water Control wird zwischen Gartenschlauch und Wasserhahn angedockt. Sie kann per Smartphone ein- und ausgeschaltet werden. Zudem können per Smartphone Bewässerungszeiten eingegeben werden. Oder aber, der Gärtner geht zur Water Control herüber und drückt auf den Einschaltknopf.
Das Gateway dient wie beschrieben als kommunikatives Herzstück. Der Bodensensor und die Water Control sind per Funk mit dem Gateway verbunden. Es sendet über den WLAN-Router sämtliche Daten an den Gardena-Homeserver. Der Kunde greift per kostenloser Smartphone-App – Gardena smart system, die für iOS und Android verfügbar ist – auf diese Daten zu. Er kann ebenso Kommandos zurücksenden, um die Bewässerungszeiten zu steuern oder manuell die Bewässerung ein- und auszuschalten.

Wie nützlich ist das System?

Ok, der Bodensensor funkt die Daten an das Gateway, die letztlich per Smartphone-App abgerufen werden können. Mehr als eine Momentaufnahme kann der Kunde damit nicht erhalten. Verlaufsanzeigen sucht man vergeblich, um die Bodenfeuchtenentwicklung oder die Außentemperaturen abzurufen. Obgleich die Daten allesamt auf dem zentralen Server von Gardena eingesammelt werden, die das Gateway vor Ort per Internet sendet. Etwas unverständlich!
Die Gardena Smart System App.

Die Gardena Smart System App, um die Water Control anzusprechen, aber auch um die Werte des Bodensensor abzurufen.

Es gibt zudem Kunden, die stört der Gedanke, dass ein Dritter Daten von zu Hause einsammelt. Selbst wenn es um Daten rund um den Garten geht. Das bedeutet aber auch, dass sich der Kunden darauf verlassen muss, dass Gardena den Online-Service über Jahre hinweg am Laufen hält. Fällt das System aus, läuft zwar die Bewässerungseinheit weiter, jedoch kann man sie nicht mehr fernbedienen noch die Sensordaten abrufen. Gardena selbst hat größtes Interesse, das smart System auszubauen, so der Hersteller. Immerhin stellt es die Basisplattform für alle weiteren, kommenden Geräte und Funktionsmöglichkeiten dar. Zumal Gardena mit Sicherheit nicht pleite gehen wird. Sie sind einer der Marktführer und gehören dem schwedischen Riesen Husqvarna AB, die rund 3 Mrd. Euro Umsatz mit der Herstellung von Gartengeräten an Umsatz machen.
Was zudem negativ auffällt, einfach weil es fehlt und naheliegend ist? Der Bodensensor spricht nicht mit der Water Control. Der Boden ist zu trocken? Der Sensor weiß es. Aber der Wasserfluss wird nicht von der Water Control aktiviert. Das sieht man auch in der App: Gardena spricht von „adaptive scheduling“ (siehe Bild unten). Doch die Funktion ist klar mit einem „kommt noch“ gekennzeichnet. Kommt irgendwann noch?
Die Water Control ist da schon etwas löblicher: Man kann bis zu zwei Bewässerungszeiten pro Tag einstellen.
Bewässerungszeiten eingeben in der App.

Die Eingabemöglichkeiten in der Smartphone-App, um die Bewässerungszeiten einzugeben. Mehr als zwei Termine pro Tag sind nicht drin! Und die adapitve Bewässerung ist zwar naheliegend, um dynamisch je nach Bodenbeschaffenheit, Licht und Regen die Wasserzufuhr zu steuern. Jedoch, sie ist nicht aktiv!

Mehr leider aber auch nicht. Der Anwender kann per Smartphone-Kommando die Water Control ein- oder abstellen. Doch die Klagen der Kunden sind lautstark, siehe z.B. die Rezensionen auf Amazon. Immer wieder wird von gelöschten Zeitprofilen gesprochen. Manche Kunden sprechen wiederholt von sehr hohen Batterieverbräuchen. Oder das System geht einfach mal des nachts an, ohne das etwas eingegeben war. Offensichtlich muss Gardena einige Softwareprobleme bereinigen, bevor man hier von einem stabilen System sprechen kann. Denn nichts ist schlimmer, als ein nicht bewässerter Garten oder aber umgekehrt, wenn zuviel Wasser die viele Arbeit zunichte macht. Der Kunde muss bei einem Preis von um die 410 Euro absolute Stabilität und Zuverlässigkeit erwarten können.
Auch ist keine Kopplung mit dem Sileno-Mähroboter vorhanden: „Schalte den Roboter ab, sobald die Bewässerung angeht“? Fehlanzeige! Der Kunde muss die Mähzeiten und die Bewässerungszeiten schon selbst einstellen, um Überschneidungen zu vermeiden. Spätesten dann, wenn die adaptive Bewässerung als Funktion aktiv sein wird, muss eine synchrones Arbeiten mit dem Rasenmäher sichergestellt werden.

Fazit

Galerie: Gardena Smart System: Aufbau und Einzelkomponenten

Wir tun uns sichtlich schwer, das Smart Control Set aka Bewässerungseinheit zu einem Kaufpreis von rund 400 Euro als smart und nützlich zu bezeichnen. Zumal die Probleme hinsichtlich Softwarestabilität zu eklatant sind. Gardena muss hier dringend nachbessern. Ganz im Gegensatz zum Smart Sileno Set. Dieses Paket hatte es uns im Test angetan und uns vollauf überzeugt. Außer dem Vorzug, die Werte online ablesen zu können und den Wasserhahn per Smartphone einzuschalten, verbleibt nicht viel an Vorzügen. Schade! Gardena kann es eigentlich besser. Denn Gardena hat schon lange Zeit bewährte und gute Bewässerungscomputer im Angebot, die auch mit Regen/Bodensensoren gekoppelt werden können.

Gardena Smart System

Robert Basic

von

Seine Passion sind Menschen, sein Antrieb ist die Neugier.

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