Der Spätzünder unter der Mährobotern

Schön einen fahren lassen: Bosch Indego im Langzeit-Test

Der Bosch Indego mäht schon seit einiger Zeit deutsche Rasenflächen. In der neuesten Version lässt er sich sogar per App steuern. Was er sonst noch auf dem Kasten hat, klärt der Test.

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Bosch Indego

Auf der Terrasse entspannen statt Rasenmähen? Roboter wie der Indego machen’s möglich.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

An der Mähleistung gibt es wenig auszusetzen. Gerade für Menschen mit ausgedehntem Garten ist der Bosch Indego eine große Hilfe. Allerdings gilt dies in erster Linie für einfache Rasenflächen. Weist der Garten viele Engstellen auf, sind Modelle wie der Automover 310 die bessere Wahl.

Pro

  • Schönes Schnittbild
  • Intelligente Navigation
  • Je nach Modell Steuerung per App

Kontra

  • Probleme mit Rändern und Engstellen
  • Für einen Mähroboter recht laut

Bosch Indego

Sie saugen, wischen den Boden und mähen den Rasen – und das ganz ohne schlechte Laune. Erst waren die Fabrikhallen dran, jetzt wollen Roboter auch Häuser und Gärten erobern. So auch der Bosch Indego.

Leise und gründlich

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Bevor der Indego den Garten übernimmt, sind – wie bei allen Mährobotern – einige Vorbereitungen zu treffen. Allein die Verlegung des Begrenzungsdrahts nimmt abhängig von der Größe des Gartens einige Stunden in Anspruch. Der grüne Draht ist zunächst deutlich sichtbar, verschwindet nach einigen Wochen aber nahezu unsichtbar im Rasen. Bei der Installation der Basisstation ist der Indego recht wählerisch, da er vor und hinter der Station jeweils zwei Meter Platz verlangt. Eine Platzierung in einer Ecke oder Nische ist damit ausgeschlossen. Die Programmierung ist dagegen einfach, allerdings hätte Bosch die Bedienelemente ruhig mit einer Klappe vor Schmutz schützen können.
Bosch Indego

Wie fast jeder Rasenmähroboter, braucht der Indego einen Begrenzungsdraht sowie eine Art Dockingstation. Die einmalige Installation dauert abhängig von Größe und Schnitt des Gartens einige Stunden.

Erst lahm, dann effektiv

Tolerant müssen Käufer anfangs auch in Sachen Mähleistung sein. Anstatt zu mähen, ist der Roboter in den ersten Tagen vorrangig damit beschäftigt, den Garten zu kartographieren. Das ist erst einmal ein Nachteil, zahlt sich langfristig aber aus. Denn im Gegensatz zur Konkurrenz fährt der Indego nicht kreuz und quer nach dem Zufallsprinzip umher, sondern mäht gezielt bestimmte Regionen. Diese von Bosch „Logicut“ getaufte Navigation sorgt damit für effizienteres und schnelleres Mähen. Schafft der Indego nicht das komplette Grün, navigiert er zur Basisstation, lädt sich auf und legt anschließend wieder los. Einmal angelernt, bringt es der getestete Indego (für 1000 Quadratmeter ausgelegt) laut Bosch auf eine Mähleistung von rund 65 Quadratmetern pro Stunde. Abhängig vom Garten bewältigt er so mit einer Akkuladung eine Fläche von circa 60 Quadratmetern. Das Ergebnis kann sich nach ein paar Tagen sehen lassen, der Rasen war im Test schön gleichmäßig gekürzt.

Problemfall enge Passagen

Der Nutzer hat dabei die Wahl einer Schnitthöhe zwischen 20 und 60 Millimetern. Da die Schnittbreite lediglich 26 Zentimeter beträgt, die Räder des Roboters aber keinesfalls am Rand des Rasens abrutschen dürfen, bleiben an einigen Randstellen allerdings einige Halme stehen. Enge und verwinkelte Passagen bereiten dem Indego ebenfalls Probleme, wodurch auch an diesen Stellen Hand angelegt werden muss. Ebenfalls erwähnenswert: Während der zweijährigen Testphase musste der Bosch-Service zweimal aufgrund von Defekten anrücken und das Gerät austauschen. Abgesehen davon erledigte der Indego seine Arbeit zuverlässig wie ein Brauereipferd. Einmal richtig eingestellt, waren monatelang keinerlei Korrekturen oder Hilfestellungen nötig.
Bosch Indego

Wer den Indego einsetzt, muss sich ums Thema „Rasenmähen“ kaum noch kümmern. Läuft alles glatt, zieht er monatelang stoisch zu den vorgegebenen Zeiten seine Runden.

Lauter als andere

Angenehm im Vergleich zu herkömmlichen Rasenmähern ist die Lautstärke. Allerdings arbeiten andere Mähroboter wie der Automover 310 und der Gardena R70Li deutlich leiser. Verantwortlich ist der laute Antrieb des Bosch-Roboters.

Qual der Wahl

Den Indego bietet Bosch in verschiedenen Ausführungen an, angefangen beim 800er über den „klassischen“ Indego (ohne Suffix) bis zum 1300er für besonders große Gärten. Die Zahlen geben an, für welche Quadratmeterflächen das Modell geeignet ist, wobei im Zweifelsfall immer das größere Modell gewählt werden sollte. Ansonsten ist der Roboter womöglich dauernd unterwegs. Das beste Angebot stellt derzeit aus unserer Sicht der Indego 1200 Connect dar. Der bietet die praktische Steuerung vom Sofa per App und kostet mit rund 950 Euro nur rund 100 mehr als der „kleine“ 800er ohne App-Steuerung.

Bosch Indego

Nils Matthiesen

von

Seit rund 20 Jahren begeistert sich der Düsseldorfer für moderne Technik aller Art. Seine Erfahrungen teilt er in diversen Fachzeitschriften und Online-Medien.

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